Über Männer, die zu ihrer Frau „Maus“ sagen

Über Bundestrainer namens Jogi, Berti oder Hansi haben wir kürzlich an dieser Stelle referiert. Heute – nicht ganz zufällig zum Internationalen Tag des Kusses – soll es um Kosenamen gehen. Und zwar um solche, mit denen Männer ihre Frauen/Freundinnen/Geliebte anreden. Man will das ja gar nicht alles wissen, aber manchmal wird man ungewollt Ohrenzeuge. So erging es mir vor einiger Zeit, als ich als Beifahrer ein Telefonat mithören musste, bei dem der männliche Telefonierer seine Frau am anderen Ende mit „Maus“ anredete. Maus! Wenn es wenigsten Mausi oder Mäuschen gewesen wäre, aber Maus! Gut, der Mann war sowieso ein Arschloch, aber daraus zu schließen, dass alle Männer, die zu ihrer Frau Maus sagen, Arschlöcher sind, wäre ziemlich unempirisch. Hat das eigentlich mal jemand wissenschaftlich erforscht? Zu allem möglichen Mist gibt es Studien. Warum also nicht zum Zusammenhang zwischen weiblichen Kosenamen und dem Charakter des dazugehörenden männlichen Partners? Das wäre ein dankbares Feld für die empirische Sozialforschung und einen feministisch inspirierten Forschungsansatz. Muss ja nicht gleich ein eigener Lehrstuhl sein.

Das Verkupplungsportal „Parship“ will herausgefunden haben, dass „Maus/Mäuschen“ zu den beliebtesten Kosenamen zählen. Das Internetportal wunderweib.de (mein Geheimtipp für alle Feministinnen: „Hier finden Frauen alles, was das Leben wunderbar weiblich macht“) klärt auf, was dahintersteckt, wenn ein Mann zu seinem Weib Maus oder Mäuschen sagt: „Hier wird jemand Kleines beschützt. Wer Mäuschen sagt, will auch eines haben: flink, scheu und schutzbedürftig.“ Also Mädels: Macht euch klein und schutzbedürftig, dann kommt sicher bald ein „Prinz“, „Tiger“, „Bär“ oder „Hengst“, der euch beschützt.

Solange es aber keine wirklich belastbaren Daten zur Korrelation zwischen Kosenamen und Qualität der jeweilen Beziehung gibt, sind wir auf Spekulationen angewiesen. Es wäre auch falsch, aus dem jeweiligen Kosenamen das darin zum Ausdruck kommende Geschlechterverhältnis auf das Kopulationsverhalten zu reduzieren. Wenngleich: Weibliche Kosenamen wie „Bettmaus“, „Blasihasi“ oder „Bumsebiene“ – lassen durchaus diesbezügliche Schlussfolgerungen zu. Von Edmund Stoiber ist belegt, dass er seine Angetraute mit „Muschi“ anspricht. Wegen der Katze, die er liebte, sagt sie. Das wollen wir mal unkommentiert lassen.