Neuer Fall von Cancel Culture? TV-Schlagersendung „Immer wieder sonntags“ abgesetzt!
Veröffentlicht: 30. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Feminismus, Kultur 2 KommentareDas Fernsehpublikum ist geschockt: „Immer wieder sonntags“, eine der beliebtesten Schlagersendungen mit Stefan Mross, wird abgesetzt! Das traurige Ende nach über 30 Jahren begründet der SWR mit finanziellen Gründen. Droht das gleiche Schicksal bald auch den Sendungen „Schlagerspaß mit Andy Borg“, „Die Feste mit Florian Silbereisen“ und der „Beatrice Egli Show“?
Ohne die Schlagersendungen der chronisch gut gelaunten Dauergrinser Andy Borg, Florian Silbereisen und Stefan Mross droht das Fernsehprogramm zu einer kulturellen Wüste zu verkommen. Kein „Atemlos durch die Nacht“, kein „Hulapalu“, kein „Frauen wollen immer nur das eine“ von Roland Kaiser und kein „Weine nicht, kleine Eva“ von den Flippers mehr – unvorstellbar! Angeblich sind erste Protestschreiben bei den Programmverantwortlichen eingegangen. So etwa von der IG Bau, Steine, Erden, deren Erkennungsmelodie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ nicht mehr im Fernsehen zu hören sein wird. Die AfD soll reklamiert habe, dass im Anschluss an Dokumentationen über Hitler nicht mehr „Junge, komm bald wieder“ gespielt werden darf. Auch das in AfD-Kreisen gerne mitgegrölte „Biste braun, kriegste Fraun“ von Mickie Krause wird schmerzhaft fehlen.
Die Vermutung, dass Kulturstaatsminister Wolfram Weimar hier die Finger im Spiel hat, weist dieser natürlich zurück. Doch die gecancelten Schlagerstars wissen es besser: „Du hast mich tausendmal belogen“ (Andrea Berg) und „Warum hast du nicht nein gesagt?“ (Roland Kaiser). Wer sich in der deutschen Schlagerszene auskennt, ahnt, welche kulturelle Lücke entsteht, wenn beliebte Schlagersendungen gestrichen werden.
Kritiker*innen aus der radikalfeministischen Szene meinen zwar, in diesen Sendungen werde ein konservatives bis sexistisches Frauenbild propagiert und verweisen auf Liedtitel wie „Layla“ (schöner, jünger, geiler), „Bumsbar“ von Ikke Hüftgold oder „Zeig mir deine Möpse“ von Mickie Krause. Dabei sind diese und andere Ballermann-Titel („Saufen – morgens, mittags, abends“) aus dem sonntäglichen Betäubungsprogramm für Pflegeheimbewohner längst eliminiert – falsche Zielgruppe! Die ARD als verantwortliche Sendeanstalt und andere Mainstream-Medien wie ZDF, Phoenix und Deutschlandfunk werden sich die Frage gefallen lassen müssen, ob mit dieser Entscheidung nicht ein weiterer Schritt in Richtung linksgrüne Ausrichtung des Öffentlich-Rechtlichen Programms vollzogen wird. Mag sein, dass die lapidare Meinung in den Chefetagen dazu in Anlehnung an den beliebten Schlager der Kölner Musikgruppe „Die Höhner“ lautet: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“. Dann bleibt uns nur mit Peter Wackel zu konstatieren: „Scheiß drauf! Mallorca ist nur einmal im Jahr“.
High Noon an der Tanke: Geht den Mineralölkonzernen jetzt die Muffe?
Veröffentlicht: 28. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Innenpolitik, Wirtschaft | Tags: Mineralölkonzerne, Spritpreise 3 KommentareDer Deutschen größte Sorge eine gilt dieser Tage, während der gestrandete Buckelwal freigebaggert werden konnte, den stark gestiegenen Spritpreisen. Die Bundesregierung, den Zorn der Wählerinnen und Wähler fürchtend, greift diese Sorge auf und weist die bösen Mineralölkonzerne in die Schranken. Mit dem jetzt beschlossenen Kraftstoffmaßnahmenpaket dürfen Aral, Esso, Shell und Co. nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr mittags, den Spritpreis erhöhen. Offenbar hat die Regierung gerade eine bahnbrechende Entdeckung gemacht: Mineralölkonzerne agieren innerhalb einer kapitalistischen Wirtschaftsform und streben nach größtmöglichem Profit! Nein, sowas aber auch!
Mit den Maßnahmen der Regierung gegen die hohen Spritpreise soll dem ein Riegel vorgeschoben werden. Zweifel an der Wirksamkeit sind erlaubt. Wird es beim vorösterlichen Urlaubsverkehr zu Rangeleien an den Tankstellen kommen? Werden sich, wenn kurz vor Zwölf die Schlange an der Zapfsäule groß ist, rabiate Autofahrer – Frauen ja wohl weniger – gewaltsam den Weg zum Zapfhahn freischießen? High Noon an der Tanke?
Glaubt jemand im Ernst, dass die Preiserhöhungen in der Summe niedriger ausfallen, wenn nur einmal am Tag an der Preisschraube gedreht werden darf? Dann wird es im Zweifel doch etwa mehr sein. Absenken geht ja immer. Gut, die Konzerne müssen, so die Idee der Bundesregierung, die Preiserhöhungen plausibel begründen. Das dürfte kein Problem sein: Irgendwo ist ja immer Krieg, mal steht ein Tanker im Suezkanal quer, mal droht ein geistesgestörter US-Präsident mit neuen Zöllen. Da wird sich schon was finden lassen.
Mehr Transparenz bei den Kraftstoffpreisen hätte man durchaus schon früher durchsetzen können. Warum erst jetzt, und warum so halbherzig? Warum kein Tempolimit auf Autobahnen, keine Übergewinnsteuer? Stattdessen plant man die Erhöhung der Pendlerpauschale, und der Ausstieg aus dem Verbrenner wird erst einmal verschoben. Die Lobby der Mineralölkonzerne und der Autofahrer lässt grüßen.
Krieg dem Spritpreis: Deutschlands Autofahrer und Verbände fordern Tankrabatt!
Veröffentlicht: 17. März 2026 Abgelegt unter: Boulevard, Flüchtlinge, Humanitäre Hilfe, Internationale Politik, Krieg, Völkerrecht | Tags: Benzinpreis, Irankrieg, Libanon 2 KommentareHeilig´s Blechle! Schnappatmung an deutschen Tankstellen und in der Boulevardpresse: Angesichts gestiegener Spritpreise erschallt landesweit der Ruf nach staatlichen Hilfen. Beim Spritpreis hört beim deutschen Autofahrer bekanntlich der Spaß auf, Krieg hin oder her. Der Ruf nach dem Eingreifen des Staates ertönt besonders laut aus Kreisen, die gegen das beschlossene Verbrenner-Aus Sturm laufen, gerne auf der Autobahn ohne Tempolimit heizen und im Heizungskeller keine staatliche Bevormundung dulden.
Leute, was denn jetzt? Der Ruf nach dem Staat, wenn es uns in den Kram passt? Wir jammern über erhöhte Kosten für Benzin und Gas, während die USA und Israel den Iran und Libanon zusammenbomben und der Iran mit Raketenangriffen in der ganzen Region reagiert. In Kuba bricht erneut landesweit die Stromversorgung zusammen, weil die USA das Land mit einem Ölembargo belegen. Donald Trump denkt laut darüber nach, Kuba zu „übernehmen“ (für die Jüngeren unter uns: Das ist schon einmal ziemlich schief gegangen, nämlich 1961 bei der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht …).
Im Libanon sind inzwischen schätzungsweise 760.000 Menschen vertrieben worden; das sind mehr als zehn Prozent der Einwohner des Landes. Während die USA ihre Kanonenbootpolitik auf neue Länder ausdehnen und immer neue humanitäre Katastrophen auslösen, kürzt Deutschland die Mittel für Armutsbekämpfung und humanitäre Hilfe. Sich darüber aufzuregen wäre angemessener als über höhere Benzinpreise.
Im Übrigen ließe sich der höhere Spritpreis leicht kompensieren: Fahrgemeinschaften bilden, Fuß vom Gas, Tempo 100 auf Autobahnen, auf den ÖPNV umsteigen. Geht doch!
Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?
Veröffentlicht: 15. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Gesellschaft, Gesundheit, Wirtschaft Hinterlasse einen KommentarDie Honorare für ambulante Psychotherapie werden ab 1. April um 4,5 Prozent gekürzt. Das hat das zuständige Gremium, der Erweiterte Bewertungsausschuss, auf Druck der gesetzlichen Krankenkassen beschlossen. Die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bezeichnete die Entscheidung als „Unding“. Bundesweit hat der Beschluss zu massiven Protesten von Ärzteschaft und Psychotherapeuten geführt. Eine Petition „Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?“ hat innerhalb kurzer Zeit 250.000 Unterstützer/innen gefunden (Stand 15. März, 16 Uhr). In der Petition wird gefordert, die Abwertung der psychotherapeutischen Gesprächsleistungen zurückzunehmen, eine politische Strategie zur nachhaltigen Stärkung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung vorzulegen sowie eine Vergütungsstruktur einzuführen, die der gesellschaftlichen Bedeutung psychischer Gesundheit gerecht wird.
Die Kürzung wird zur Folge haben, dass sich die jetzt schon angespannte Versorgung von psychisch erkrankten Menschen, die gesetzlich versichert sind, verschlechtern wird. Der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung ist bekanntermaßen hoch, die Wartezeiten für eine Behandlung zum Teil lang.

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) reagierte mit Entrüstung auf die Entscheidung. „Eine pauschale Kürzung nach dem Rasenmäherprinzip ist ein fatales Signal für die Versorgung psychisch kranker Menschen“, erklärte die zweite stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVB, Claudia Ritter-Rupp. Gerade in einer Zeit, die von vielfältigen Krisen, internationalen Konflikten und gesellschaftlichen Belastungen geprägt sei, steige der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung erheblich an. Viele Menschen fühlten sich verunsichert und stünden unter starkem psychischem Druck. Das führe auch dazu, dass psychische Erkrankungen bereits heute besonders lange Arbeitsunfähigkeitszeiten verursachten.
Catrin Steiniger, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) warnt vor den Folgen der Absenkung: „Das Versorgungsnetz für Menschen in psychischen Krisen wird durch diese Entscheidung mutwillig beschädigt … „Wer die ambulante Psychotherapie finanziell aushöhlt, nimmt in Kauf, dass das gesamte System der psychischen Gesundheit in der Fläche instabil wird. Diese Kürzung ist kein Sparbeitrag, sondern gefährdet direkt die Patientenversorgung – gerade auch in ländlichen Regionen.“
In Freiburg und ganz Baden-Württemberg formiert sich aktuell massiver Protest gegen die geplanten Honorarkürzungen. Am 21.03. ist eine Demonstration in Freiburg in Vorbereitung; am 28. März sollen in Stuttgart und anderen Städten (Hamburg, Hannover, München …) Demonstrationen stattfinden – Details dazu sind noch nicht bekannt. Wir werden weiter über die Entwicklung des Protestes berichten.
Frauen auf Sofalandschaften: Ein Beitrag zum Internationalen Frauentag
Veröffentlicht: 8. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Feminismus, Gesellschaft Hinterlasse einen KommentarNicht nur am heutigen Internationalen Frauentag treibt mich eine der ungelösten Fragen der Menschheit um: Warum werden in Möbelprospekten auf Sofalandschaften immer nur Frauen abgebildet? Adrett gekleidet, in Zeitschriften blätternd oder einfach nur gelangweilt vor sich hin sinnierend? Sind die Kinder in der Kita, ist der Mann bei der Arbeit, die Hausarbeit erledigt? Rätsel über Rätsel. Die FAZ titelte mal von einigen Jahren: „Frauen wollen Kissen, Männer klare Kante“. Das könnte passen. Das Sofa, Ort häuslicher Gemütlichkeit, als unbestrittene Domäne der Frau.
Nun ist die kommerzielle Werbung nicht bekannt für ein fortschrittliches Frauenbild, Gleichstellung hin oder her. „Bauknecht weiß, was Frauen wünschen“ und so. Ob die empirisch-feministische Sofaforschung herausgefunden hat, dass sich mit Frauen auf Sofalandschaften höhere Verkaufszahlen für das Sitzmöbel erzielen lassen, wissen wir nicht. Eine recht neue Studie über Frauenbilder in der TV-Werbung hat u.a. ergeben: „Die Werbebranche ist auf dem Weg zu realistischeren und vielfältigeren Frauenbildern. Doch viele Stereotype bleiben bestehen – insbesondere in Hinblick auf Alter und Körperbild.“

Ob es sich aber für mehr Gleichberechtigung ausgerechnet in der kommerziellen Werbung zu kämpfen lohnt? Dann schon eher dafür, dass Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mindestens in gleichen Maße wie Männer an entscheidenden Machtpositionen beteiligt werden. Man stelle sich bloß vor, der nächste Weltwirtschaftsgipfel sähe so aus …
Tax the rich: Brauchen wir wieder eine Vermögenssteuer?
Veröffentlicht: 1. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Gesellschaft, Innenpolitik, Wirtschaft | Tags: tax the rich, Vermögensssteuer Ein KommentarHeute mal was zum Aufregerthema „Vermögenssteuer“. Politiker*innen der Linken fordern, Reiche abzuschaffen. Im Falle von Heidi Reichinnek könnte man das mit ihrem Namen erklären („Reichinnek will Reiche weg“ oder so?). Auch Katharina Reiche, die neue Wirtschaftsministerin, hat – Überraschung! – nichts gegen Reiche und lehnt Steuererhöhungen ab. Aber lassen wir die Kalauer: Deutschland hat mit 176 die viertmeisten Milliardäre weitweit (andere Quellen wie das Manager Magazin zählen sogar 256). Das steht im Bericht zur sozialen Ungleichheit, den Oxfam Deutschland am 19.01.2026 veröffentlicht hat.
Reiche werden immer reicher
Danach ist das Vermögen in Deutschland extrem ungleich verteilt. Die reichsten 10% besitzen rund 60% des Gesamtvermögens. Der Bericht zeigt auch, dass das Vermögen der reichsten Menschen schneller steigt als das Durchschnittsvermögen. Es ist seit 2020 um über 80% gestiegen. Würde man die Vorschläge der Linken zur Vermögenssteuer umsetzen, könnte der Staat 108 Milliarden Euro einnehmen, laut einer Studie des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) sogar bis zu 147 Milliarden. Natürlich will die Linke die Superreichen nicht abschaffen, sondern sie will die seit 1997 ausgesetzte Vermögenssteuer wieder einführen und damit die Superreichen stärker an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligen.
„Leistungsträger dürfen nicht bestraft werden“
Wirtschaftsverbände, konservative Parteien, Hubert Aiwanger, Friedrich Merz und Menschen mit großem Vermögen lehnen eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer ab. Hauptargument: Damit würden die Leistungsträger unser Gesellschaft bestraft. Außerdem würde Steuerflucht begünstigt. Manche, wie der Herausgeber der Welt-Gruppe Ulf Poschardt, plädieren sogar für mehr Ungleichheit. Poschardt ist Porsche- und Ferrarifahrer und hält Raserei auf Autobahnen für einen Ausdruck von Freiheit. Den muss man also nicht wirklich ernstnehmen.
„Tax me now“: Vermögende für größere Steuergerechtigkeit
Es gibt allerdings auch Vermögende, die sich unter dem Motto „Taxmenow“ für eine größere Steuergerechtigkeit in Form einer verfassungskonformen, privilegienfreien Erbschaftsteuer einsetzen.
Im folgenden 13-minütigen Video kommen Befürworter und Gegner einer Vermögenssteuer zur Sprache. So meint zum Beispiel der bayrische Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger (der mit der Schulranzenaffäre): „Ein Milliardär ist ja nicht ein Taugenichts“ – und fügt hinzu (man achte auf die Argumentationstiefe): „Der Milliardär ist ja auch nicht glücklicher als der Andere …“.
