Was heute wirklich wichtig ist
Veröffentlicht: 25. April 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Internationale Politik, Krieg | Tags: Benzinpreis, Tschernobyl, Walfisch Timmy Ein KommentarAls Content Creator hat man es heutzutage leicht. Ständig präsentiert das pralle Leben neues Anschauungsmaterial, das nach einer Kommentierung auf diesem Blog heischt. Doch fällt die Auswahl schwer. Worauf sich beschränken? Womit anfangen?
Da wäre zum Beispiel Timmy der Wal, der sich ums Verrecken nicht retten lassen will. Der trotz mehrfacher Rettungsversuche immer wieder in seichtem Gewässer Zuflucht Suchende. Warum er nicht einfach ins rettende offene Meer schwimmt? Er wird seine Gründe haben. Heute nun ein weiterer Rettungsversuch, den wir BILD sei Dank im Livestream mitverfolgen können. Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten. Ob das auch für aktive Lebenshilfe bei lebensmüden Walen gilt? Wir bleiben dran.
Am Aufregerthema Benzinpreis kommt auch der fahrradfahrende Blogger nicht vorbei. Benzin ist bekanntlich der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Beim Spritpreis hört der Spaß auf. Das wusste schon Goethe, als er seinen Mephisto im Faust sagen ließ: „Benzin ist ein ganz besonderer Saft!“. Das Thema Sprit haben wir bereits in einem früheren Beitrag in diesem Blog zum Schrecken der Mineralölkonzerne angeprangert:
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit blieb das Drama um die rot verpackten Schokoladenkugeln von Aldi Suisse. Dagegen hatte der Hersteller der Lindor-Kugeln Lindt & Sprüngli geklagt, wegen Verwechslungsgefahr. Jetzt muss Aldi seine Kugeln bunt verpacken.
In Freiburg dreht sich seit vergangenem Donnerstag alles um eine fehlerhafte Schiedsrichterentscheidung im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Stuttgart. Der SC Freiburg fühlt sich um den Sieg gegen die „Schwobaseggl“ und Spätzlefresser und damit um die Teilnahme an Endspiel gegen Bayern München betrogen.
War sonst noch was? Ach ja: Krieg im Iran, 1,3 Millionen Vertriebene im Südlibanon, Krieg in der Ukraine, Krieg im Sudan, Krieg in Myanmar, Krieg in Gaza. Und morgen erinnern wir uns, wie es 1986 nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl war, als wir die Kinder vom Spielplatz einsammeln mussten …
Katherina Reiches Angriff auf die Energiepolitik. Oder: Nicht nur die USA haben krasse Politiker*innen
Veröffentlicht: 14. April 2026 Abgelegt unter: Demokratie, Gesellschaft, Innenpolitik, Wirtschaft | Tags: Katherina Reiche Ein KommentarErstaunliche, ja beängstigende Fehlbesetzungen wichtiger politischer Ämter gibt es nicht nur in der US-Administration. Ein Präsident, dessen Regierungshandeln von Persönlichkeitsstörungen und geistiger Verwirrtheit geprägt wird, ein Kriegsminister (Pete Hegseth), der Kriegsverbrechen mit dem „Vater Unser“ begründet, ein Gesundheitsminister (Robert F. Kennedy Jr.), der Impfgegner und Anhänger von Verschwörungstheorien ist – das könnte man als politische Folklore abtun, wenn von diesen Leuten nicht eine reale Gefahr ausginge.
Ganz so schlimm ist es in Deutschland nicht. Noch nicht, möchte man im Blick auf die Wahlerfolge der AfD ergänzen. Für politische Folklore sorgen bei uns Markus Söder und Hubert Aiwanger in Bayern, Kulturstaatsminister Wolfram Weimar, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Und wir hatten mal einen Verkehrsminister Andreas Scheuer – der mit der Maut („kann sich an entscheidende Details nicht mehr erinnern“). Man munkelt, dass der Scheuer Andi ein Angebot von Donald Trump bekommen hat, das Mautproblem in der Straße von Hormus zu organisieren.
Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat die unfähigsten Politiker*innen im Land? Und da kommt man an Katherina Reiche kaum vorbei. Was muss eigentlich noch alles passieren, damit Kanzler Merz seine inkompetente Wirtschaftsministerin, die Nachfolgerin von Robert Habeck, entlässt? Eine gute Recherche über Reiches dreisten Angriff auf die Energiepolitik bietet ein Blogbeitrag von Stefan Pfeiffer, den ich heute meinen Abonnent/innen zur Lektüre empfehle.
Friedensfähig statt kriegstüchtig: Eindrücke vom Ostermarsch in Freiburg
Veröffentlicht: 4. April 2026 Abgelegt unter: Bundeswehr, Gesellschaft, Internationale Politik, Krieg, Pazifismus, Rüstung | Tags: Friedensbewegung, Ostermärsche 2 KommentareLetztes Jahr war ich beim Stuttgarter Ostermarsch. Heute (Ostersamstag, 4. April) habe ich mit meinem an den Rucksack gehefteten Schild „Nein zum Krieg“ am Ostermarsch in Freiburg teilgenommen. Die Stadt war voll wie oft an Verkaufssamstagen, wenn am Monatsanfang der Geldbeutet voll ist, das Frühlingswetter nach draußen lockt und gleichzeitig der SC Freiburg ein Heimspiel hat. Trauben von Einheimischen und Touristen an den Verkaufsständen auf dem Münsterplatz, in der Einkaufsmeile dichtes Gedränge, und dazu die auswärtigen Schlachtenbummler, die zum Fußballspiel gegen Bayern München angereist waren.

Da mutete der auf sympathische Weise schlecht organisierte Demonstrationszug der etwa 500 Ostermarschierer, dem die Polizei den Weg durch die Innenstadt bahnte, wie aus der Zeit gefallen an. Zum Glück fehlten die bei solchen Anlässen selbsternannten Einheizer von Sprechchören wie „Frieden schaffen ohne Waffen“ oder „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt“ – das Nachgrölen vorgefertigter Parolen war noch nie mein Ding. Was ich vermisst habe: aufmunternde Musik („Wozu sind Kriege da“) oder wenigstens eine Perkussionsgruppe. Stattdessen sang jemand, der offenbar nur ein Lied im Repertoire hatte, begleitet von einer kratzigen Mandoline unentwegt das „Bella Ciao“ der italienischen Partisanen – nicht unbedingt passend zum Anlass.
Trotzdem war es eine mutmachende Veranstaltung. Wer möchte, kann den Redetext des Hauptredners Jürgen Grässlin hier nachlesen. Die Friedensbewegung, der gerne Naivität angesichts der politischen Realitäten nachgesagt wird oder eine Übernahme rechter Positionen (z.B. „Die Friedenstauben flattern nach rechts“, Die Zeit vom 19.04.2025) meldet sich wieder stärker zu Wort. Und sie findet zunehmend auch Unterstützung in der Politik, angesichts der aktuellen Kriege in Nahost. Europäische Staaten wie Spanien und Frankreich wenden sich explizit gegen den Krieg, den die USA und Israel vor fünf Wochen gegen den Iran begonnen haben. Sie verweigern den Amerikanern die Nutzung von US-Stützpunkten auf ihrem Territorium. Deutschland gehört leider nicht dazu. Die Verantwortlichen für Deutschlands (Rüstungs- und Anti-Friedens-)Politik dieser Tage werden nicht mit Matthias Claudius sagen können: ’s ist leider Krieg – und ich begehre nicht Schuld daran zu sein!
High Noon an der Tanke: Geht den Mineralölkonzernen jetzt die Muffe?
Veröffentlicht: 28. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Innenpolitik, Wirtschaft | Tags: Mineralölkonzerne, Spritpreise 3 KommentareDer Deutschen größte Sorge eine gilt dieser Tage, während der gestrandete Buckelwal freigebaggert werden konnte, den stark gestiegenen Spritpreisen. Die Bundesregierung, den Zorn der Wählerinnen und Wähler fürchtend, greift diese Sorge auf und weist die bösen Mineralölkonzerne in die Schranken. Mit dem jetzt beschlossenen Kraftstoffmaßnahmenpaket dürfen Aral, Esso, Shell und Co. nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr mittags, den Spritpreis erhöhen. Offenbar hat die Regierung gerade eine bahnbrechende Entdeckung gemacht: Mineralölkonzerne agieren innerhalb einer kapitalistischen Wirtschaftsform und streben nach größtmöglichem Profit! Nein, sowas aber auch!
Mit den Maßnahmen der Regierung gegen die hohen Spritpreise soll dem ein Riegel vorgeschoben werden. Zweifel an der Wirksamkeit sind erlaubt. Wird es beim vorösterlichen Urlaubsverkehr zu Rangeleien an den Tankstellen kommen? Werden sich, wenn kurz vor Zwölf die Schlange an der Zapfsäule groß ist, rabiate Autofahrer – Frauen ja wohl weniger – gewaltsam den Weg zum Zapfhahn freischießen? High Noon an der Tanke?
Glaubt jemand im Ernst, dass die Preiserhöhungen in der Summe niedriger ausfallen, wenn nur einmal am Tag an der Preisschraube gedreht werden darf? Dann wird es im Zweifel doch etwa mehr sein. Absenken geht ja immer. Gut, die Konzerne müssen, so die Idee der Bundesregierung, die Preiserhöhungen plausibel begründen. Das dürfte kein Problem sein: Irgendwo ist ja immer Krieg, mal steht ein Tanker im Suezkanal quer, mal droht ein geistesgestörter US-Präsident mit neuen Zöllen. Da wird sich schon was finden lassen.
Mehr Transparenz bei den Kraftstoffpreisen hätte man durchaus schon früher durchsetzen können. Warum erst jetzt, und warum so halbherzig? Warum kein Tempolimit auf Autobahnen, keine Übergewinnsteuer? Stattdessen plant man die Erhöhung der Pendlerpauschale, und der Ausstieg aus dem Verbrenner wird erst einmal verschoben. Die Lobby der Mineralölkonzerne und der Autofahrer lässt grüßen.
Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?
Veröffentlicht: 15. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Gesellschaft, Gesundheit, Wirtschaft Hinterlasse einen KommentarDie Honorare für ambulante Psychotherapie werden ab 1. April um 4,5 Prozent gekürzt. Das hat das zuständige Gremium, der Erweiterte Bewertungsausschuss, auf Druck der gesetzlichen Krankenkassen beschlossen. Die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bezeichnete die Entscheidung als „Unding“. Bundesweit hat der Beschluss zu massiven Protesten von Ärzteschaft und Psychotherapeuten geführt. Eine Petition „Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?“ hat innerhalb kurzer Zeit 250.000 Unterstützer/innen gefunden (Stand 15. März, 16 Uhr). In der Petition wird gefordert, die Abwertung der psychotherapeutischen Gesprächsleistungen zurückzunehmen, eine politische Strategie zur nachhaltigen Stärkung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung vorzulegen sowie eine Vergütungsstruktur einzuführen, die der gesellschaftlichen Bedeutung psychischer Gesundheit gerecht wird.
Die Kürzung wird zur Folge haben, dass sich die jetzt schon angespannte Versorgung von psychisch erkrankten Menschen, die gesetzlich versichert sind, verschlechtern wird. Der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung ist bekanntermaßen hoch, die Wartezeiten für eine Behandlung zum Teil lang.

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) reagierte mit Entrüstung auf die Entscheidung. „Eine pauschale Kürzung nach dem Rasenmäherprinzip ist ein fatales Signal für die Versorgung psychisch kranker Menschen“, erklärte die zweite stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVB, Claudia Ritter-Rupp. Gerade in einer Zeit, die von vielfältigen Krisen, internationalen Konflikten und gesellschaftlichen Belastungen geprägt sei, steige der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung erheblich an. Viele Menschen fühlten sich verunsichert und stünden unter starkem psychischem Druck. Das führe auch dazu, dass psychische Erkrankungen bereits heute besonders lange Arbeitsunfähigkeitszeiten verursachten.
Catrin Steiniger, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) warnt vor den Folgen der Absenkung: „Das Versorgungsnetz für Menschen in psychischen Krisen wird durch diese Entscheidung mutwillig beschädigt … „Wer die ambulante Psychotherapie finanziell aushöhlt, nimmt in Kauf, dass das gesamte System der psychischen Gesundheit in der Fläche instabil wird. Diese Kürzung ist kein Sparbeitrag, sondern gefährdet direkt die Patientenversorgung – gerade auch in ländlichen Regionen.“
In Freiburg und ganz Baden-Württemberg formiert sich aktuell massiver Protest gegen die geplanten Honorarkürzungen. Am 21.03. ist eine Demonstration in Freiburg in Vorbereitung; am 28. März sollen in Stuttgart und anderen Städten (Hamburg, Hannover, München …) Demonstrationen stattfinden – Details dazu sind noch nicht bekannt. Wir werden weiter über die Entwicklung des Protestes berichten.
Frauen auf Sofalandschaften: Ein Beitrag zum Internationalen Frauentag
Veröffentlicht: 8. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Feminismus, Gesellschaft Hinterlasse einen KommentarNicht nur am heutigen Internationalen Frauentag treibt mich eine der ungelösten Fragen der Menschheit um: Warum werden in Möbelprospekten auf Sofalandschaften immer nur Frauen abgebildet? Adrett gekleidet, in Zeitschriften blätternd oder einfach nur gelangweilt vor sich hin sinnierend? Sind die Kinder in der Kita, ist der Mann bei der Arbeit, die Hausarbeit erledigt? Rätsel über Rätsel. Die FAZ titelte mal von einigen Jahren: „Frauen wollen Kissen, Männer klare Kante“. Das könnte passen. Das Sofa, Ort häuslicher Gemütlichkeit, als unbestrittene Domäne der Frau.
Nun ist die kommerzielle Werbung nicht bekannt für ein fortschrittliches Frauenbild, Gleichstellung hin oder her. „Bauknecht weiß, was Frauen wünschen“ und so. Ob die empirisch-feministische Sofaforschung herausgefunden hat, dass sich mit Frauen auf Sofalandschaften höhere Verkaufszahlen für das Sitzmöbel erzielen lassen, wissen wir nicht. Eine recht neue Studie über Frauenbilder in der TV-Werbung hat u.a. ergeben: „Die Werbebranche ist auf dem Weg zu realistischeren und vielfältigeren Frauenbildern. Doch viele Stereotype bleiben bestehen – insbesondere in Hinblick auf Alter und Körperbild.“

Ob es sich aber für mehr Gleichberechtigung ausgerechnet in der kommerziellen Werbung zu kämpfen lohnt? Dann schon eher dafür, dass Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mindestens in gleichen Maße wie Männer an entscheidenden Machtpositionen beteiligt werden. Man stelle sich bloß vor, der nächste Weltwirtschaftsgipfel sähe so aus …
Tax the rich: Brauchen wir wieder eine Vermögenssteuer?
Veröffentlicht: 1. März 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Gesellschaft, Innenpolitik, Wirtschaft | Tags: tax the rich, Vermögensssteuer Ein KommentarHeute mal was zum Aufregerthema „Vermögenssteuer“. Politiker*innen der Linken fordern, Reiche abzuschaffen. Im Falle von Heidi Reichinnek könnte man das mit ihrem Namen erklären („Reichinnek will Reiche weg“ oder so?). Auch Katharina Reiche, die neue Wirtschaftsministerin, hat – Überraschung! – nichts gegen Reiche und lehnt Steuererhöhungen ab. Aber lassen wir die Kalauer: Deutschland hat mit 176 die viertmeisten Milliardäre weitweit (andere Quellen wie das Manager Magazin zählen sogar 256). Das steht im Bericht zur sozialen Ungleichheit, den Oxfam Deutschland am 19.01.2026 veröffentlicht hat.
Reiche werden immer reicher
Danach ist das Vermögen in Deutschland extrem ungleich verteilt. Die reichsten 10% besitzen rund 60% des Gesamtvermögens. Der Bericht zeigt auch, dass das Vermögen der reichsten Menschen schneller steigt als das Durchschnittsvermögen. Es ist seit 2020 um über 80% gestiegen. Würde man die Vorschläge der Linken zur Vermögenssteuer umsetzen, könnte der Staat 108 Milliarden Euro einnehmen, laut einer Studie des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) sogar bis zu 147 Milliarden. Natürlich will die Linke die Superreichen nicht abschaffen, sondern sie will die seit 1997 ausgesetzte Vermögenssteuer wieder einführen und damit die Superreichen stärker an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligen.
„Leistungsträger dürfen nicht bestraft werden“
Wirtschaftsverbände, konservative Parteien, Hubert Aiwanger, Friedrich Merz und Menschen mit großem Vermögen lehnen eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer ab. Hauptargument: Damit würden die Leistungsträger unser Gesellschaft bestraft. Außerdem würde Steuerflucht begünstigt. Manche, wie der Herausgeber der Welt-Gruppe Ulf Poschardt, plädieren sogar für mehr Ungleichheit. Poschardt ist Porsche- und Ferrarifahrer und hält Raserei auf Autobahnen für einen Ausdruck von Freiheit. Den muss man also nicht wirklich ernstnehmen.
„Tax me now“: Vermögende für größere Steuergerechtigkeit
Es gibt allerdings auch Vermögende, die sich unter dem Motto „Taxmenow“ für eine größere Steuergerechtigkeit in Form einer verfassungskonformen, privilegienfreien Erbschaftsteuer einsetzen.
Im folgenden 13-minütigen Video kommen Befürworter und Gegner einer Vermögenssteuer zur Sprache. So meint zum Beispiel der bayrische Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger (der mit der Schulranzenaffäre): „Ein Milliardär ist ja nicht ein Taugenichts“ – und fügt hinzu (man achte auf die Argumentationstiefe): „Der Milliardär ist ja auch nicht glücklicher als der Andere …“.
Aschermittwoch: Merz droht mit lebenslänglicher Kanzlerschaft
Veröffentlicht: 19. Februar 2026 Abgelegt unter: Gesellschaft, Innenpolitik, Wirtschaft Hinterlasse einen KommentarBeim Politischen Aschermittwoch in Trier hat Friedrich Merz eine zweite Amtszeit angekündigt: „Ich habe schon noch vor, das eine längere Zeit zu machen“. Mit „das“ meinte er wohl den Job als Kanzler, und woran er bei „eine längere Zeit“ denkt, konnte man aus dem Hinweis schließen, dass sein Vater gerade 102 geworden sei. Die genetische Disposition von Merz für eine lebenslange Kanzlerschaft hatte vorher schon Generalsekretär Linnemann in einem Stern-Interview bestätigt: „Er hat also die Gene, dass er noch sehr lange Politik machen kann.“ Ein ähnliches Beharrungsvermögen im Amt kennt man von afrikanischen Despoten.
Nun zeichnen sich politische Bierzeltveranstaltungen am Aschermittwoch nicht durch kluge Analysen und feinsinnige Rhetorik aus. Die jeweilige Anhängerschaft will bei Bier, deftigem Vesper und Blasmusik Haudraufparolen, billige Polemik und Diffamierung des politischen Gegners hören. Was das angeht, kann Merz bei Markus Söder noch einiges lernen.
Merz hat in Trier erneut die seiner Meinung nach schlechte Arbeitsmoral der Deutschen zum Thema gemacht, die angeblich unser aller Wohlstand gefährdet. Und das klingt dann so: „Lifestyle und Viertagewoche, alles schön, kann man alles machen, …aber wir müssen alle mal zusammen ins Rad packen (hä?) und dafür sorgen, dass in diesem Land wieder eine richtig gute Leistung gezeigt wird“ … und zwar „nicht mit Zwang, nicht mit Druck, nicht mit neuen Gesetzen, sondern einfach mit Fröhlichkeit an der Arbeit.“ Also bitte morgen früh nicht wieder schlecht gelaunt und mit bitterem Fluch auf den Lippen den Weg zur Arbeit antreten, sondern mit einem fröhlichen Lied den Arbeitstag beginnen.

Dazu empfehlen wir die folgenden Videos:
Wie Dir deine Arbeit wieder richtig Spaß macht
Wohlbefinden und Glück bei der Arbeit
Happiness Hacks im Arbeitsalltag – Glücklich im Job und was wir dafür tun können
Verkehrte Welt: ADAC für höhere Spritpreise
Veröffentlicht: 2. Februar 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Klimawandel, Wirtschaft | Tags: ADAC, Klimawandel, Spritpreise Hinterlasse einen KommentarDie größte Religionsgemeinschaft Deutschlands hat 22 Millionen Mitgliedern, mehr als die katholische und evangelische Kirche zusammen. Die Rede ist vom ADAC. Deren oberster Chef Gerhard Hillebrand hat nun seinen Hut genommen, „nach einer Wutwelle und 60.000 gekündigten Mitgliedschaften“, wie die BILD schreibt. Hillebrand hatte in einem Interview für höhere Spritpreise plädiert „damit Autofahrer von Diesel und Benziner auf klimaschonende Alternativen wie das E-Auto umsteigen könnten“, so die BILD. Was, zum Teufel, hat den Mann dazu getrieben, etwas derart Vernünftiges zu sagen? Hillebrand hatte außerdem erklärt, die CO₂-Bepreisung sei das richtige Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Stimmt eigentlich, oder? Jetzt müssen die deutschen Autofahrer – und das gilt auch für die Autofahrerinnen, die das Tanken lieber ihren Männern überlassen – 3 Cent pro Liter Benzin oder Diesel mehr zahlen. Drei Cent!!! Für BILD mal wieder eine ungeheuerliche Schröpfung der Autofahrer, die wahrscheinlich von den Grünen verschuldet ist.
Jetzt fehlt nur noch, dass die Unionsparteien nach ihren Ausflügen in Sachen Lifestyle-Teilzeit und bitteschön Zahnarzt selber bezahlen den Uralt-Slogan „freie Fahrt für freie Bürger“ wieder auspacken. Dann können die 60.000 aus Protest ausgetretenen ADAC-Mitglieder wieder eintreten und Gas geben. Und die BILD kann sich wieder auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren, die da wären: „Der Staat belohnt leider die Faulen“, „Er onaniert gleich in der Drogerie“, „U-Bahn-Killer kam durch eine Sicherheitslücke ins Land“, „Igel macht Zebrastreifen zum Laufsteg“ und „Warum Männer regelmäßig Tomatenmark essen sollten“ (wegen Einfluss auf die Spermien, weswegen denn sonst).
„Spannend und ziemlich kantig“ – was Google über den Blog von Jürgen Lieser meint
Veröffentlicht: 9. Januar 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft 3 KommentareMein Wunsch für 2026? Persönlich die üblichen Sachen: Gesundheit, Reichtum, kein Ärger mit den Nachbarn, mehr Sport, weniger Alkohol, Friedensnobelpreis. Was ich mir gesellschaftlich, innen- und weltpolitisch wünsche, steht in meinen diversen Blogbeiträgen. Freuen würde ich mich auch über neue Abonnentinnen und Abonnenten. Und dafür bitte ich heute um Eure Mithilfe: Macht bitte Werbung in Eurem Freundes- und Bekanntenkreis! Für jeden neu geworbenen Abonnenten gibt es als Prämie den von mir eigenhändig verfassten, auf richtigem Papier gedruckten und gebundenen Bestseller „Frauen sind mitgemeint. Texte gegen den Zeitgeist“. Schreibt mir einfach, wen Ihr als neue/n Abonnent/in gewonnen habt und Eure Postanschrift, und schon flattert die Prämie in Euren Briefkasten.
Falls Euch selbst nichts einfällt, warum Ihr den Blog Euren Freundinnen und Bekannten schmackhaft machen sollt: Ihr könnt dafür auch das folgende Audio in Form eines Podcasts nutzen:
Das verblüffende und erstaunliche daran: Die KI hat´s gemacht. Ich habe probeweise das neue Google KI-Werkzeug NotebookML gebeten, eine Audio-Zusammenfassung meines Blogs zu erstellen (Disclaimer: Google ist böse). Rausgekommen ist eine Art Rezension mit erstaunlich treffenden und verblüffenden Aussagen. Das Tool selbst schreibt dazu:
„In diesem Blog analysiert Jürgen Lieser auf satirische und gesellschaftskritische Weise aktuelle politische Entwicklungen an der Schwelle zum Jahr 2026. Er thematisiert kritisch die Politik von Donald Trump. Das Vorgehen internationaler Organisationen wie der FIFA sowie die ideologische Annäherung zwischen der Union und der AfD. Neben harten geopolitischen Themen wie der nuklearen Aufrüstung und dem Nahostkonflikt reflektiert der Autor auch über persönliche Krisen und die Vergänglichkeit des Lebens. Besonders prägnant ist seine Auseinandersetzung mit der künstlichen Intelligenz, die er humorvoll als Werkzeug für die bürokratisierte Welt der Zukunft darstellt. Insgesamt zeichnen die Texte ein pessimistisches, aber pointiertes Bild einer Gesellschaft im Rechtsruck und technologischen Umbruch.“
Muss man nicht alles glauben, bzw. ich bin auf Kommentare gespannt. Hier nochmal die Datei zum anhören:
