Alarm im Tiefkühler: Ukrainekrieg bringt Versorgung mit Fischstäbchen zum Zusammenbruch

Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab: Wachsende Zustimmung zur AfD, der neue Karriereschritt von Philipp Amthor, Spritpreis wieder über zwei Euro, neuer Bundestrainer Klopp droht bereits mit Rücktritt, nächste Hitzewelle im Anmarsch, Trump verhängt neue Zölle, auch nicht straffällig gewordene Afghanen dürfen jetzt abgeschoben werden …

Und nun die absolute Mega-Katastrophe: Es droht ein Versorgungsengpass bei Fischstäbchen und Schlemmerfilets. Wegen der neuen Sanktionen gegen Russland. Die EU will die Einfuhr von Alaska-Seelachs aus Russland innerhalb von zwei Jahren um die Hälfte reduzieren. Das wird die russische Kriegskasse entscheidend schwächen. Die BILD-Zeitung titelte: Putins Krieg trifft jetzt die Kühltruhe! Wie muss man sich das vorstellen? Drohnenangriffe auf unsere Tiefkühltruhen? Die Russen sind ja bekanntlich zu allem fähig.

Besorgte Eltern und Schulkantinen schlagen Alarm: Was bitte sollen unsere Kinder jetzt essen? Die Bundesregierung wiegelt ab und sieht noch keine Anzeichen für eine akute Hungersnot. Die Hauptversorger Iglo, Frosta und Alnatura rechnen allerdings mit dramatischen Umsatzeinbrüchen. Aber wie jede Katastrophe lässt sich auch der Fischstäbchen-Krise etwas Positives abgewinnen:  Die nachwachsende Generation wird mit einem Mangel an krebserregenden Fettschadstoffen (3-MCPD) aufwachsen müssen. Eine gesündere Ernährung bei unseren Kindern hätte immerhin den erfreulichen Nebeneffekt, dass mehr Rentenbeiträge eingezahlt werden – was aus meiner Sicht als freischaffender Rentner auf das Schärfste zu begrüßen ist!


Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?

Die Honorare für ambulante Psychotherapie werden ab 1. April um 4,5 Prozent gekürzt. Das hat das zuständige Gremium, der Erweiterte Bewertungsausschuss, auf Druck der gesetzlichen Krankenkassen beschlossen. Die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bezeichnete die Entscheidung als „Unding“. Bundesweit hat der Beschluss zu massiven Protesten von Ärzteschaft und Psychotherapeuten geführt. Eine Petition „Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?“ hat innerhalb kurzer Zeit 250.000 Unterstützer/innen gefunden (Stand 15. März, 16 Uhr). In der Petition wird gefordert, die Abwertung der psychotherapeutischen Gesprächsleistungen zurückzunehmen, eine politische Strategie zur nachhaltigen Stärkung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung vorzulegen sowie eine Vergütungsstruktur einzuführen, die der gesellschaftlichen Bedeutung psychischer Gesundheit gerecht wird.

Die Kürzung wird zur Folge haben, dass sich die jetzt schon angespannte Versorgung von psychisch erkrankten Menschen, die gesetzlich versichert sind, verschlechtern wird. Der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung ist bekanntermaßen hoch, die Wartezeiten für eine Behandlung zum Teil lang.

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) reagierte mit Entrüstung auf die Entscheidung. „Eine pauschale Kürzung nach dem Rasenmäherprinzip ist ein fatales Signal für die Versorgung psychisch kranker Menschen“, erklärte die zweite stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVB, Claudia Ritter-Rupp. Gerade in einer Zeit, die von vielfältigen Krisen, internationalen Konflikten und gesellschaftlichen Belastungen geprägt sei, steige der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung erheblich an. Viele Menschen fühlten sich verunsichert und stünden unter starkem psychischem Druck. Das führe auch dazu, dass psychische Erkrankungen bereits heute besonders lange Arbeitsunfähigkeitszeiten verursachten.

Catrin Steiniger, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) warnt vor den Folgen der Absenkung: „Das Versorgungsnetz für Menschen in psychischen Krisen wird durch diese Entscheidung mutwillig beschädigt … „Wer die ambulante Psychotherapie finanziell aushöhlt, nimmt in Kauf, dass das gesamte System der psychischen Gesundheit in der Fläche instabil wird. Diese Kürzung ist kein Sparbeitrag, sondern gefährdet direkt die Patientenversorgung – gerade auch in ländlichen Regionen.“

In Freiburg und ganz Baden-Württemberg formiert sich aktuell massiver Protest gegen die geplanten Honorarkürzungen. Am 21.03. ist eine Demonstration in Freiburg in Vorbereitung; am 28. März sollen in Stuttgart und anderen Städten (Hamburg, Hannover, München …) Demonstrationen stattfinden – Details dazu sind noch nicht bekannt. Wir werden weiter über die Entwicklung des Protestes berichten.