Vom Licht, von Schwarzen Löchern und ob es Gott gibt
Veröffentlicht: 12. Juni 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Wissenschaft | Tags: Albert Einstein, Genesis, Schwarzes Loch, Universum Hinterlasse einen KommentarHeute mal wieder ein Beitrag zu den großen Fragen der Menschheit, dieses Mal aus der Astrophysik. Wie ist das Universum entstanden? Wieso gibt es Materie im Universum? Warum gibt es uns überhaupt? Gibt es Gott? Für etwaige Zweifler*innen an meiner fachlichen Kompetenz zu diesen Fragen erlaube ich mir den Hinweis, dass mein Entlassungszeugnis der „Katholischen (!) Volksschule – Knabensystem (!!)“ mir in den Fächern Katechismus (!!!) und Naturkunde jeweils ein „Sehr gut“ bescheinigt. Ich fühle mich also durchaus ausreichend gerüstet, über die Schöpfung aus biblischer Sicht und die Entstehung des Universums aus naturwissenschaftlicher Sicht kompetente Aussagen zu treffen.
„Und Gott sah, dass das Licht gut war“ (GEN 1,4): Bei der Erschaffung der Welt hat Gott sich selbst für die Idee mit dem Licht die Note „gut“ gegeben. Ich hätte ihm auch ein „sehr gut“ dafür gegeben. Absolut. Denn Licht ist notwendig. Das hat Gott ganz richtig erkannt. Ohne Licht gäbe es kein Leben. Licht ist die Voraussetzung für die Photosynthese. Gemeint ist in diesem Falle allerdings das Sonnenlicht, nicht das vom Menschen mittels elektrischem Strom produzierte künstliche Licht. Elektrisches Licht gab es am Tag eins der Schöpfungsgeschichte noch nicht. Deshalb konnte Gott auch nicht wissen, dass man es mit dem Licht auch übertreiben kann. Aus dem All jedenfalls sieht der Globus ziemlich erleuchtet aus. Was wir nicht alles anstrahlen und beleuchten! „Lichtverschmutzung“ heißt das dann. Kostet viel Energie, und die Insekten finden es gar nicht gut. Und wenn wie im Krieg Bomben fallen, schützt weniger oder kein Licht nicht nur Insekten, sondern auch Menschen.
Die Kreationisten sind davon überzeugt, dass die Erschaffung der Welt genauso passierte wie in der Bibel beschrieben. Nichts mit Urknall und so. Der einzige Knall ist der, den sie selbst haben. Dabei ist die Sache mit dem Licht wirklich kompliziert und die biblische Beschreibung lässt dazu Fragen offen. Hier kommt jetzt Albert Einstein ins Spiel mit seiner Allgemeinen Relativitätstheorie und dem E=mc². Hat jede/r schon mal von gehört, oder? Energie kann sich in Masse verwandeln und Masse in Energie. Aus Licht wird Materie (Elektronen) und Antimaterie (Positronen) – und umgekehrt. Aber nur, weil aus fünf Milliarden Teilchen Antimaterie fünf Milliarden und eins Materie werden, gibt es uns. Warum diese Asymmetrie? Das hat bis heute noch kein Physik-Nobelpreisträger wirklich erklären können. Ich auch nicht. Echt krasse Geschichte.
Und dann noch diese Schwarzen Löcher. Es ist noch nicht lange her, da konnte man das erste Schwarze Loch fotografieren. Das geht nicht einfach so mit dem Smartphone, sondern dafür brauchte es ein ziemlich großes Teleskop, etwa so groß wie die Erde. Weil es so ein großes Teleskop nicht gibt, hat man sich beholfen und acht Teleskope genommen, die über die ganze Welt verteilt sind, das sog. Event Horizon Telescope (EHT).

Innerhalb eines solchen Schwarzen Lochs ist die Gravitation so stark, dass nicht einmal das Licht entweichen kann. Deshalb sieht man auf dem Foto des Schwarzen Lochs in der Nachbargalaxie Messier 87, die wiederum Teil des Galaxienhaufes Virgo ist, nur die heiße Materie, die sich ringförmig um das mega massereiche Schwarze Loch gesammelt hat. Und jetzt haltet Euch fest: Inzwischen ist auch unser eigenes Schwarzes Loch, also das unserer Galaxie, der Milchstraße (ob laktosefrei oder nicht, ist hier relativ unerheblich) entdeckt: Es heißt Sagittarius A*, ist 27.000 Lichtjahre von uns entfernt und hat die Masse von vier Millionen Sonnenmassen, ist aber von der Ausdehnung her kaum größer als unser Sonnensystem. Irre, oder? Die Entdecker, darunter ein Deutscher, haben dafür den Nobelpreis bekommen.
Aber zurück zur Genesis bzw. zur Erschaffung der Welt. Ob Gott damals auch schon die Allgemeine Relativitätstheorie kannte? Vermutlich nicht, denn die hat Albert Einstein gefunden. Die Frage, warum es Materie im Universum gibt, also auch uns selbst, hat er nicht wirklich beantwortet. Nach seiner Relativitätstheorie besteht das Licht aus Materie und Antimaterie. Und es krümmt sich im Raum. Aber warum gibt es den Menschen und warum besteht er aus 1029 Teilchen? Und die schweren Teilchen davon bestehen aus Quarks? Das haben wir im Katechismus- und Naturkundeunterricht in der Katholischen Volksschule nicht erschöpfend behandelt.
Deshalb muss ich hier die anfangs gestellte Frage, wie das Universum entstanden ist und ob Gott oder Albert Einstein recht hatten, offenlassen. Keiner von Beiden hat uns das wirklich erschöpfend erklärt. Oder habe ich da eine Sendung mit der Maus verpasst?
