Kriminelle Staatschefs kidnappen: Why not?

Einen verbrecherischen Regierungschef gewaltsam entführen und vor Gericht stellen, wie das die Amis jetzt mit Maduro gemacht haben: Ist doch an sich keine schlechte Idee, oder? Das hätte man sich bei Hitler, Stalin, Mussolini, Gaddafi, Pinochet und anderen Despoten und Kriegsverbrechern gewünscht. Auch aktuell noch im Amt befindliche Kandidaten könnten jetzt kalte Füße bekommen, wie etwa Putin und Netanjahu. Die stehen übrigens beide auf der Fahndungsliste des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) und gelten dort als „flüchtig“.

Dass Maduro jetzt in Handschellen vor Gericht steht, wäre an sich nicht schlimm, wenn nicht die USA sich als rechtlich-moralische Instanz gleichzeitig für Strafverfolgung, Gericht und Vollzugsbehörde gerieren würde und wenn nicht ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht vorliegen würde. Gut ja, das Problem sei „komplex“, so Friedrich Merz. Von wegen Völkerrecht und so. Das ist natürlich Quatsch vulgo Bullshit, denn völkerrechtlich handelt es sich um eine eindeutige Verletzung des internationalen Rechts. Dimitri Medwedew, der russische Ex-Präsident, droht jetzt mit der Entführung von Friedrich Merz. Das fänden wir unangemessen. Denn schließlich kann man unserem Kanzler keine Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorwerfen. Auch keine Korruption. Nicht mal Schwarzfahren traut man dem Mann zu, dazu müsste er ja öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Allerdings hat er, also Merz, versprochen, dass er Netanjahu nach Deutschland einlädt und dass der trotz Haftbefehl nicht befürchten müsse, verhaftet zu werden. Das wäre allerdings ein Verstoß gegen die Verpflichtungen, die Deutschland als Unterzeichnerstaat des IStGH hat (Hallo CSU, kleiner Hinweis für Eure heute beginnende Klausur im Kloster Seeon: Könntet Ihr nicht auch, neben der neuen Abschiebeoffensive, einen Austritt Deutschlands aus dem IStGH fordern – Ihr wollt doch die AfD rechts überholen)?

Aber zurück zu Maduro: Wenn das Schule machen soll, dann bitte die wirklichen Verbrecher, die Kriegstreiber, Völkermörder, machtbesessenen Despoten ins Visier nehmen – die Kandidatenliste stellt der IStGH sicher gerne zur Verfügung. Könnte sein, dass auch ein Donald Trump, selbsternannter Friedensstifter, einmal zur Rechenschaft gezogen wird für die von ihm verantworteten Untaten.


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4 Comments on “Kriminelle Staatschefs kidnappen: Why not?”

  1. danke fürs re-bloggen und die aufnahme in die blog roll. salamuna bzw. schönen grüße vom afghanistan zhaghdablai.

  2. Gertrud hat moniert, dass sie keine Kommentare zu meinen Blogbeiträgen posten kann, ohne sich bei WordPress anzumelden. Das ist nervig. Ich habe keine Ahnung, wie ich das abstellen kann. Weiß jemand Rat?

  3. Am 06.01.2026 um 16:55 schrieb Gertrud Rogg:
    > Die Vorstellung, dass Trump sich einmal für sein rechtsfreies Handeln wird verantworten müssen, könnte tröstlich sein. Allein die Hoffnung darauf schwindet tagtäglich immer mehr — quasi in Korrelation zu seinen Untaten. Unglaublich, welche Freiräume sich dieser Mann in einem Regierung Jahr erarbeitet hat! Und wenn er nicht überraschend vorzeitig aus der Kurve fliegt, wird er es in seiner restlichen Amtszeit schaffen, jegliches Rechtssystem weltweit und nachhaltig zu zerstören. Denn jetzt sehen wir immer deutlicher: Niemand traut sich mehr, ihm die Stirn zu bieten. Und wo bleibt der Protest der US-Demokraten? Sie sind beleidigt, weil sie vorher nicht informiert wurden. In der Sache Maduro selbst scheinen sie sich auch auf das billige Öl zu freuen. Soviel zum Demokratiebewusstsein der Amis….
    > Viele Grüße
    > Gertrud Rogg

  4. Avatar von Unbekannt Anonym sagt:

    es ist nicht nur die materielle gier nach geld und (flüssigem) gold, die hinter diesem eklatanten völkerrechtsbruch steht. diese gier paart sich mit libertärem und neoliberalem denken und wird zu einer brandgefährlichen mischung. daß das dem herrn merz zu komplex ist, ist eigentlich bei seinem hintergrund nicht verwunderlich (zb. blackrock). der angriff auf venezuela zeugt nicht nur von psychopathischem handeln eines alten menschen in der US-regierung; dahinter steht ein ideologisch-politisches system, das seit langem ausgebaut wird (KOCH BROTHERS, heritage foundation, etc.). – nachdenken und diplomatie? gerne. die in großen teilen bellizistische EKD-denkschrift wird da allerdings nicht viel helfen.


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