„So mild ist oft das Alter mir erschienen“. Ein Essay über die Zumutungen des Alterns
Veröffentlicht: 25. Januar 2026 Abgelegt unter: Allgemein 8 KommentareHeute mal ein Blogbeitrag der anderen Art: Keine Politikerschelte, keine Weltuntergangsszenarien, keine satirischen Ausfälle gegen den Zeitgeist. Stattdessen ein persönlicher Text, der sich mit dem Alter als Zustand und dem Altwerden als Prozess beschäftigt, niedergeschrieben vor vier Jahren. Weil es mir eher peinlich erschien, als alter Mann über die Zumutungen des Alterns zu schreiben, habe ich bisher eine Veröffentlichung gescheut. Schließlich gibt es dazu eine unerschöpfliche Fülle an Schriftgut, angefangen von Cicero (de senectude) bis zu Elke Heidenreich (Altern). Jetzt gebe ich also auch meinen Senf dazu. Der nachfolgende Text ist nicht ganz kurz – Lesezeit ca. 12 Minuten. Auf Rückmeldungen bin ich gespannt – müssen aber nicht sein. Die allgemeine Feedbäckeritis geht einem ja im Alltag schon ziemlich auf die Nerven. Hier nun also der Text:
Über die Zumutungen des Alterns. Ein Essay
„So mild ist oft das Alter mir erschienen“ – das sagte der Romantiker Joseph von Eichendorff in seinem Gedicht über das Alter. Er wurde indess nur 69 Jahre alt und starb nicht an „Altersschwäche“, wie viele meiner Vorfahren. Ich bin jetzt 73. Meine Frau, keineswegs unromantisch veranlagt, sagt: „Du hast das Licht im Bad angelassen“. Sie sagt es ohne Vorwurf, ohne „schon wieder“, eher mit diesem „Ist-bei-dir-alles-in-Ordnung-Blick“. Sie sagt es so, weil sie weiß, dass ich dünnhäutig auf Kritik reagiere, insbesondere solche, die meine eigenen Beobachtungen bestätigen – ich werde alt. Man möchte nun aber nicht ständig daran erinnert werden, dass man alt und schusselig wird, weder von sich selbst noch von Menschen, die einem lieb und nah sind. Ich bin alt, aber nicht blöd. Zudem finde ich, dass sie, also meine Frau, die schon berufsmäßig eine kluge Beobachterin der Menschen und ihrer Absonderlichkeiten ist, in diese kleinen Unachtsamkeiten zu viel hineininterpretiert. Und dann will sie in letzter Zeit bei mir gewisse Aussetzer beim Autofahren beobachtet haben! Vielleicht hat sie nicht das Wort Aussetzer benutzt, sondern von Unsicherheiten gesprochen. Jemand geschnitten, rückwärts ungeschickt eingeparkt, irgendetwas in der Art. Was weiß ich. Alles nicht wirklich der Rede wert. Ob sie glaubt, dass ich langsam dement werde?
Nun ja, der jüngste Unfall mit dem Rad – ich war das Opfer! – hätte nicht sein müssen, wenn ich aufmerksamer und reaktionsschneller gewesen wäre. „Fehleinschätzung von Gefahren“ gehört zum Beispiel zu den Warnzeichen einer beginnenden Demenz. Auch das hartnäckige Abstreiten von Fehlern und Irrtümern – da war ich allerdings auch in jüngeren Jahren schon gut drin. Es ging bergauf, und an der Stelle, wo der Radweg die Landstraße kreuzt, hatte ich den Schwung verloren (kein eBike!), der nötig gewesen wäre, um rasch und unbescholten die gegenüberliegende Straßenseite zu erreichen. Die PKW-Fahrerin, die mich von der Straße katapultierte, war schon weit über 80 und ihre Reaktion war auch nicht mehr die schnellste. Sie war sehr erschrocken über das Geschehen, sie tat mir leid. Der Aufprall wurde von meiner mit Einkäufen vollgepackten Radtasche airbagmäßig abgefedert. Von den sechs Eiern in der Tasche waren nur fünf zerbrochen. Das schien mir wie ein gutes Omen, dass es mit meinem Leben noch nicht ganz zu Ende sein sollte.
Und nun diese Woche: Zweimal die Herdplatte angelassen, mit einem leeren Topf drauf. Zum Glück ist die Küche nicht mit einem Rauchmelder ausgestattet, sonst wäre wohl die Feuerwehr angerückt. Zu meiner Entlastung kann ich anführen, dass ein Telefonat meine Aufmerksamkeit ablenkte. Warum rufen die Leute auch immer an, wenn ich gerade in der Küche zugange bin? Die Tochter war am Apparat, wir hatten lange nicht mehr telefoniert. Da will man nicht kurz angebunden sein, weil auf dem Herd etwas köchelt. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass ich durchaus noch in der Lage bin, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Also zum Beispiel telefonieren und im Topf rühren, in dem ein Ratatouille schmurgelt. Schwierig wird es, wenn in dem Moment auch noch der Briefträger klingelt und mich bittet, ein Paket für die Nachbarn anzunehmen, während just der Hund auf den Teppich kotzt. Der Briefträger kriegt kein Trinkgeld, der Hund einen vorwurfsvollen Blick, ich lasse den Topf einen Moment unbeobachtet. Eine Nachbarin, nicht die mit dem Paket, ruft über den Hof, ob wir noch zwei Eier … Moment, ich schaue gleich nach … „ja, haben wir, ich stelle sie auf die Treppe!“ und rasch noch das Erbrochene vom Hund entfernen. Und schon ist es wieder passiert: Brandgeruch und Rauchschwaden aus der Küche. Fuck.
Anzeichen für eine beginnende Demenz, wenn man danach Ausschau hält, laufen einem ständig über den Weg: Wortfindungsstörungen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, mangelnde Merkfähigkeit. Die dazu passende Beschwichtigung ist schnell bei der Hand: Na ja, das Alter. Neulich am Bankautomaten: „Bitte geben Sie Ihre Geheimzahl ein“. Das geht seit Jahren wie im Schlaf. Nur dieses Mal nicht. Plötzlich eine leichte Unsicherheit, eine Irritation, und schon ist die tausendmal ohne Nachdenken eingetippte Zahlenfolge weg. Hat man mehr so räumlich abgespeichert. „Bitte wiederholen Sie Ihre Eingabe“. Beim dritten falschen Versuch spuckt der Geldautomat die EC-Karte nicht mehr aus. „Bitte wenden Sie sich an Ihren Bankadministrator.“ Mist. Ganz, ganz früher, lange vor dem digitalen Zeitalter, beim Zigarettenautomaten, half manchmal ein kräftiger Tritt gegen die widerspenstige Technik, bis die Münze – eine Mark! – fiel und die Packung Marlboro im Ausgabeschacht das Suchterleben für die nächsten Stunden sicherte. Und wo soll man jetzt am Samstagabend die EC-Karte wiederkriegen? Mal ganz abgesehen von der niederschmetternden Erkenntnis, dass der progressive Gedächtnisschwund erneut einen Teilerfolg erzielt hat. Was dagegen hilft? Kurkuma? Ginkgo? Knoblauch? Gehirnjogging? Die Apothekenumschau weiß Rat.
Von den vielfältigen Zumutungen – man könnte auch von Demütigungen sprechen -, die das Alter bereithält, scheint mir die Demenz die übelste zu sein. Über das Alter, das Altwerden und das Altsein gibt es unzählige Bücher, Schriften und Abhandlungen. Schon der olle Cicero hat etwa 50 Jahre vor Christus in seiner Schrift „Cato maior de senectude“ (Über das Alter) treffend festgestellt: „Ut enim non omne vinum, sic non omnis natura vetustate coacescit.“ Das kann man auch als Inhaber des Kleinen Latinums nicht unbedingt verstehen, deshalb hier die Übersetzung: „Wie nämlich nicht jeder Wein, so wird nicht jeder durch hohes Alter sauer“. Dagegen können moderne Lebensratgeber wie „Das Alter als Geschenk“ von Rüdiger Dahlke oder „Ratgeber Beckenbodenschwäche (Gegen Harn- und Stuhlinkontinenz lässt sich etwas tun!)“ nicht wirklich mithalten.
Eigentlich ist längst alles über das Alter, das Altwerden und das Altsein gesagt. Allerdings noch nicht von mir. Solange ich schreibe, bin ich noch nicht tot. Dabei kann ich mich noch nicht so recht entscheiden, ob ich mich dem “So mild ist oft das Alter mir erschienen“-Gefühl à la Eichendorff hingeben soll und mich in einem Anfall von Altersnarzissmus als zunehmend weiser, heiterer, nachsichtiger und milder werdender älterer Herr sehen möchte, der die Bürde des Alters mit bemerkenswerter Würde trägt. Oder ob ich den am eigenen Körper beobachteten Verfall verfluchen und in das Wehklagen über die Mühen des Alters und die körperlichen Gebrechen einstimmen soll, und wie Cicero vermutlich gesagt hätte: Vetus est simpliciter stercore (Alt werden ist einfach Scheiße).
Material für die zweite Variante, also den körperlichen Verfall, hat sich in den letzten Jahren bei mir reichlich angesammelt. Nach Jahrzehnten sportlicher Aktivitäten kommt da schon einiges aus dem Fachgebiet Orthopädie zusammen. Kleine Sammlung gefällig? Spinalkanalstenose (für Nichtmediziner: ich hab´ Rücken, von mir scherzhaft als „Spinatsalatneurose“ bezeichnet), Piriformissyndrom, Kreuzbandriss rechts, Bänderdehnungen und Außenknöchelfraktur links, Rotatorenmanchetten-Teilruptur (jetzt befinden wir uns an der Schulter), irreversible Omarthrose links, AG-Gelenksdegeneration, Sulcus-ulnaris-Syndrom usw. Diverse fremd- und selbstverschuldete Stürze mit dem Rad haben auch ihre Spuren hinterlassen.
Und dann die Blutgefäße, ach ja, die Blutgefäße. Ich sage nur: Varizen der unteren Extremitäten. Wäre ich ein Dichter wie Eichendorff, wäre mir sicher ein Reim auf Varizen und Blut spritzen eingefallen. Beim Anblick meiner Krampfadern hat sich mein Gefäßchirurg vermutlich einen neuen Porsche bestellt. Da musste schon mal ordentlich was weggeschnippelt werden. Von den Sinnesorganen haben wir jetzt noch gar nicht gesprochen. Cholesteatom, Tympanoplastik im Ohr, muss man nicht alles im Detail erläutern. Dass die Augen immer schlechter werden, erweist sich im Alltag als eine der schlimmsten Demütigungen. Wenn du ein Formular ausfüllen sollst und hast die Brille vergessen. Oder, weil es recht kleingedruckt ist, im Supermarkt jemand fragen musst, ob das die Puylinsen sind – sehr ärgerlich. Für wackelnde Zähne gibt es Ersatzteile, Implantate. Und jetzt noch die Polymyalgia rheumatica. Und der Ischias zwickt jeden Morgen. Reicht das? So mild ist oft das Alter mir erschienen?
Den erhöhten Reparaturaufwand an der Baustelle Körper heiter, nachsichtig und milde zu akzeptieren, fällt nicht unbedingt leicht. Doch gibt es gegen Schmerzen, abgenutzte Gelenke, ausgeleierte Blutgefäße und andere altersbedingte Einschränkungen zumindest Tabletten, Chirurgen, Ersatzteile und technische Hilfsmittel. Mit der Abnutzung des geistigen Vermögens verhält es sich etwas komplizierter. Das muss nicht zwingend mit dem körperlichen Verfall einhergehen. Es kann ihm vorauseilen oder hinterherhinken. Man kann es auch nicht einfach reparieren oder wegtherapieren. Tröstlich daran mag sein, dass eine Demenz im fortgeschrittenen Stadium von dem Betroffenen nicht mehr als Demütigung erlebt wird und nur noch für die Angehörigen zur Last wird. Aber stimmt das überhaupt? Die Demenzforschung hat herausgefunden, dass zumindest im Anfangsstadium die Anzeichen von Demenz von den Betroffenen durchaus wahrgenommen werden und mit Gefühlen von Scham, Versagensangst, Kontrollverlust und vermindertem Selbstwertgefühl einhergehen.
Zurück zur Romantik: Novalis, der im Alter von 28 Jahren starb, schrieb 1797 im Andenken an seine ebenfalls früh verstorbene Verlobte: „In tiefer, heitrer Ruh will ich den Augenblick erwarten, der mich ruft.“ Er hatte gut reden. Die Zumutungen des Altwerdens und des Altseins blieben ihm erspart. Für diese Schrift konnte ich keinen zufriedenstellenden Abschluss finden. Vielleicht muss ich dafür noch ein paar Jahre warten. Bis dahin möchte ich es mit Cicero halten, der meinte: „Mir wenigstens hat die Ausarbeitung dieser Schrift so viel Vergnügen gewährt, dass sie nicht nur alle Beschwerden meines Alters verwischte, sondern dasselbe mir auch gemächlich und angenehm machte“ (in „Cato der Ältere: Über das Greisenalter“).
Jürgen Lieser, niedergeschrieben im 74. Lebensjahr
Trump in Davos: Da wo´s um Grönland geht
Veröffentlicht: 23. Januar 2026 Abgelegt unter: Internationale Politik, Krieg, Völkerrecht | Tags: Donald Trump, Grönland, Weltwirtschaftsforum 2 KommentareEin Blogbeitrag zu Trump? Muss das sein? Nein, muss nicht. Macht nur schlechte Laune. Eigentlich ist über dessen geistige und charakterliche Verfassheit alles gesagt. Das könnte man belächeln, wäre der Mann nicht Präsident der USA und mit viel Macht ausgestattet. Liebe Amerikaner: Wie lange wollt ihr einen solch peinlichen Präsidenten noch ertragen? Unter den Menschen in seinem unmittelbaren Umfeld und von der Barbiepuppe an seiner Seite scheint niemand bereit und in der Lage zu sein, ihn aus dem Verkehr zu ziehen.
Nun also dieser bizarre Auftritt in Davos. Von wegen schlimmer geht´s nimmer. Die wirre, langweilige und unerträgliche Rede vor dem Weltwirtschaftsforum gibt´s hier (zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt, Ihren Psychotherapeuten oder den US-Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr.): https://www.youtube.com/watch?v=0Or5MfSViK4
Warum die Gäste des Weltwirtschaftsforums Trump Respekt zollen und ihn mit Applaus begrüßen, bleibt deren Geheimnis. Am Ende der Rede war der Beifall endenwollend. Robert Habeck auf die Frage, wie er die Rede fand: „Ich hätte zumindest gedacht, dass man sich dem Motto, dem Geist – auch wenn man offenbar einer völlig anderen Meinung ist – höflich nähert, aber nur Selbstlob, Ignoranz, Missachtung von allen Leuten, kein Gespür, keine Wahrnehmung für globale Probleme“. Trump habe die schlechteste Rede gehalten, die er je gehört habe. Rhetorik, also die Kunst der überzeugenden Rede, erwartet man von Trump nicht. Seine Satzbildung bewegt sich auf dem Niveau eines Erstklässlers. Der Inhalt (ich, ich und nochmals ich), ist gespickt mit Drohungen, Lügen und Dummheiten. Emotional scheint Trump auf der Entwicklungsstufe eines Kleinkindes stehengeblieben zu sein: Wenn du mir nicht dein Spielzeug gibst, werfe ich mit Sand.

Grönland, so Trump, will er sich nicht mit Gewalt nehmen. Das wertet die internationale Politik- und Wirtschaftselite in Davos als „Erfolg“. Die Wahrheit ist, dass Trumps Generalstab es abgelehnt hat, Pläne für eine militärische Einverleibung Grönlands zu entwickeln. Offenbar gibt es zumindest bei den US-amerikanischen Militärs noch Leute mit nüchternem Verstand. Der Präsident bleibt aber dabei, dass Grönland eigentlich den USA gehört – ist ja auch „nur ein Stück Eis“.
Was der US-Präsident wohl zu der folgenden ZDF-Satire meint? Dass Deutschland und das ZDF überhaupt nur wegen der USA existieren? Wird er ein Verbot des Senders fordern? Alles ist möglich. Schlimmer geht immer.
„Spannend und ziemlich kantig“ – was Google über den Blog von Jürgen Lieser meint
Veröffentlicht: 9. Januar 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft 3 KommentareMein Wunsch für 2026? Persönlich die üblichen Sachen: Gesundheit, Reichtum, kein Ärger mit den Nachbarn, mehr Sport, weniger Alkohol, Friedensnobelpreis. Was ich mir gesellschaftlich, innen- und weltpolitisch wünsche, steht in meinen diversen Blogbeiträgen. Freuen würde ich mich auch über neue Abonnentinnen und Abonnenten. Und dafür bitte ich heute um Eure Mithilfe: Macht bitte Werbung in Eurem Freundes- und Bekanntenkreis! Für jeden neu geworbenen Abonnenten gibt es als Prämie den von mir eigenhändig verfassten, auf richtigem Papier gedruckten und gebundenen Bestseller „Frauen sind mitgemeint. Texte gegen den Zeitgeist“. Schreibt mir einfach, wen Ihr als neue/n Abonnent/in gewonnen habt und Eure Postanschrift, und schon flattert die Prämie in Euren Briefkasten.
Falls Euch selbst nichts einfällt, warum Ihr den Blog Euren Freundinnen und Bekannten schmackhaft machen sollt: Ihr könnt dafür auch das folgende Audio in Form eines Podcasts nutzen:
Das verblüffende und erstaunliche daran: Die KI hat´s gemacht. Ich habe probeweise das neue Google KI-Werkzeug NotebookML gebeten, eine Audio-Zusammenfassung meines Blogs zu erstellen (Disclaimer: Google ist böse). Rausgekommen ist eine Art Rezension mit erstaunlich treffenden und verblüffenden Aussagen. Das Tool selbst schreibt dazu:
„In diesem Blog analysiert Jürgen Lieser auf satirische und gesellschaftskritische Weise aktuelle politische Entwicklungen an der Schwelle zum Jahr 2026. Er thematisiert kritisch die Politik von Donald Trump. Das Vorgehen internationaler Organisationen wie der FIFA sowie die ideologische Annäherung zwischen der Union und der AfD. Neben harten geopolitischen Themen wie der nuklearen Aufrüstung und dem Nahostkonflikt reflektiert der Autor auch über persönliche Krisen und die Vergänglichkeit des Lebens. Besonders prägnant ist seine Auseinandersetzung mit der künstlichen Intelligenz, die er humorvoll als Werkzeug für die bürokratisierte Welt der Zukunft darstellt. Insgesamt zeichnen die Texte ein pessimistisches, aber pointiertes Bild einer Gesellschaft im Rechtsruck und technologischen Umbruch.“
Muss man nicht alles glauben, bzw. ich bin auf Kommentare gespannt. Hier nochmal die Datei zum anhören:
Kriminelle Staatschefs kidnappen: Why not?
Veröffentlicht: 6. Januar 2026 Abgelegt unter: Demokratie, Internationale Politik, Völkerrecht 4 KommentareEinen verbrecherischen Regierungschef gewaltsam entführen und vor Gericht stellen, wie das die Amis jetzt mit Maduro gemacht haben: Ist doch an sich keine schlechte Idee, oder? Das hätte man sich bei Hitler, Stalin, Mussolini, Gaddafi, Pinochet und anderen Despoten und Kriegsverbrechern gewünscht. Auch aktuell noch im Amt befindliche Kandidaten könnten jetzt kalte Füße bekommen, wie etwa Putin und Netanjahu. Die stehen übrigens beide auf der Fahndungsliste des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) und gelten dort als „flüchtig“.
Dass Maduro jetzt in Handschellen vor Gericht steht, wäre an sich nicht schlimm, wenn nicht die USA sich als rechtlich-moralische Instanz gleichzeitig für Strafverfolgung, Gericht und Vollzugsbehörde gerieren würde und wenn nicht ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht vorliegen würde. Gut ja, das Problem sei „komplex“, so Friedrich Merz. Von wegen Völkerrecht und so. Das ist natürlich Quatsch vulgo Bullshit, denn völkerrechtlich handelt es sich um eine eindeutige Verletzung des internationalen Rechts. Dimitri Medwedew, der russische Ex-Präsident, droht jetzt mit der Entführung von Friedrich Merz. Das fänden wir unangemessen. Denn schließlich kann man unserem Kanzler keine Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorwerfen. Auch keine Korruption. Nicht mal Schwarzfahren traut man dem Mann zu, dazu müsste er ja öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Allerdings hat er, also Merz, versprochen, dass er Netanjahu nach Deutschland einlädt und dass der trotz Haftbefehl nicht befürchten müsse, verhaftet zu werden. Das wäre allerdings ein Verstoß gegen die Verpflichtungen, die Deutschland als Unterzeichnerstaat des IStGH hat (Hallo CSU, kleiner Hinweis für Eure heute beginnende Klausur im Kloster Seeon: Könntet Ihr nicht auch, neben der neuen Abschiebeoffensive, einen Austritt Deutschlands aus dem IStGH fordern – Ihr wollt doch die AfD rechts überholen)?
Aber zurück zu Maduro: Wenn das Schule machen soll, dann bitte die wirklichen Verbrecher, die Kriegstreiber, Völkermörder, machtbesessenen Despoten ins Visier nehmen – die Kandidatenliste stellt der IStGH sicher gerne zur Verfügung. Könnte sein, dass auch ein Donald Trump, selbsternannter Friedensstifter, einmal zur Rechenschaft gezogen wird für die von ihm verantworteten Untaten.
