Was heute wirklich wichtig ist
Veröffentlicht: 25. April 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Internationale Politik, Krieg | Tags: Benzinpreis, Tschernobyl, Walfisch Timmy Ein KommentarAls Content Creator hat man es heutzutage leicht. Ständig präsentiert das pralle Leben neues Anschauungsmaterial, das nach einer Kommentierung auf diesem Blog heischt. Doch fällt die Auswahl schwer. Worauf sich beschränken? Womit anfangen?
Da wäre zum Beispiel Timmy der Wal, der sich ums Verrecken nicht retten lassen will. Der trotz mehrfacher Rettungsversuche immer wieder in seichtem Gewässer Zuflucht Suchende. Warum er nicht einfach ins rettende offene Meer schwimmt? Er wird seine Gründe haben. Heute nun ein weiterer Rettungsversuch, den wir BILD sei Dank im Livestream mitverfolgen können. Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten. Ob das auch für aktive Lebenshilfe bei lebensmüden Walen gilt? Wir bleiben dran.
Am Aufregerthema Benzinpreis kommt auch der fahrradfahrende Blogger nicht vorbei. Benzin ist bekanntlich der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Beim Spritpreis hört der Spaß auf. Das wusste schon Goethe, als er seinen Mephisto im Faust sagen ließ: „Benzin ist ein ganz besonderer Saft!“. Das Thema Sprit haben wir bereits in einem früheren Beitrag in diesem Blog zum Schrecken der Mineralölkonzerne angeprangert:
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit blieb das Drama um die rot verpackten Schokoladenkugeln von Aldi Suisse. Dagegen hatte der Hersteller der Lindor-Kugeln Lindt & Sprüngli geklagt, wegen Verwechslungsgefahr. Jetzt muss Aldi seine Kugeln bunt verpacken.
In Freiburg dreht sich seit vergangenem Donnerstag alles um eine fehlerhafte Schiedsrichterentscheidung im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Stuttgart. Der SC Freiburg fühlt sich um den Sieg gegen die „Schwobaseggl“ und Spätzlefresser und damit um die Teilnahme an Endspiel gegen Bayern München betrogen.
War sonst noch was? Ach ja: Krieg im Iran, 1,3 Millionen Vertriebene im Südlibanon, Krieg in der Ukraine, Krieg im Sudan, Krieg in Myanmar, Krieg in Gaza. Und morgen erinnern wir uns, wie es 1986 nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl war, als wir die Kinder vom Spielplatz einsammeln mussten …
Neuer Fall von Cancel Culture? TV-Schlagersendung „Immer wieder sonntags“ abgesetzt!
Veröffentlicht: 30. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Feminismus, Kultur 2 KommentareDas Fernsehpublikum ist geschockt: „Immer wieder sonntags“, eine der beliebtesten Schlagersendungen mit Stefan Mross, wird abgesetzt! Das traurige Ende nach über 30 Jahren begründet der SWR mit finanziellen Gründen. Droht das gleiche Schicksal bald auch den Sendungen „Schlagerspaß mit Andy Borg“, „Die Feste mit Florian Silbereisen“ und der „Beatrice Egli Show“?
Ohne die Schlagersendungen der chronisch gut gelaunten Dauergrinser Andy Borg, Florian Silbereisen und Stefan Mross droht das Fernsehprogramm zu einer kulturellen Wüste zu verkommen. Kein „Atemlos durch die Nacht“, kein „Hulapalu“, kein „Frauen wollen immer nur das eine“ von Roland Kaiser und kein „Weine nicht, kleine Eva“ von den Flippers mehr – unvorstellbar! Angeblich sind erste Protestschreiben bei den Programmverantwortlichen eingegangen. So etwa von der IG Bau, Steine, Erden, deren Erkennungsmelodie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ nicht mehr im Fernsehen zu hören sein wird. Die AfD soll reklamiert habe, dass im Anschluss an Dokumentationen über Hitler nicht mehr „Junge, komm bald wieder“ gespielt werden darf. Auch das in AfD-Kreisen gerne mitgegrölte „Biste braun, kriegste Fraun“ von Mickie Krause wird schmerzhaft fehlen.
Die Vermutung, dass Kulturstaatsminister Wolfram Weimar hier die Finger im Spiel hat, weist dieser natürlich zurück. Doch die gecancelten Schlagerstars wissen es besser: „Du hast mich tausendmal belogen“ (Andrea Berg) und „Warum hast du nicht nein gesagt?“ (Roland Kaiser). Wer sich in der deutschen Schlagerszene auskennt, ahnt, welche kulturelle Lücke entsteht, wenn beliebte Schlagersendungen gestrichen werden.
Kritiker*innen aus der radikalfeministischen Szene meinen zwar, in diesen Sendungen werde ein konservatives bis sexistisches Frauenbild propagiert und verweisen auf Liedtitel wie „Layla“ (schöner, jünger, geiler), „Bumsbar“ von Ikke Hüftgold oder „Zeig mir deine Möpse“ von Mickie Krause. Dabei sind diese und andere Ballermann-Titel („Saufen – morgens, mittags, abends“) aus dem sonntäglichen Betäubungsprogramm für Pflegeheimbewohner längst eliminiert – falsche Zielgruppe! Die ARD als verantwortliche Sendeanstalt und andere Mainstream-Medien wie ZDF, Phoenix und Deutschlandfunk werden sich die Frage gefallen lassen müssen, ob mit dieser Entscheidung nicht ein weiterer Schritt in Richtung linksgrüne Ausrichtung des Öffentlich-Rechtlichen Programms vollzogen wird. Mag sein, dass die lapidare Meinung in den Chefetagen dazu in Anlehnung an den beliebten Schlager der Kölner Musikgruppe „Die Höhner“ lautet: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“. Dann bleibt uns nur mit Peter Wackel zu konstatieren: „Scheiß drauf! Mallorca ist nur einmal im Jahr“.
High Noon an der Tanke: Geht den Mineralölkonzernen jetzt die Muffe?
Veröffentlicht: 28. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Innenpolitik, Wirtschaft | Tags: Mineralölkonzerne, Spritpreise 3 KommentareDer Deutschen größte Sorge eine gilt dieser Tage, während der gestrandete Buckelwal freigebaggert werden konnte, den stark gestiegenen Spritpreisen. Die Bundesregierung, den Zorn der Wählerinnen und Wähler fürchtend, greift diese Sorge auf und weist die bösen Mineralölkonzerne in die Schranken. Mit dem jetzt beschlossenen Kraftstoffmaßnahmenpaket dürfen Aral, Esso, Shell und Co. nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr mittags, den Spritpreis erhöhen. Offenbar hat die Regierung gerade eine bahnbrechende Entdeckung gemacht: Mineralölkonzerne agieren innerhalb einer kapitalistischen Wirtschaftsform und streben nach größtmöglichem Profit! Nein, sowas aber auch!
Mit den Maßnahmen der Regierung gegen die hohen Spritpreise soll dem ein Riegel vorgeschoben werden. Zweifel an der Wirksamkeit sind erlaubt. Wird es beim vorösterlichen Urlaubsverkehr zu Rangeleien an den Tankstellen kommen? Werden sich, wenn kurz vor Zwölf die Schlange an der Zapfsäule groß ist, rabiate Autofahrer – Frauen ja wohl weniger – gewaltsam den Weg zum Zapfhahn freischießen? High Noon an der Tanke?
Glaubt jemand im Ernst, dass die Preiserhöhungen in der Summe niedriger ausfallen, wenn nur einmal am Tag an der Preisschraube gedreht werden darf? Dann wird es im Zweifel doch etwa mehr sein. Absenken geht ja immer. Gut, die Konzerne müssen, so die Idee der Bundesregierung, die Preiserhöhungen plausibel begründen. Das dürfte kein Problem sein: Irgendwo ist ja immer Krieg, mal steht ein Tanker im Suezkanal quer, mal droht ein geistesgestörter US-Präsident mit neuen Zöllen. Da wird sich schon was finden lassen.
Mehr Transparenz bei den Kraftstoffpreisen hätte man durchaus schon früher durchsetzen können. Warum erst jetzt, und warum so halbherzig? Warum kein Tempolimit auf Autobahnen, keine Übergewinnsteuer? Stattdessen plant man die Erhöhung der Pendlerpauschale, und der Ausstieg aus dem Verbrenner wird erst einmal verschoben. Die Lobby der Mineralölkonzerne und der Autofahrer lässt grüßen.
Krieg dem Spritpreis: Deutschlands Autofahrer und Verbände fordern Tankrabatt!
Veröffentlicht: 17. März 2026 Abgelegt unter: Boulevard, Flüchtlinge, Humanitäre Hilfe, Internationale Politik, Krieg, Völkerrecht | Tags: Benzinpreis, Irankrieg, Libanon 2 KommentareHeilig´s Blechle! Schnappatmung an deutschen Tankstellen und in der Boulevardpresse: Angesichts gestiegener Spritpreise erschallt landesweit der Ruf nach staatlichen Hilfen. Beim Spritpreis hört beim deutschen Autofahrer bekanntlich der Spaß auf, Krieg hin oder her. Der Ruf nach dem Eingreifen des Staates ertönt besonders laut aus Kreisen, die gegen das beschlossene Verbrenner-Aus Sturm laufen, gerne auf der Autobahn ohne Tempolimit heizen und im Heizungskeller keine staatliche Bevormundung dulden.
Leute, was denn jetzt? Der Ruf nach dem Staat, wenn es uns in den Kram passt? Wir jammern über erhöhte Kosten für Benzin und Gas, während die USA und Israel den Iran und Libanon zusammenbomben und der Iran mit Raketenangriffen in der ganzen Region reagiert. In Kuba bricht erneut landesweit die Stromversorgung zusammen, weil die USA das Land mit einem Ölembargo belegen. Donald Trump denkt laut darüber nach, Kuba zu „übernehmen“ (für die Jüngeren unter uns: Das ist schon einmal ziemlich schief gegangen, nämlich 1961 bei der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht …).
Im Libanon sind inzwischen schätzungsweise 760.000 Menschen vertrieben worden; das sind mehr als zehn Prozent der Einwohner des Landes. Während die USA ihre Kanonenbootpolitik auf neue Länder ausdehnen und immer neue humanitäre Katastrophen auslösen, kürzt Deutschland die Mittel für Armutsbekämpfung und humanitäre Hilfe. Sich darüber aufzuregen wäre angemessener als über höhere Benzinpreise.
Im Übrigen ließe sich der höhere Spritpreis leicht kompensieren: Fahrgemeinschaften bilden, Fuß vom Gas, Tempo 100 auf Autobahnen, auf den ÖPNV umsteigen. Geht doch!
Frauen auf Sofalandschaften: Ein Beitrag zum Internationalen Frauentag
Veröffentlicht: 8. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Feminismus, Gesellschaft Hinterlasse einen KommentarNicht nur am heutigen Internationalen Frauentag treibt mich eine der ungelösten Fragen der Menschheit um: Warum werden in Möbelprospekten auf Sofalandschaften immer nur Frauen abgebildet? Adrett gekleidet, in Zeitschriften blätternd oder einfach nur gelangweilt vor sich hin sinnierend? Sind die Kinder in der Kita, ist der Mann bei der Arbeit, die Hausarbeit erledigt? Rätsel über Rätsel. Die FAZ titelte mal von einigen Jahren: „Frauen wollen Kissen, Männer klare Kante“. Das könnte passen. Das Sofa, Ort häuslicher Gemütlichkeit, als unbestrittene Domäne der Frau.
Nun ist die kommerzielle Werbung nicht bekannt für ein fortschrittliches Frauenbild, Gleichstellung hin oder her. „Bauknecht weiß, was Frauen wünschen“ und so. Ob die empirisch-feministische Sofaforschung herausgefunden hat, dass sich mit Frauen auf Sofalandschaften höhere Verkaufszahlen für das Sitzmöbel erzielen lassen, wissen wir nicht. Eine recht neue Studie über Frauenbilder in der TV-Werbung hat u.a. ergeben: „Die Werbebranche ist auf dem Weg zu realistischeren und vielfältigeren Frauenbildern. Doch viele Stereotype bleiben bestehen – insbesondere in Hinblick auf Alter und Körperbild.“

Ob es sich aber für mehr Gleichberechtigung ausgerechnet in der kommerziellen Werbung zu kämpfen lohnt? Dann schon eher dafür, dass Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mindestens in gleichen Maße wie Männer an entscheidenden Machtpositionen beteiligt werden. Man stelle sich bloß vor, der nächste Weltwirtschaftsgipfel sähe so aus …
Verkehrte Welt: ADAC für höhere Spritpreise
Veröffentlicht: 2. Februar 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Klimawandel, Wirtschaft | Tags: ADAC, Klimawandel, Spritpreise Hinterlasse einen KommentarDie größte Religionsgemeinschaft Deutschlands hat 22 Millionen Mitgliedern, mehr als die katholische und evangelische Kirche zusammen. Die Rede ist vom ADAC. Deren oberster Chef Gerhard Hillebrand hat nun seinen Hut genommen, „nach einer Wutwelle und 60.000 gekündigten Mitgliedschaften“, wie die BILD schreibt. Hillebrand hatte in einem Interview für höhere Spritpreise plädiert „damit Autofahrer von Diesel und Benziner auf klimaschonende Alternativen wie das E-Auto umsteigen könnten“, so die BILD. Was, zum Teufel, hat den Mann dazu getrieben, etwas derart Vernünftiges zu sagen? Hillebrand hatte außerdem erklärt, die CO₂-Bepreisung sei das richtige Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Stimmt eigentlich, oder? Jetzt müssen die deutschen Autofahrer – und das gilt auch für die Autofahrerinnen, die das Tanken lieber ihren Männern überlassen – 3 Cent pro Liter Benzin oder Diesel mehr zahlen. Drei Cent!!! Für BILD mal wieder eine ungeheuerliche Schröpfung der Autofahrer, die wahrscheinlich von den Grünen verschuldet ist.
Jetzt fehlt nur noch, dass die Unionsparteien nach ihren Ausflügen in Sachen Lifestyle-Teilzeit und bitteschön Zahnarzt selber bezahlen den Uralt-Slogan „freie Fahrt für freie Bürger“ wieder auspacken. Dann können die 60.000 aus Protest ausgetretenen ADAC-Mitglieder wieder eintreten und Gas geben. Und die BILD kann sich wieder auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren, die da wären: „Der Staat belohnt leider die Faulen“, „Er onaniert gleich in der Drogerie“, „U-Bahn-Killer kam durch eine Sicherheitslücke ins Land“, „Igel macht Zebrastreifen zum Laufsteg“ und „Warum Männer regelmäßig Tomatenmark essen sollten“ (wegen Einfluss auf die Spermien, weswegen denn sonst).
„Spannend und ziemlich kantig“ – was Google über den Blog von Jürgen Lieser meint
Veröffentlicht: 9. Januar 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft 3 KommentareMein Wunsch für 2026? Persönlich die üblichen Sachen: Gesundheit, Reichtum, kein Ärger mit den Nachbarn, mehr Sport, weniger Alkohol, Friedensnobelpreis. Was ich mir gesellschaftlich, innen- und weltpolitisch wünsche, steht in meinen diversen Blogbeiträgen. Freuen würde ich mich auch über neue Abonnentinnen und Abonnenten. Und dafür bitte ich heute um Eure Mithilfe: Macht bitte Werbung in Eurem Freundes- und Bekanntenkreis! Für jeden neu geworbenen Abonnenten gibt es als Prämie den von mir eigenhändig verfassten, auf richtigem Papier gedruckten und gebundenen Bestseller „Frauen sind mitgemeint. Texte gegen den Zeitgeist“. Schreibt mir einfach, wen Ihr als neue/n Abonnent/in gewonnen habt und Eure Postanschrift, und schon flattert die Prämie in Euren Briefkasten.
Falls Euch selbst nichts einfällt, warum Ihr den Blog Euren Freundinnen und Bekannten schmackhaft machen sollt: Ihr könnt dafür auch das folgende Audio in Form eines Podcasts nutzen:
Das verblüffende und erstaunliche daran: Die KI hat´s gemacht. Ich habe probeweise das neue Google KI-Werkzeug NotebookML gebeten, eine Audio-Zusammenfassung meines Blogs zu erstellen (Disclaimer: Google ist böse). Rausgekommen ist eine Art Rezension mit erstaunlich treffenden und verblüffenden Aussagen. Das Tool selbst schreibt dazu:
„In diesem Blog analysiert Jürgen Lieser auf satirische und gesellschaftskritische Weise aktuelle politische Entwicklungen an der Schwelle zum Jahr 2026. Er thematisiert kritisch die Politik von Donald Trump. Das Vorgehen internationaler Organisationen wie der FIFA sowie die ideologische Annäherung zwischen der Union und der AfD. Neben harten geopolitischen Themen wie der nuklearen Aufrüstung und dem Nahostkonflikt reflektiert der Autor auch über persönliche Krisen und die Vergänglichkeit des Lebens. Besonders prägnant ist seine Auseinandersetzung mit der künstlichen Intelligenz, die er humorvoll als Werkzeug für die bürokratisierte Welt der Zukunft darstellt. Insgesamt zeichnen die Texte ein pessimistisches, aber pointiertes Bild einer Gesellschaft im Rechtsruck und technologischen Umbruch.“
Muss man nicht alles glauben, bzw. ich bin auf Kommentare gespannt. Hier nochmal die Datei zum anhören:
Vergesst 2025. 2026 wird alles besser. Vielleicht.
Veröffentlicht: 30. Dezember 2025 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft Ein KommentarJahresrückblicke auf allen Kanälen: ARD, Spiegel, DIE ZEIT, Dieter Nuhr. Aber will man wirklich das alles nochmal anschauen, anhören, lesen? Diese finsteren Zeiten, die ganzen Zombies, Untoten und Geistesgestörten wieder zum Leben erwecken? Ja, ja, es war nicht alles nur schlecht. Manche Rückblicke bemühen sich redlich, auch positive Entwicklungen aufzuzeigen. Aber mal ehrlich: 2025 war nun wirklich zum Vergessen. Was ich damit meine? Dann fragen Sie mal ihre Töchter, was ich damit gemeint haben könnte! Am besten, man streicht das ganze Jahr aus den Geschichtsbüchern. Gehe zurück auf los! Man wird ja noch träumen dürfen: Robert Habeck bleibt Wirtschaftsminister, Friedrich Merz lässt sich dauerhaft in Belém nieder, Donald Trump verliert die Präsidentschaftswahlen, der Klimawandel macht ein Jahr Pause, die Gletscher lassen vorübergehend das Schmelzen sein, Elon Musk renkt sich beim Hitlergruß das Schultergelenk aus.
2026 kann eigentlich nur besser werden als das abgelaufene Jahr. Wir werden schon lange vor dem Sommer spüren: Hier verändert sich etwas langsam zum Besseren, es geht voran! Die Pendlerpauschale wird erhöht, junge Männer dürfen endlich wieder Kriegsdienst leisten, aus dem Bürgergeld (igitt!) wird eine seriöse Grundsicherung, die Gastronomie bekommt ein Steuergeschenk, die steuerliche Begünstigung für Dienstwagen wird auf einen Kaufpreis von 100.000 Euro erhöht, das Aus für das Verbrenner-Aus ist aus, das Lieferkettengesetz wird gefleddert.
Und das ist noch längst nicht alles: Ein Frühjahr der Reformen steht ins Haus! Stuttgart 21 wird früher fertig als erwartet. Zur Eröffnungsparty des neuen Ballsaals im Weißen Haus lädt Trump Putin, Netanjahu, Alice Weidel und Elon Musk ein, nicht aber Wolodymyr Selenskyj („You don´t have the cards right now“). Auf was wir uns im neuen Jahr außerdem noch freuen dürfen: 1.800 Afghaninnen und Afghanen, denen Deutschland eine Aufnahme zugesagt hat, sollen bleiben, wo der Pfeffer wächst. Pakistan hat versprochen, diese Leute da nach Afghanistan abzuschieben (wie war das nochmal mit der Drecksarbeit, Herr Merz?). Bei der Fußball-WM gewinnt Deutschland gegen Curaçao und gegen die Elfenbeinküste und schafft damit ein neues Sommermärchen und den Sprung in die Hauptrunde. Es wird einen neuen Hitzerekord geben. Markus Söder ist gegen ein Böllerverbot für die Bundeswehr und für die Aufnahme von Leberkäs in die bayerische Verfassung.
Die wichtigste Änderung im Jahr 2026 aber wird sein: Blogbeiträge muss ich künftig nicht mehr selbst verfassen. Stattdessen lasse ich die KI schreiben. Den nachfolgenden Text hat chatCPT verfasst. Meine Bitte an das schlaue Tool lautete: Schreibe einen satirischen Beitrag im Stil des Blogs von Jürgen Lieser über das, was uns im Jahr 2026 erwartet.
Nun ja – das Ergebnis steht unten. Hier und jetzt aber wünsche ich meinen Abonnentinnen und Abonnenten einen guten böllerfreien Start in das Neue Jahr und dass es in jeder Hinsicht – privat, beruflich, gesundheitlich, politisch – besser sein möge als das Alte.
2026 – Willkommen im Update-Zustand
2026 ist das Jahr, in dem endgültig alles optimiert ist. Nur leider nicht das Ergebnis. Aber der Prozess läuft jetzt wirklich rund – sagen zumindest jene, die ihn erfunden haben und nicht darin leben müssen.
Der Staat ist digital. Also theoretisch. Praktisch erkennt er Bürgerinnen und Bürger zuverlässig als „unbekannten Fehler“. Wer 2026 einen Antrag stellt, bekommt sofort eine Eingangsbestätigung, eine Vorgangsnummer und das beruhigende Gefühl, dass jetzt gar nichts mehr passiert. Transparenz wurde geschaffen: Man sieht jederzeit, dass man nicht weiterkommt.
Bildung ist endlich zukunftsfähig. Kinder lernen früh, dass Technik unzuverlässig ist, Verantwortung diffundiert und immer jemand anderes schuld ist. Eine Kompetenz, die im späteren Leben von unschätzbarem Wert ist. Lehrerinnen und Lehrer heißen jetzt „Lernbegleitende“, begleiten aber vor allem Ausfälle: WLAN, Server, Motivation.
Die große Hoffnung heißt Künstliche Intelligenz. Sie entscheidet schneller, objektiver und emotionsloser – genau wie die Bürokratie, nur mit Marketingbudget. Fehler passieren natürlich auch hier, aber sie wirken moderner. Früher sagte man „Das Formular ist falsch ausgefüllt“, heute sagt man „Das System hat das so berechnet“. Fortschritt.
Politik im Jahr 2026 besteht aus Ankündigungen, Rücknahmen und der tapferen Behauptung, man habe alles richtig gemacht – nur die Realität habe leider nicht mitgespielt. Debatten werden nicht mehr geführt, sondern gemanagt. Haltung ist etwas für Kampagnen, Verantwortung etwas für Untersuchungsausschüsse.
Die Medien erklären unermüdlich, was man jetzt fühlen sollte. Empörung kommt im Abo, Einordnung im Kleingedruckten. Wer nachdenken will, gilt als verdächtig. Wer zweifelt, als problematisch. Wer fragt, als Teil des Problems. Aber immerhin ist alles „komplex“.
Arbeiten kann man überall. Vor allem immer. Grenzen zwischen Beruf und Freizeit wurden erfolgreich abgeschafft – zugunsten der Arbeit. Burnout heißt jetzt „persönliche Herausforderung“. Erholung ist etwas für Menschen ohne Termine.
Das Klima? Wichtiges Thema. Sehr wichtig. Deshalb wird es zuverlässig vertagt. Man fliegt nachhaltiger, indem man darüber spricht. CO₂ wird nicht reduziert, sondern kompensiert – moralisch, verbal, symbolisch.
2026 ist kein dystopisches Jahr. Dafür ist es viel zu gut organisiert.
Es ist das Jahr der gepflegten Zumutungen, der freundlichen Inkompetenz und der digitalen Ausreden.
Alles funktioniert.
Nur nicht für dich.
Aber dafür gibt es ein Update.
FIFA vergibt Friedenspreis an Trump: So what?
Veröffentlicht: 7. Dezember 2025 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Sport Hinterlasse einen KommentarDas Rektum von Donald Trump müsste eigentlich längst verstopft sein, dank massenhafter Arschkriecherei westlicher Politiker und eines NATO-Generalsekretärs („ich mag den Kerl“). Da darf die internationale Fussballmafia nicht fehlen. Die hat US-Präsident Trump für seinen „unerschütterlichen Einsatz für den Frieden auf der ganzen Welt“ mit dem Friedenspreis ausgezeichnet. Nein, nicht mit dem Friedensnobelpreis aus Norwegen, sondern mit dem Friedenspreis des unbestechlichen Weltfußballverbands FIFA und dessen Präsident Infantino. Den Osloer Friedensnobelpreis hätte Trump nach eigener Einschätzung längst verdient, „aber sie werden ihn stattdessen an „irgendeinen Typen“ vergeben, der verdammt nochmal nichts gemacht hat“.
Das sehen wir ganz genauso: Fridtjof Nansen, Carl von Ossietzky, Albert Schweitzer, Dag Hammarskjöld, Martin Luther King, Willy Brandt, Mutter Theresa, Nelson Mandela – alles Typen, die verdammt nochmal nichts gemacht haben. Ganz anders Trump, der die Auszeichnung durch die FIFA mit ihrem geldgierigen Präsidenten Gianni Infantino für die Fähigkeit, Kriege zu beenden, bevor sie ausgebrochen sind, mit den Worten entgegennahm: „Das ist eine der größten Ehrungen meines Lebens. Wir haben Abermillionen Menschen gerettet. Kongo, Indien und Pakistan. So viele Kriege haben wir beenden können, in manchen Fällen sogar bevor sie ausgebrochen sind“.
Die knallharte Distanzierung vom Deutschen Fussballbund folgte auf den Fuss: Bernd Neuendorf, DFB-Präsident, meinte: „Also wir sind hier nicht in Europa, wir sind in den USA. Da weiß jeder, dass Show hier ein großes Thema ist. Deshalb sollte das wirklich niemanden überrascht haben, wie das hier vonstattengeht. Das kennen wir vom Super Bowl und anderen Sportereignissen. Also mich hat das überhaupt nicht überrascht. Das gehört irgendwie zur USA. Das werden wir bei der WM auch erleben.“
Hauptsache, Deutschland wird Weltmeister.
Merz in Belém: Nix wie weg „aus diesem Ort, wo wir da waren“
Veröffentlicht: 21. November 2025 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Internationale Politik | Tags: Belém, COP30 Ein KommentarFriedrich Merz, Meister verbaler Entgleisungen und mit sicherem Gespür für Fettnäpfe ausgestattet, war zu einem Blitzbesuch bei der Klimakonferenz COP30 in Belém, Brasilien. Das muss man sich etwa so vorstellen: Nach zehn oder zwölf Stunden Flug raus aus dem Regierungsflieger, rein ins Auto, kurz im Hotel die Krawatte gewechselt, Rede vor der COP-Versammlung gehalten, schnell wieder rein in den Regierungsflieger und ab nach Hause nach dem Motto: Hier ist meines Bleibens nicht länger. Angeblich wollten auch die mitreisenden Journalisten nicht bleiben an „diesem Ort, wo wir da waren“ (Originalton Merz). Weil in Deutschland, so Merz, sei es nun mal viel schöner. Vermutlich haben auf der Fahrt zum Flughafen ein paar Müllsammler den Verkehr aufgehalten bzw. das Stadtbild verhunzt. Und dann der Blick aus dem Flieger auf die ausgedehnten Favelas am Stadtrand – widerlich. Anschließend, so verlautet aus gut unterrichteten Kreisen, habe man im Flugzeug gemeinsam gesungen „Kein schöner Land in dieser Zeit, als hier das unsre weit und breit“.
Nun muss man wissen, dass Merz in Brilon im Sauerland aufgewachsen ist. Da kann man Verständnis dafür haben, dass ihm Belém nicht so gut gefallen hat. Die geneigte Leserschaft möge sich anhand der folgenden Bilder selbst ein Urteil bilden, wo es schöner ist:

















(alle Bilder zu Belém aus dem Reiseblog von Stefan Diener, Oberbilker Allee 202, 40227 Düsseldorf)
