Neuer Fall von Cancel Culture? TV-Schlagersendung „Immer wieder sonntags“ abgesetzt!

Das Fernsehpublikum ist geschockt: „Immer wieder sonntags“, eine der beliebtesten Schlagersendungen mit Stefan Mross, wird abgesetzt! Das traurige Ende nach über 30 Jahren begründet der SWR mit finanziellen Gründen. Droht das gleiche Schicksal bald auch den Sendungen „Schlagerspaß mit Andy Borg“, „Die Feste mit Florian Silbereisen“ und der „Beatrice Egli Show“?

Ohne die Schlagersendungen der chronisch gut gelaunten Dauergrinser Andy Borg, Florian Silbereisen und Stefan Mross droht das Fernsehprogramm zu einer kulturellen Wüste zu verkommen. Kein „Atemlos durch die Nacht“, kein „Hulapalu“, kein „Frauen wollen immer nur das eine“ von Roland Kaiser und kein „Weine nicht, kleine Eva“ von den Flippers mehr – unvorstellbar! Angeblich sind erste Protestschreiben bei den Programmverantwortlichen eingegangen. So etwa von der IG Bau, Steine, Erden, deren Erkennungsmelodie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ nicht mehr im Fernsehen zu hören sein wird. Die AfD soll reklamiert habe, dass im Anschluss an Dokumentationen über Hitler nicht mehr „Junge, komm bald wieder“ gespielt werden darf. Auch das in AfD-Kreisen gerne mitgegrölte „Biste braun, kriegste Fraun“ von Mickie Krause wird schmerzhaft fehlen.

Die Vermutung, dass Kulturstaatsminister Wolfram Weimar hier die Finger im Spiel hat, weist dieser natürlich zurück. Doch die gecancelten Schlagerstars wissen es besser: „Du hast mich tausendmal belogen“ (Andrea Berg) und „Warum hast du nicht nein gesagt?“ (Roland Kaiser). Wer sich in der deutschen Schlagerszene auskennt, ahnt, welche kulturelle Lücke entsteht, wenn beliebte Schlagersendungen gestrichen werden.

Kritiker*innen aus der radikalfeministischen Szene meinen zwar, in diesen Sendungen werde ein konservatives bis sexistisches Frauenbild propagiert und verweisen auf Liedtitel wie „Layla“ (schöner, jünger, geiler), „Bumsbar“ von Ikke Hüftgold oder „Zeig mir deine Möpse“ von Mickie Krause. Dabei sind diese und andere Ballermann-Titel („Saufen – morgens, mittags, abends“) aus dem sonntäglichen Betäubungsprogramm für Pflegeheimbewohner längst eliminiert – falsche Zielgruppe! Die ARD als verantwortliche Sendeanstalt und andere Mainstream-Medien wie ZDF, Phoenix und Deutschlandfunk werden sich die Frage gefallen lassen müssen, ob mit dieser Entscheidung nicht ein weiterer Schritt in Richtung linksgrüne Ausrichtung des Öffentlich-Rechtlichen Programms vollzogen wird. Mag sein, dass die lapidare Meinung in den Chefetagen dazu in Anlehnung an den beliebten Schlager der Kölner Musikgruppe „Die Höhner“ lautet: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“.  Dann bleibt uns nur mit Peter Wackel zu konstatieren: „Scheiß drauf! Mallorca ist nur einmal im Jahr“.


Frauen auf Sofalandschaften: Ein Beitrag zum Internationalen Frauentag

Nicht nur am heutigen Internationalen Frauentag treibt mich eine der ungelösten Fragen der Menschheit um:  Warum werden in Möbelprospekten auf Sofalandschaften immer nur Frauen abgebildet? Adrett gekleidet, in Zeitschriften blätternd oder einfach nur gelangweilt vor sich hin sinnierend? Sind die Kinder in der Kita, ist der Mann bei der Arbeit, die Hausarbeit erledigt? Rätsel über Rätsel. Die FAZ titelte mal von einigen Jahren: „Frauen wollen Kissen, Männer klare Kante“. Das könnte passen. Das Sofa, Ort häuslicher Gemütlichkeit, als unbestrittene Domäne der Frau.

Nun ist die kommerzielle Werbung nicht bekannt für ein fortschrittliches Frauenbild, Gleichstellung hin oder her. „Bauknecht weiß, was Frauen wünschen“ und so. Ob die empirisch-feministische Sofaforschung herausgefunden hat, dass sich mit Frauen auf Sofalandschaften höhere Verkaufszahlen für das Sitzmöbel erzielen lassen, wissen wir nicht. Eine recht neue Studie über Frauenbilder in der TV-Werbung hat u.a. ergeben: „Die Werbebranche ist auf dem Weg zu realistischeren und vielfältigeren Frauenbildern. Doch viele Stereotype bleiben bestehen – insbesondere in Hinblick auf Alter und Körperbild.“

Beim Weltwirtschaftsgipfel 2027 …

Ob es sich aber für mehr Gleichberechtigung ausgerechnet in der kommerziellen Werbung zu kämpfen lohnt? Dann schon eher dafür, dass Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mindestens in gleichen Maße wie Männer an entscheidenden Machtpositionen beteiligt werden. Man stelle sich bloß vor, der nächste Weltwirtschaftsgipfel sähe so aus …


Angebot der Woche: „Betreutes Wählen“

Gehören Sie, gehörst Du zu den mehr als 30 Prozent, die noch nicht wissen, wen oder was sie wählen sollen? Dabei haben wird doch in den letzten Wochen auf diesem Blog nahezu ununterbrochen, penetrant und manipulativ Wahlempfehlungen abgegeben! Wenn Du also trotz – oder wegen! – Wahl-O-Mat, Lektüre von Wahlprogrammen und Fernsehdebatten noch unentschieden bist, dann bist Du richtig bei unserem Spezialprogramm „Betreutes Wählen“. Wir bieten Hilfestellung beim Wählen, zum Beispiel durch musikalische Darbietungen wie diese (Der Text zu dem Lied ist weiter unten eingefügt):

2025 © Ruth Toma (Here’s for You / Sacco und Vanzetti, Ennio Morricone) DAMENLIKÖRCHOR GEGEN RECHTS Noch ne Krise hohe Preise und die ganze Umweltscheiße Klimawandel Fluchtbewegung Weltuntergangsvorverlegung Migration, noch nichts ist erreicht, denn ne Lösung ist nicht so leicht ist ganz egal, wer grade regiert die Welt ist leider kompliziert Glaub nicht denen, die dir erklär’n, wenn da nicht die Ausländer wär’n, dann hätten wir ein schöneres Land das ist nur Mist vom rechten Rand Klimawandel ist nicht erwünscht, weil er keine Wahlen gewinnt dem Klimawandel ist das egal, denn er steht leider nicht zur Wahl Fakten, die zu unbequem sind, leugnen sie, als ob das was bringt bau’n sich die Wahrheit, so wie sie soll Leute, echt, die lügen euch voll Ob Jüdin, Moslem oder ob queer was sie nicht kennen, woll’n sie nicht hier nur deutsch und straight auf deutschem Grund sie woll’n schwarz-weiß, kein bisschen bunt Frauen soll’n, wie sich das gehört, wieder mal zurück an den Herd wisst ihr, wie man dem leicht entgeht? Indem ihr nicht das Falsche wählt.

PS: Vielleicht sähe die Welt anders aus, wenn nur Frauen wählen dürften …


Oh, wie schön ist Panama. Oder: Make America noch größer again

Der Imperialismus feiert neue Blüten. Während Russland versucht, sich die Ukraine einzuverleiben, China Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer geltend macht und Anspruch auf Taiwan erhebt, will der neue US-Präsident Trump Kanada, Grönland und den Panama-Kanal heim ins Reich holen. Warum nicht auch noch Mexiko und Kuba, das läge doch geografisch nahe?

Dass der Mann zu Übergriffen neigt, kennt man von seinem Verhältnis zu Frauen. Zahlreiche Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung, Vergewaltigungsvorwürfe, Affairen, u.a. mit einer Pornodarstellerin, kommentierte er 2016 mit: „Wenn du ein Star bist, lassen sie dich alles tun. Du kannst alles tun […] Ihnen an die Muschi greifen. Du kannst alles tun.“ Mutige Frauen haben sich zur Wehr gesetzt und Trump wegen Vergewaltigung verklagt.  

Was das mit seinen imperialen Ambitionen zu tun hat? „Wenn du Präsident der USA bist, genügend Atomwaffen hast und dazu gehörig einen an der Waffel, kannst du alles tun. Du kannst alles tun und ihnen ihr Land wegnehmen.“ Hoffen wir mal, dass die betroffenen Nationen sich ihr Land nicht wegnehmen lassen und sich mutig zur Wehr setzen. Im Kinderbuch von Janosch „Oh, wie schön ist Panama“ erleben der kleine Tiger und der kleine Bär, dass man nicht nach Panama reisen muss, um sein Glück zu finden. Könnte ein passendes Geschenk für Donald Trump sein, wenn man nicht wüsste, dass er keine Bücher liest.   

Bildquelle: Von Janosch – Janoschmedien, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=139816309


An alle AfD-Wähler (Frauen sind mitgemeint)!

Die Talebanisierung Deutschlands ist auf dem Vormarsch. Jedenfalls dann, wenn am Sonntag bei den Landtagswahlen im Osten die AfD zur stärksten Kraft werden sollte. Wer die AfD wählt, entscheidet sich auch für die „Ermutigung der Tugend und zur Verhinderung des Lasters“. So heißt das Gesetz, mit dem die Taleban in Afghanistan verschärfte Verschleierungsvorschriften für Frauen und andere Verbote erlassen haben, zum Beispiel homosexuelle Beziehungen.

Das findet Ihr übertrieben? Nun, liebe Frauen, falls Ihr am Sonntag die AfD wählen wollt – hier ein paar Aussagen von AfD-Politikern (damit Ihr wisst, was Euch erwartet):    

Dubravko Mandic: „Eine Vergewaltigung findet nicht unabhängig von sexuellen Reizen statt, und die seien hier gesetzt worden. Der Mensch ist nicht immer Herr seiner Triebe.“ Das spricht doch für eine Burkapflicht, nicht wahr, Herr Mandic?

Gerhard-Michael Welter: „Mir soll es ja Recht sein. Ich werde in meinen Rechten nicht eingeschränkt. Frauen brauchen einen Vormund. Bei Ihnen und ein paar anderen ‘Menschen mit Menstruationshintergrund’ kann ich es sogar nachvollziehen.“ Deshalb, Herr Welter, sollten Frauen nicht alleine entscheiden, sondern ihren Vormund fragen, oder?

Andreas Wild: „Jede Frau kann machen was sie will. Im Schnitt muss sie allerdings zwei Kinder bekommen. Das geht ohne Full-Time-Job leichter.“ Frauen zurück an den Herd, Herr Wild – aber warum nur zwei Kinder?

Achim Nieder: „Weltfrauentag! Gute Idee! Man könnte zur Feier des Tages ja mal wieder in den Puff gehen.“ Dort könnt Ihr dann Eure Männlichkeit wiederentdecken (Zitat Höcke).


Auch Feministinnen können irren. Ein Beitrag zum Internationalen Frauentag

Vielleicht sollte ich, der Empfehlung am familiären Frühstückstisch folgend, heute besser die Klappe halten und mich als alter weißer Cis-Mann nicht dazu hinreißen lassen, etwas zum Internationalen Frauentag, dem „feministischen Kampftag“ im Jargon mancher Feministinnen, verlautbaren zu lassen. Kann nur schief gehen. Egal, wie solidarisch ich mich mit den Anliegen der Frauen äußere: Der Bannstrahl der Cancel culture wird mich aufgrund meines Mannseins treffen, bevor ich auch nur den Mund aufgemacht habe.

Dabei hätte ich nur sagen wollen, dass meine Bereitschaft, Neues aus der queer-feministischen Bewegung zu lernen, bei der Lektüre der Tageszeitung auf eine harte Probe gestellt wurde. Bisher war ich stolz darauf, das Kürzel LSBTTIQ+ stolperfrei auflösen zu können. Heute lese ich nun, im Zusammenhang mit einem Interview mit zwei Feministinnen, zum ersten Mal den Begriff „FLINTA*“. Nein, liebe Männer, mit „Flintenweiber“ hat das nichts zu tun. Bei FLINTA* handelt es sich um einen Sammelbegriff für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen. Der angehängte * (Asterisk), so Wikipedia, „dient dabei als Platzhalter für alle Personen, die sich in keinem der Buchstaben wiederfinden, aber dennoch von Marginalisierung betroffen sind“. Könnte mit dem Asterisk etwa auch ich gemeint sein? Weil ich beim Sportunterricht in der Schule immer als Letzter gewählt wurde?

Ebenfalls heute lese ich, dass die politische Philosophin und Galionsfigur des Feminismus Judith Butler sich zum 7. Oktober geäußert hat, und zwar so: „Ich denke, es ist ehrlicher und historisch korrekt, zu sagen, dass der Aufstand (!) des 7. Oktober ein Akt des bewaffneten Widerstands (!!) war. Es ist kein Terrorakt (!!!) und es ist kein antisemitischer Angriff“ (Ausrufungszeichen von mir). Holy shit! Massenhafte Vergewaltigungen als Akt des bewaffneten Widerstands?? Aber es steht mir als Mann ja nicht zu, am Internationalen Frauentag dazu eine Meinung zu haben. Vielleicht morgen wieder?