Tax the rich: Brauchen wir wieder eine Vermögenssteuer?

Heute mal was zum Aufregerthema „Vermögenssteuer“. Politiker*innen der Linken fordern, Reiche abzuschaffen. Im Falle von Heidi Reichinnek könnte man das mit ihrem Namen erklären („Reichinnek will Reiche weg“ oder so?). Auch Katharina Reiche, die neue Wirtschaftsministerin, hat – Überraschung! – nichts gegen Reiche und lehnt Steuererhöhungen ab. Aber lassen wir die Kalauer: Deutschland hat mit 176 die viertmeisten Milliardäre weitweit (andere Quellen wie das Manager Magazin zählen sogar 256). Das steht im Bericht zur sozialen Ungleichheit, den Oxfam Deutschland am 19.01.2026 veröffentlicht hat.

Reiche werden immer reicher

Danach ist das Vermögen in Deutschland extrem ungleich verteilt. Die reichsten 10% besitzen rund 60% des Gesamtvermögens. Der Bericht zeigt auch, dass das Vermögen der reichsten Menschen schneller steigt als das Durchschnittsvermögen. Es ist seit 2020 um über 80% gestiegen. Würde man die Vorschläge der Linken zur Vermögenssteuer umsetzen, könnte der Staat 108 Milliarden Euro einnehmen, laut einer Studie des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) sogar bis zu 147 Milliarden. Natürlich will die Linke die Superreichen nicht abschaffen, sondern sie will die seit 1997 ausgesetzte Vermögenssteuer wieder einführen und damit die Superreichen stärker an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligen.

„Leistungsträger dürfen nicht bestraft werden“

Wirtschaftsverbände, konservative Parteien, Hubert Aiwanger, Friedrich Merz und Menschen mit großem Vermögen lehnen eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer ab. Hauptargument: Damit würden die Leistungsträger unser Gesellschaft bestraft. Außerdem würde Steuerflucht begünstigt. Manche, wie der Herausgeber der Welt-Gruppe Ulf Poschardt, plädieren sogar für mehr Ungleichheit. Poschardt ist Porsche- und Ferrarifahrer und hält Raserei auf Autobahnen für einen Ausdruck von Freiheit. Den muss man also nicht wirklich ernstnehmen.

„Tax me now“: Vermögende für größere Steuergerechtigkeit

Es gibt allerdings auch Vermögende, die sich unter dem Motto „Taxmenow“ für eine größere Steuergerechtigkeit in Form einer verfassungskonformen, privilegienfreien Erbschaftsteuer einsetzen.

Im folgenden 13-minütigen Video kommen Befürworter und Gegner einer Vermögenssteuer zur Sprache. So meint zum Beispiel der bayrische Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger (der mit der Schulranzenaffäre): „Ein Milliardär ist ja nicht ein Taugenichts“ – und fügt hinzu (man achte auf die Argumentationstiefe): „Der Milliardär ist ja auch nicht glücklicher als der Andere …“.


Statt zugesagter Aufnahme gefährdeter Menschen: Bundesregierung liefert Afghan*innen den Taleban aus

Ein besonders beschämendes Kapitel deutscher Politik findet derzeit weitgehend unter Ausschluss der medialen Öffentlichkeit statt: Die Verweigerung und Rücknahme von Aufnahmezusagen für gefährdete Menschen aus Afghanistan. Zur Erinnerung: 2013 hatte die damalige Bundesregierung mehrere Schutzprogramme für Menschen aus Afghanistan beschlossen. Damit sollten frühere afghanische Mitarbeiter/innen der Bundswehr, deutscher Behörden und Institutionen sowie deutscher Hilfsorganisationen durch die Aufnahme in Deutschland vor Verfolgung durch die Taliban-Regierung geschützt werden. Das Aufnahmeprogramm galt auch für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen aus den Bereichen Menschenrechte, Zivilgesellschaft, Kultur, Medien, Wissenschaft und Justiz.

Im Dezember forderten über 50 Prominente und mehr als 250 Organisationen in einem Offenen Brief die Bundesregierung auf, ihr Versprechen zu halten und Afghanninen und Afghanen mit gültiger Aufnahmezusage (zu diesem Zeitpunkt ca. 1.800–1.900 Personen) trotz gestoppter Programme in Sicherheit zu bringen.

Ebenfalls Anfang Dezember wurde im Bundestag mit großer Mehrheit ein Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN abgelehnt, in welchem die Bundesregierung dazu aufgefordert wurde, alle bestehenden Aufnahmezusagen für afghanische Staatsangehörige konsequent umzusetzen. Laut diesem Antrag sollten Menschen, die über das Bundesaufnahmeprogramm, die Menschenrechtsliste, das Überbrückungsprogramm oder das Ortskräfteverfahren eine Zusage erhalten haben und sicherheitsgeprüft sind, umgehend ein Visum bekommen und nach Deutschland ausgeflogen werden. Auch Afghan:innen, die trotz Aufnahmezusage abgeschoben wurden, sollen nach Pakistan zurückgeholt, ihre Verfahren abgeschlossen und anschließend ebenfalls nach Deutschland gebracht werden. 

Ungeachtet dessen kündigte die Bundesregierung lt. Tagesschau vom 17.02.2026 an, dass “in diesen Tagen die Unterstützung afghanischer Familien durch Deutschland (…) in Pakistan und in Afghanistan (…) endet”. Das ganze Ausmaß dieser Tragödie für die betroffenen Menschen beschreibt Thomas Ruttig, profunder Kenner Afhanistans, in seinem Blog Afghanistan Zhaghdablai unter der Überschrift: Rechtsstaat à la carte: Ab heute will die Bundesregierung Afghan*innen den Taleban ausliefern.

Ich erlaube mir, den kompletten Beitrag von Thomas Ruttig hier zu rebloggen:


Aschermittwoch: Merz droht mit lebenslänglicher Kanzlerschaft

Beim Politischen Aschermittwoch in Trier hat Friedrich Merz eine zweite Amtszeit angekündigt: „Ich habe schon noch vor, das eine längere Zeit zu machen“. Mit „das“ meinte er wohl den Job als Kanzler, und woran er bei „eine längere Zeit“ denkt, konnte man aus dem Hinweis schließen, dass sein Vater gerade 102 geworden sei. Die genetische Disposition von Merz für eine lebenslange Kanzlerschaft hatte vorher schon Generalsekretär Linnemann in einem Stern-Interview bestätigt: „Er hat also die Gene, dass er noch sehr lange Politik machen kann.“ Ein ähnliches Beharrungsvermögen im Amt kennt man von afrikanischen Despoten.

Nun zeichnen sich politische Bierzeltveranstaltungen am Aschermittwoch nicht durch kluge Analysen und feinsinnige Rhetorik aus. Die jeweilige Anhängerschaft will bei Bier, deftigem Vesper und Blasmusik Haudraufparolen, billige Polemik und Diffamierung des politischen Gegners hören. Was das angeht, kann Merz bei Markus Söder noch einiges lernen.

Merz hat in Trier erneut die seiner Meinung nach schlechte Arbeitsmoral der Deutschen zum Thema gemacht, die angeblich unser aller Wohlstand gefährdet. Und das klingt dann so: „Lifestyle und Viertagewoche, alles schön, kann man alles machen, …aber wir müssen alle mal zusammen ins Rad packen (hä?) und dafür sorgen, dass in diesem Land wieder eine richtig gute Leistung gezeigt wird“ … und zwar „nicht mit Zwang, nicht mit Druck, nicht mit neuen Gesetzen, sondern einfach mit Fröhlichkeit an der Arbeit.“ Also bitte morgen früh nicht wieder schlecht gelaunt und mit bitterem Fluch auf den Lippen den Weg zur Arbeit antreten, sondern mit einem fröhlichen Lied den Arbeitstag beginnen.

Dazu empfehlen wir die folgenden Videos:

Wie Dir deine Arbeit wieder richtig Spaß macht

Wohlbefinden und Glück bei der Arbeit

Happiness Hacks im Arbeitsalltag – Glücklich im Job und was wir dafür tun können


Mein ESTA-Antrag für die Einreise in die USA

Hi guys from the USCIS (in German we say Einwanderungsbehörde): Ich will im Juni zur Fußball-WM in die USA reisen und beantrage hiermit die Einreise über das Reisegenehmigungssystem ESTA. Damit Ihr gleich alle erforderlichen Daten von mir parat habt:

Meine Telefonnummer ist seit 20 Jahren die gleiche. Auch mein Geschlecht (Cis-Mann) und meine E-Mail-Adresse (Trumpbestpresidentever@web.de haben sich nicht geändert. Meine DNA kommt separat per Post in einer Tupperschüssel (frisch geschnittene Fußnägel).

Was sich geändert hat, ist meine politische Orientierung. Bis vor noch nicht allzu langer Zeit war ich ein stupid Kritiker der US-Regierung und habe mich an Demonstrationen gegen die Stationierung amerikanischer Atomraketen, den Irak-Krieg (2003 in Berlin) und gegen die AfD als die einzig wahre Oppositionspartei in Deutschland beteiligt. Wie viele meiner Zeitgenossen habe ich mich dabei von den Falschmeldungen der Systempresse in die Irre führen lassen. Heute informiere ich mich ausschließlich bei Fox News und bin follower von Truth Social.

Für frühere Jugendsünden bitte ich um Nachsicht: Ich habe 1972 in La Paz, Bolivien, an die Außenmauer der US-amerikanischen Botschaft uriniert, nicht als Ausdruck politischen Protests, sondern wegen unaufschiebbarem Harndrang. 1986 habe ich nach einer Haiti-Reise in einem Bericht den US-amerikanischen Imperialismus gegeißelt („Schwein sein ist auch nicht immer schön“). I´m really sorry about that.

Sollten Sie über meine Vergangenheit Nachforschungen anstellen und dabei auf amerikafeindliche Veröffentlichungen auf meinem Blog (juergenlieser.blog) stoßen, so erkläre ich hiermit feierlich, dass ich mich öffentlich von allen unbedachten Beiträgen distanziere, in denen die Wörter „Trump“, „Arschloch“, „dement“, „geisteskrank“, „Friedensnobelpreis“ und „grab them by the pussy“ in einen Zusammenhang gebracht werden.

God bless America!


Merz bei den Ölscheichs: Tausche Panzer gegen Menschenrechte?

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in den vergangenen drei Tagen die Golfstaaten Saudi Arabien, Katar und Vereinigte Arabische Emirate besucht. Es ging um Geschäfte: Öl, Gas und Rüstungsgüter. Menschenrechte? Ja, schon auch irgendwie. Dazu könne man laut Bundesregierung schließlich  unterschiedlicher  Meinung sein. Der Kanzler wollte die Golfstaaten nicht unter Generalverdacht stellen. Die Menschenrechte spreche er an, aber nicht öffentlich, sondern hinter verschlossenen Türen. Immerhin konnte er den Palast des saudiarabischen Kronprinzen bin Salman unzerstückelt verlassen.

Wie müssen wir uns das vorstellen – hinter verschlossenen Türen? Sagt der Kanzler etwa zum Kronprinzen: „Also so was wie mit dem Kashoggi – das war echt nicht in Ordnung. Und auch dilettantisch. Geht das nicht dezenter?“ Oder sagt er: „Wenn wir Euch Rüstungsgüter liefern sollen, dann hört doch bitte mal damit auf, Oppositionelle hinzurichten! Und die Massentötung äthiopischer Flüchtlinge an der Grenze war nun wirklich nicht ok, Herr Scheich! (wie spricht man diese Leute an: Eure Hohheit, Eure Durchlaucht?) In Katar hat er ganz sicher die Ausbeutung und Misshandlung hunderttausender Wanderarbeiter und die Verfolger Homosexueller auf das Schärfste verurteilt.  

Wir wissen nicht, was hinter verschlossenen Türen gesprochen wurde. „Stille Diplomatie“ – so nannte man das auch schon vor 50 Jahren, als deutsche Diplomaten den Militärputsch in Chile verharmlosten. Aber zurück zu den Golfstaaten. Was wir gerne gewusst hätten: Wie und wo werden die von Deutschland gelieferten Rüstungsgüter eingesetzt? Kommt bei den zahlreichen Hinrichtungen in Saudi Arabien auch deutsche Technologie zum Einsatz? Das wäre nicht im Sinne einer werte- und interessengeleiteten deutschen Außenpolitik, nicht wahr, Herr Merz? Oder kann man dazu unterschiedlicher Meinung sein?

Foto: picture alliance / dpa / Kay Nietfeld


Verkehrte Welt: ADAC für höhere Spritpreise

Die größte Religionsgemeinschaft Deutschlands hat 22 Millionen Mitgliedern, mehr als die katholische und evangelische Kirche zusammen. Die Rede ist vom ADAC. Deren oberster Chef Gerhard Hillebrand hat nun seinen Hut genommen, „nach einer Wutwelle und 60.000 gekündigten Mitgliedschaften“, wie die BILD schreibt. Hillebrand hatte in einem Interview für höhere Spritpreise plädiert „damit Autofahrer von Diesel und Benziner auf klimaschonende Alternativen wie das E-Auto umsteigen könnten“, so die BILD. Was, zum Teufel, hat den Mann dazu getrieben, etwas derart Vernünftiges zu sagen? Hillebrand hatte außerdem erklärt, die CO₂-Bepreisung sei das richtige Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Stimmt eigentlich, oder? Jetzt müssen die deutschen Autofahrer – und das gilt auch für die Autofahrerinnen, die das Tanken lieber ihren Männern überlassen – 3 Cent pro Liter Benzin oder Diesel mehr zahlen. Drei Cent!!! Für BILD mal wieder eine ungeheuerliche Schröpfung der Autofahrer, die wahrscheinlich von den Grünen verschuldet ist.

Jetzt fehlt nur noch, dass die Unionsparteien nach ihren Ausflügen in Sachen Lifestyle-Teilzeit und bitteschön Zahnarzt selber bezahlen den Uralt-Slogan „freie Fahrt für freie Bürger“ wieder auspacken. Dann können die 60.000 aus Protest ausgetretenen ADAC-Mitglieder wieder eintreten und Gas geben. Und die BILD kann sich wieder auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren, die da wären: „Der Staat belohnt leider die Faulen“, „Er onaniert gleich in der Drogerie“, „U-Bahn-Killer kam durch eine Sicherheitslücke ins Land“, „Igel macht Zebrastreifen zum Laufsteg“ und „Warum Männer regelmäßig Tomatenmark essen sollten“ (wegen Einfluss auf die Spermien, weswegen denn sonst).  


„So mild ist oft das Alter mir erschienen“. Ein Essay über die Zumutungen des Alterns

Heute mal ein Blogbeitrag der anderen Art: Keine Politikerschelte, keine Weltuntergangsszenarien, keine satirischen Ausfälle gegen den Zeitgeist. Stattdessen ein persönlicher Text, der sich mit dem Alter als Zustand und dem Altwerden als Prozess beschäftigt, niedergeschrieben vor vier Jahren. Weil es mir eher peinlich erschien, als alter Mann über die Zumutungen des Alterns zu schreiben, habe ich bisher eine Veröffentlichung gescheut. Schließlich gibt es dazu eine unerschöpfliche Fülle an Schriftgut, angefangen von Cicero (de senectude) bis zu Elke Heidenreich (Altern). Jetzt gebe ich also auch meinen Senf dazu. Der nachfolgende Text ist nicht ganz kurz – Lesezeit ca. 12 Minuten. Auf Rückmeldungen bin ich gespannt – müssen aber nicht sein. Die allgemeine Feedbäckeritis geht einem ja im Alltag schon ziemlich auf die Nerven. Hier nun also der Text:

Über die Zumutungen des Alterns. Ein Essay

So mild ist oft das Alter mir erschienen“ – das sagte der Romantiker Joseph von Eichendorff in seinem Gedicht über das Alter. Er wurde indess nur 69 Jahre alt und starb nicht an „Altersschwäche“, wie viele meiner Vorfahren. Ich bin jetzt 73. Meine Frau, keineswegs unromantisch veranlagt, sagt: „Du hast das Licht im Bad angelassen“. Sie sagt es ohne Vorwurf, ohne „schon wieder“, eher mit diesem „Ist-bei-dir-alles-in-Ordnung-Blick“. Sie sagt es so, weil sie weiß, dass ich dünnhäutig auf Kritik reagiere, insbesondere solche, die meine eigenen Beobachtungen bestätigen – ich werde alt. Man möchte nun aber nicht ständig daran erinnert werden, dass man alt und schusselig wird, weder von sich selbst noch von Menschen, die einem lieb und nah sind. Ich bin alt, aber nicht blöd. Zudem finde ich, dass sie, also meine Frau, die schon berufsmäßig eine kluge Beobachterin der Menschen und ihrer Absonderlichkeiten ist, in diese kleinen Unachtsamkeiten zu viel hineininterpretiert. Und dann will sie in letzter Zeit bei mir gewisse Aussetzer beim Autofahren beobachtet haben! Vielleicht hat sie nicht das Wort Aussetzer benutzt, sondern von Unsicherheiten gesprochen. Jemand geschnitten, rückwärts ungeschickt eingeparkt, irgendetwas in der Art. Was weiß ich. Alles nicht wirklich der Rede wert. Ob sie glaubt, dass ich langsam dement werde?

Nun ja, der jüngste Unfall mit dem Rad – ich war das Opfer! – hätte nicht sein müssen, wenn ich aufmerksamer und reaktionsschneller gewesen wäre. „Fehleinschätzung von Gefahren“ gehört zum Beispiel zu den Warnzeichen einer beginnenden Demenz. Auch das hartnäckige Abstreiten von Fehlern und Irrtümern – da war ich allerdings auch in jüngeren Jahren schon gut drin. Es ging bergauf, und an der Stelle, wo der Radweg die Landstraße kreuzt, hatte ich den Schwung verloren (kein eBike!), der nötig gewesen wäre, um rasch und unbescholten die gegenüberliegende Straßenseite zu erreichen. Die PKW-Fahrerin, die mich von der Straße katapultierte, war schon weit über 80 und ihre Reaktion war auch nicht mehr die schnellste. Sie war sehr erschrocken über das Geschehen, sie tat mir leid. Der Aufprall wurde von meiner mit Einkäufen vollgepackten Radtasche airbagmäßig abgefedert. Von den sechs Eiern in der Tasche waren nur fünf zerbrochen. Das schien mir wie ein gutes Omen, dass es mit meinem Leben noch nicht ganz zu Ende sein sollte.

Und nun diese Woche: Zweimal die Herdplatte angelassen, mit einem leeren Topf drauf. Zum Glück ist die Küche nicht mit einem Rauchmelder ausgestattet, sonst wäre wohl die Feuerwehr angerückt. Zu meiner Entlastung kann ich anführen, dass ein Telefonat meine Aufmerksamkeit ablenkte. Warum rufen die Leute auch immer an, wenn ich gerade in der Küche zugange bin? Die Tochter war am Apparat, wir hatten lange nicht mehr telefoniert. Da will man nicht kurz angebunden sein, weil auf dem Herd etwas köchelt. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass ich durchaus noch in der Lage bin, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Also zum Beispiel telefonieren und im Topf rühren, in dem ein Ratatouille schmurgelt. Schwierig wird es, wenn in dem Moment auch noch der Briefträger klingelt und mich bittet, ein Paket für die Nachbarn anzunehmen, während just der Hund auf den Teppich kotzt. Der Briefträger kriegt kein Trinkgeld, der Hund einen vorwurfsvollen Blick, ich lasse den Topf einen Moment unbeobachtet. Eine Nachbarin, nicht die mit dem Paket, ruft über den Hof, ob wir noch zwei Eier … Moment, ich schaue gleich nach … „ja, haben wir, ich stelle sie auf die Treppe!“ und rasch noch das Erbrochene vom Hund entfernen. Und schon ist es wieder passiert: Brandgeruch und Rauchschwaden aus der Küche. Fuck.

Anzeichen für eine beginnende Demenz, wenn man danach Ausschau hält, laufen einem ständig über den Weg: Wortfindungsstörungen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, mangelnde Merkfähigkeit. Die dazu passende Beschwichtigung ist schnell bei der Hand: Na ja, das Alter. Neulich am Bankautomaten: „Bitte geben Sie Ihre Geheimzahl ein“. Das geht seit Jahren wie im Schlaf. Nur dieses Mal nicht. Plötzlich eine leichte Unsicherheit, eine Irritation, und schon ist die tausendmal ohne Nachdenken eingetippte Zahlenfolge weg. Hat man mehr so räumlich abgespeichert. „Bitte wiederholen Sie Ihre Eingabe“. Beim dritten falschen Versuch spuckt der Geldautomat die EC-Karte nicht mehr aus. „Bitte wenden Sie sich an Ihren Bankadministrator.“ Mist. Ganz, ganz früher, lange vor dem digitalen Zeitalter, beim Zigarettenautomaten, half manchmal ein kräftiger Tritt gegen die widerspenstige Technik, bis die Münze – eine Mark! – fiel und die Packung Marlboro im Ausgabeschacht das Suchterleben für die nächsten Stunden sicherte. Und wo soll man jetzt am Samstagabend die EC-Karte wiederkriegen? Mal ganz abgesehen von der niederschmetternden Erkenntnis, dass der progressive Gedächtnisschwund erneut einen Teilerfolg erzielt hat. Was dagegen hilft? Kurkuma? Ginkgo? Knoblauch? Gehirnjogging? Die Apothekenumschau weiß Rat.

Von den vielfältigen Zumutungen – man könnte auch von Demütigungen sprechen -, die das Alter bereithält, scheint mir die Demenz die übelste zu sein. Über das Alter, das Altwerden und das Altsein gibt es unzählige Bücher, Schriften und Abhandlungen. Schon der olle Cicero hat etwa 50 Jahre vor Christus in seiner Schrift „Cato maior de senectude“ (Über das Alter) treffend festgestellt: „Ut enim non omne vinum, sic non omnis natura vetustate coacescit.“ Das kann man auch als Inhaber des Kleinen Latinums nicht unbedingt verstehen, deshalb hier die Übersetzung: „Wie nämlich nicht jeder Wein, so wird nicht jeder durch hohes Alter sauer“. Dagegen können moderne Lebensratgeber wie „Das Alter als Geschenk“ von Rüdiger Dahlke oder „Ratgeber Beckenbodenschwäche (Gegen Harn- und Stuhlinkontinenz lässt sich etwas tun!)“ nicht wirklich mithalten.

Eigentlich ist längst alles über das Alter, das Altwerden und das Altsein gesagt. Allerdings noch nicht von mir. Solange ich schreibe, bin ich noch nicht tot. Dabei kann ich mich noch nicht so recht entscheiden, ob ich mich dem “So mild ist oft das Alter mir erschienen“-Gefühl à la Eichendorff hingeben soll und mich in einem Anfall von Altersnarzissmus als zunehmend weiser, heiterer, nachsichtiger und milder werdender älterer Herr sehen möchte, der die Bürde des Alters mit bemerkenswerter Würde trägt. Oder ob ich den am eigenen Körper beobachteten Verfall verfluchen und in das Wehklagen über die Mühen des Alters und die körperlichen Gebrechen einstimmen soll, und wie Cicero vermutlich gesagt hätte: Vetus est simpliciter stercore (Alt werden ist einfach Scheiße).

Material für die zweite Variante, also den körperlichen Verfall, hat sich in den letzten Jahren bei mir reichlich angesammelt. Nach Jahrzehnten sportlicher Aktivitäten kommt da schon einiges aus dem Fachgebiet Orthopädie zusammen. Kleine Sammlung gefällig? Spinalkanalstenose (für Nichtmediziner: ich hab´ Rücken, von mir scherzhaft als „Spinatsalatneurose“ bezeichnet), Piriformissyndrom, Kreuzbandriss rechts, Bänderdehnungen und Außenknöchelfraktur links, Rotatorenmanchetten-Teilruptur (jetzt befinden wir uns an der Schulter), irreversible Omarthrose links, AG-Gelenksdegeneration, Sulcus-ulnaris-Syndrom usw. Diverse fremd- und selbstverschuldete Stürze mit dem Rad haben auch ihre Spuren hinterlassen.

Und dann die Blutgefäße, ach ja, die Blutgefäße. Ich sage nur: Varizen der unteren Extremitäten. Wäre ich ein Dichter wie Eichendorff, wäre mir sicher ein Reim auf Varizen und Blut spritzen eingefallen. Beim Anblick meiner Krampfadern hat sich mein Gefäßchirurg vermutlich einen neuen Porsche bestellt. Da musste schon mal ordentlich was weggeschnippelt werden. Von den Sinnesorganen haben wir jetzt noch gar nicht gesprochen. Cholesteatom, Tympanoplastik im Ohr, muss man nicht alles im Detail erläutern. Dass die Augen immer schlechter werden, erweist sich im Alltag als eine der schlimmsten Demütigungen. Wenn du ein Formular ausfüllen sollst und hast die Brille vergessen. Oder, weil es recht kleingedruckt ist, im Supermarkt jemand fragen musst, ob das die Puylinsen sind – sehr ärgerlich. Für wackelnde Zähne gibt es Ersatzteile, Implantate. Und jetzt noch die Polymyalgia rheumatica. Und der Ischias zwickt jeden Morgen. Reicht das? So mild ist oft das Alter mir erschienen?

Den erhöhten Reparaturaufwand an der Baustelle Körper heiter, nachsichtig und milde zu akzeptieren, fällt nicht unbedingt leicht. Doch gibt es gegen Schmerzen, abgenutzte Gelenke, ausgeleierte Blutgefäße und andere altersbedingte Einschränkungen zumindest Tabletten, Chirurgen, Ersatzteile und technische Hilfsmittel. Mit der Abnutzung des geistigen Vermögens verhält es sich etwas komplizierter. Das muss nicht zwingend mit dem körperlichen Verfall einhergehen. Es kann ihm vorauseilen oder hinterherhinken. Man kann es auch nicht einfach reparieren oder wegtherapieren. Tröstlich daran mag sein, dass eine Demenz im fortgeschrittenen Stadium von dem Betroffenen nicht mehr als Demütigung erlebt wird und nur noch für die Angehörigen zur Last wird. Aber stimmt das überhaupt? Die Demenzforschung hat herausgefunden, dass zumindest im Anfangsstadium die Anzeichen von Demenz von den Betroffenen durchaus wahrgenommen werden und mit Gefühlen von Scham, Versagensangst, Kontrollverlust und vermindertem Selbstwertgefühl einhergehen.  

Zurück zur Romantik: Novalis, der im Alter von 28 Jahren starb, schrieb 1797 im Andenken an seine ebenfalls früh verstorbene Verlobte: „In tiefer, heitrer Ruh will ich den Augenblick erwarten, der mich ruft.“ Er hatte gut reden. Die Zumutungen des Altwerdens und des Altseins blieben ihm erspart. Für diese Schrift konnte ich keinen zufriedenstellenden Abschluss finden. Vielleicht muss ich dafür noch ein paar Jahre warten. Bis dahin möchte ich es mit Cicero halten, der meinte: „Mir wenigstens hat die Ausarbeitung dieser Schrift so viel Vergnügen gewährt, dass sie nicht nur alle Beschwerden meines Alters verwischte, sondern dasselbe mir auch gemächlich und angenehm machte“ (in „Cato der Ältere: Über das Greisenalter“). 

Jürgen Lieser, niedergeschrieben im 74. Lebensjahr


Trump in Davos: Da wo´s um Grönland geht

Ein Blogbeitrag zu Trump? Muss das sein? Nein, muss nicht. Macht nur schlechte Laune. Eigentlich ist über dessen geistige und charakterliche Verfassheit alles gesagt. Das könnte man belächeln, wäre der Mann nicht Präsident der USA und mit viel Macht ausgestattet. Liebe Amerikaner: Wie lange wollt ihr einen solch peinlichen Präsidenten noch ertragen? Unter den Menschen in seinem unmittelbaren Umfeld und von der Barbiepuppe an seiner Seite scheint niemand bereit und in der Lage zu sein, ihn aus dem Verkehr zu ziehen.

Nun also dieser bizarre Auftritt in Davos. Von wegen schlimmer geht´s nimmer. Die wirre, langweilige und unerträgliche Rede vor dem Weltwirtschaftsforum gibt´s hier (zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt, Ihren Psychotherapeuten oder den US-Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr.): https://www.youtube.com/watch?v=0Or5MfSViK4

Warum die Gäste des Weltwirtschaftsforums Trump Respekt zollen und ihn mit Applaus begrüßen, bleibt deren Geheimnis. Am Ende der Rede war der Beifall endenwollend. Robert Habeck auf die Frage, wie er die Rede fand: „Ich hätte zumindest gedacht, dass man sich dem Motto, dem Geist – auch wenn man offenbar einer völlig anderen Meinung ist – höflich nähert, aber nur Selbstlob, Ignoranz, Missachtung von allen Leuten, kein Gespür, keine Wahrnehmung für globale Probleme“. Trump habe die schlechteste Rede gehalten, die er je gehört habe. Rhetorik, also die Kunst der überzeugenden Rede, erwartet man von Trump nicht. Seine Satzbildung bewegt sich auf dem Niveau eines Erstklässlers. Der Inhalt (ich, ich und nochmals ich), ist gespickt mit Drohungen, Lügen und Dummheiten. Emotional scheint Trump auf der Entwicklungsstufe eines Kleinkindes stehengeblieben zu sein: Wenn du mir nicht dein Spielzeug gibst, werfe ich mit Sand.

Grönland, so Trump, will er sich nicht mit Gewalt nehmen. Das wertet die internationale Politik- und Wirtschaftselite in Davos als „Erfolg“. Die Wahrheit ist, dass Trumps Generalstab es abgelehnt hat, Pläne für eine militärische Einverleibung Grönlands zu entwickeln. Offenbar gibt es zumindest bei den US-amerikanischen Militärs noch Leute mit nüchternem Verstand. Der Präsident bleibt aber dabei, dass Grönland eigentlich den USA gehört – ist ja auch „nur ein Stück Eis“.

Was der US-Präsident wohl zu der folgenden ZDF-Satire meint? Dass Deutschland und das ZDF überhaupt nur wegen der USA existieren? Wird er ein Verbot des Senders fordern? Alles ist möglich. Schlimmer geht immer.


„Spannend und ziemlich kantig“ – was Google über den Blog von Jürgen Lieser meint

Mein Wunsch für 2026? Persönlich die üblichen Sachen: Gesundheit, Reichtum, kein Ärger mit den Nachbarn, mehr Sport, weniger Alkohol, Friedensnobelpreis. Was ich mir gesellschaftlich, innen- und weltpolitisch wünsche, steht in meinen diversen Blogbeiträgen. Freuen würde ich mich auch über neue Abonnentinnen und Abonnenten. Und dafür bitte ich heute um Eure Mithilfe: Macht bitte Werbung in Eurem Freundes- und Bekanntenkreis! Für jeden neu geworbenen Abonnenten gibt es als Prämie den von mir eigenhändig verfassten, auf richtigem Papier gedruckten und gebundenen Bestseller „Frauen sind mitgemeint. Texte gegen den Zeitgeist“. Schreibt mir einfach, wen Ihr als neue/n Abonnent/in gewonnen habt und Eure Postanschrift, und schon flattert die Prämie in Euren Briefkasten.

Falls Euch selbst nichts einfällt, warum Ihr den Blog Euren Freundinnen und Bekannten schmackhaft machen sollt: Ihr könnt dafür auch das folgende Audio in Form eines Podcasts nutzen:

Das verblüffende und erstaunliche daran: Die KI hat´s gemacht. Ich habe probeweise das neue Google KI-Werkzeug NotebookML gebeten, eine Audio-Zusammenfassung meines Blogs zu erstellen (Disclaimer: Google ist böse). Rausgekommen ist eine Art Rezension mit erstaunlich treffenden und verblüffenden Aussagen. Das Tool selbst schreibt dazu:

„In diesem Blog analysiert Jürgen Lieser auf satirische und gesellschaftskritische Weise aktuelle politische Entwicklungen an der Schwelle zum Jahr 2026. Er thematisiert kritisch die Politik von Donald Trump. Das Vorgehen internationaler Organisationen wie der FIFA sowie die ideologische Annäherung zwischen der Union und der AfD. Neben harten geopolitischen Themen wie der nuklearen Aufrüstung und dem Nahostkonflikt reflektiert der Autor auch über persönliche Krisen und die Vergänglichkeit des Lebens. Besonders prägnant ist seine Auseinandersetzung mit der künstlichen Intelligenz, die er humorvoll als Werkzeug für die bürokratisierte Welt der Zukunft darstellt. Insgesamt zeichnen die Texte ein pessimistisches, aber pointiertes Bild einer Gesellschaft im Rechtsruck und technologischen Umbruch.“

Muss man nicht alles glauben, bzw. ich bin auf Kommentare gespannt. Hier nochmal die Datei zum anhören:



Kriminelle Staatschefs kidnappen: Why not?

Einen verbrecherischen Regierungschef gewaltsam entführen und vor Gericht stellen, wie das die Amis jetzt mit Maduro gemacht haben: Ist doch an sich keine schlechte Idee, oder? Das hätte man sich bei Hitler, Stalin, Mussolini, Gaddafi, Pinochet und anderen Despoten und Kriegsverbrechern gewünscht. Auch aktuell noch im Amt befindliche Kandidaten könnten jetzt kalte Füße bekommen, wie etwa Putin und Netanjahu. Die stehen übrigens beide auf der Fahndungsliste des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) und gelten dort als „flüchtig“.

Dass Maduro jetzt in Handschellen vor Gericht steht, wäre an sich nicht schlimm, wenn nicht die USA sich als rechtlich-moralische Instanz gleichzeitig für Strafverfolgung, Gericht und Vollzugsbehörde gerieren würde und wenn nicht ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht vorliegen würde. Gut ja, das Problem sei „komplex“, so Friedrich Merz. Von wegen Völkerrecht und so. Das ist natürlich Quatsch vulgo Bullshit, denn völkerrechtlich handelt es sich um eine eindeutige Verletzung des internationalen Rechts. Dimitri Medwedew, der russische Ex-Präsident, droht jetzt mit der Entführung von Friedrich Merz. Das fänden wir unangemessen. Denn schließlich kann man unserem Kanzler keine Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorwerfen. Auch keine Korruption. Nicht mal Schwarzfahren traut man dem Mann zu, dazu müsste er ja öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Allerdings hat er, also Merz, versprochen, dass er Netanjahu nach Deutschland einlädt und dass der trotz Haftbefehl nicht befürchten müsse, verhaftet zu werden. Das wäre allerdings ein Verstoß gegen die Verpflichtungen, die Deutschland als Unterzeichnerstaat des IStGH hat (Hallo CSU, kleiner Hinweis für Eure heute beginnende Klausur im Kloster Seeon: Könntet Ihr nicht auch, neben der neuen Abschiebeoffensive, einen Austritt Deutschlands aus dem IStGH fordern – Ihr wollt doch die AfD rechts überholen)?

Aber zurück zu Maduro: Wenn das Schule machen soll, dann bitte die wirklichen Verbrecher, die Kriegstreiber, Völkermörder, machtbesessenen Despoten ins Visier nehmen – die Kandidatenliste stellt der IStGH sicher gerne zur Verfügung. Könnte sein, dass auch ein Donald Trump, selbsternannter Friedensstifter, einmal zur Rechenschaft gezogen wird für die von ihm verantworteten Untaten.


4 Comments on “Kriminelle Staatschefs kidnappen: Why not?”

  1. danke fürs re-bloggen und die aufnahme in die blog roll. salamuna bzw. schönen grüße vom afghanistan zhaghdablai.

  2. Gertrud hat moniert, dass sie keine Kommentare zu meinen Blogbeiträgen posten kann, ohne sich bei WordPress anzumelden. Das ist nervig. Ich habe keine Ahnung, wie ich das abstellen kann. Weiß jemand Rat?

  3. Am 06.01.2026 um 16:55 schrieb Gertrud Rogg:
    > Die Vorstellung, dass Trump sich einmal für sein rechtsfreies Handeln wird verantworten müssen, könnte tröstlich sein. Allein die Hoffnung darauf schwindet tagtäglich immer mehr — quasi in Korrelation zu seinen Untaten. Unglaublich, welche Freiräume sich dieser Mann in einem Regierung Jahr erarbeitet hat! Und wenn er nicht überraschend vorzeitig aus der Kurve fliegt, wird er es in seiner restlichen Amtszeit schaffen, jegliches Rechtssystem weltweit und nachhaltig zu zerstören. Denn jetzt sehen wir immer deutlicher: Niemand traut sich mehr, ihm die Stirn zu bieten. Und wo bleibt der Protest der US-Demokraten? Sie sind beleidigt, weil sie vorher nicht informiert wurden. In der Sache Maduro selbst scheinen sie sich auch auf das billige Öl zu freuen. Soviel zum Demokratiebewusstsein der Amis….
    > Viele Grüße
    > Gertrud Rogg

  4. Avatar von Unbekannt Anonym sagt:

    es ist nicht nur die materielle gier nach geld und (flüssigem) gold, die hinter diesem eklatanten völkerrechtsbruch steht. diese gier paart sich mit libertärem und neoliberalem denken und wird zu einer brandgefährlichen mischung. daß das dem herrn merz zu komplex ist, ist eigentlich bei seinem hintergrund nicht verwunderlich (zb. blackrock). der angriff auf venezuela zeugt nicht nur von psychopathischem handeln eines alten menschen in der US-regierung; dahinter steht ein ideologisch-politisches system, das seit langem ausgebaut wird (KOCH BROTHERS, heritage foundation, etc.). – nachdenken und diplomatie? gerne. die in großen teilen bellizistische EKD-denkschrift wird da allerdings nicht viel helfen.


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