Warum Männer weinen: Neue Erkenntnisse aus der feministischen Fußballforschung
Veröffentlicht: 16. Mai 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Sport Hinterlasse einen KommentarDass Jungs oder Männer nicht weinen, kann man getrost als nicht mehr zeitgemäßes Erziehungsideal abtun. Falsch ist auch die von Herbert Grönemeyer in seinem Song „Männer“ verbreitete Mär, dass Männer heimlich weinen. „Immer mehr Männer weinen öffentlich“ titelte etwa die Berliner Zeitung am 26.03.2017 und stellte fest, dass das bei den Frauen gut ankommt. Es gilt nicht mehr als Kontrollverlust, wenn Männer, insbesondere solche mit Promistatus, öffentlich das Wasser nicht halten können und ihrer (durchaus vorhandenen!) Emotionalität sichtbar freien Lauf lassen. Weinende Männer sind jetzt „hot“, wie Anne Feldkamp am 12. Jänner 2026 in einer Kolumne für „Der Standard“ schreibt.
Das wäre nun keinen Blogbeitrag wert, hätte nicht heute die Badische Zeitung zu Anlässen für männliches Weinen aufschlussreiche Details veröffentlicht. Und hier kommt, wir hatten es schon vermutet, der Fußball ins Spiel. Nach einer verlorenen Kickerei sieht man Männer kollektiv Rotz und Wasser heulen. Manchmal sogar vor Freude über einen unverhofften Sieg. So erzählte laut Badischer Zeitung Lukas Kübler, Spieler des SC Freiburg, der zwei Tore im entscheidenden Europa-League-Rückspiel erzielt hatte: „Da kamen Familienväter auf mich zu und sagten: Sie hätten Tränen in den Augen gehabt bei der Geburt der Söhne. Und jetzt das dritte Mal“.
Nun muss man in solche Aussagen nicht allzu viel hineininterpretieren. Und manches wird ja auch von den Medien hochsterilisiert, wie der Fußballer Bruno Labbadia einst meinte. Aber was uns hier doch nachdenklich stimmen muss: Familienväter (!), die bei der Geburt ihrer Söhne (!!) weinten und danach erst wieder bei den Toren von Lukas Kübler (!!!). Die von feministischem Zorn triefenden Leserbriefe werden nicht auf sich warten lassen. Zur Ehrenrettung der Männer wollen wir mal annehmen, dass Familienväter auch bei der Geburt von Töchtern zu Tränen gerührt sein können und dass sie auch jenseits von Fußballstadien manches zum Heulen finden.
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