In eigener Sache

Nach nunmehr neun Monaten erlaube ich mir einen selbstgefälligen Rückblick auf mein Leben als Blogger. Fast 60 Beiträge wurden in dieser Zeit gepostet. Die müssen ja erst mal geschrieben werden. Natürlich waren nicht alle von höchster gesellschaftlicher Relevanz. Die Themen oszillierten zwischen boulevardesker (erspart Euch den Griff zum Duden, das Wort gibt es wirklich) Belanglosigkeit, knallharter Gesellschaftskritik und philosophischer Tiefe. Selbst Blödeleien und theatralische Fragmente durften ihren Platz haben. Hier meine persönliche „Best-of-Liste“: Corona – alles nur Theater (28.03.), Nie wieder Krieg (11.04.), Über Phobien (17.04.), Tag des Hamburgers (27.05.), Lügenpresse (22.08.), Unfassbar (28.08.), Waschen – legen – föhnen (08.10), Warum Ihr nicht das Volk seid (23.11.), Alles wird gut (28.12.). An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an meine geneigte Leserschaft für positive Rückmeldungen und kritisch-wohlwollende Kommentare.

Blogger und Youtuber starren natürlich gebannt auf ihre Aufrufzahlen (klicks). So do I: Bisher 52 Follower, fast 4.000 Aufrufe in nur neun Monaten, damit bin ich zufrieden, freue mich aber auch über weitere Abonnent*innen. Werbeeinnahmen sind noch nicht geflossen. Obwohl ich z.B. der Zeitschrift „beef“ mehrfach prominenten Platz in meinen Blogbeiträgen eingeräumt habe. Auch von der VG Wort (das ist sowas wie die Gema für Texte) gab es noch keine Tantiemen. Dazu müsste ein von mir geposteter Text eine Mindestgröße und eine Mindestaufrufzahl aufweisen. Die Mindestgröße ist nicht das Problem, aber die Klickzahlen. Das müssen schon ein paar Tausend in einem Jahr sein. Also, liebe geneigte Leserschaft: strengt Euch an! Kleiner Tipp: Es gibt doch sicher Roboter, die Beiträge in regelmäßigen Abständen automatisch aufrufen, oder?

Eine Freundin meinte: Bloggen? Das ist ja sowas von oldschool! Meinetwegen – dann isses eben so. Ich werde mir jetzt nicht die Haare grün färben und ein Youtubevideo produzieren zu „Die Zerstörung des DFB“. Aber Blogbeiträge wird es von mir auch im neuen Jahr geben. Eigentlich habe ich mir vorgenommen, mich nicht mehr aufzuregen. Heiter und gelassen bleiben, egal was passiert. Das ist gar nicht so einfach. Anlässe zum Aufregen kommen einem ja dauern unter. Zum Beispiel gestern wieder: Ein Rolle Klopapier, bei der der Anfang sowas von festverklebt war, dass man endlos lange rumfummeln musste, bis man das Papier endlich ordentlich abrollen konnte. Über sowas soll man sich nicht aufregen? Ähnliches gilt für Papierhandtuchspender, aus denen man Papierhandtücher mit nassen Händen herausziehen soll, was immer damit endet, dass … na ja, Ihr wisst schon.

„Empört Euch!“ – dazu hat uns der ehemalige französische Widerstandskämpfer Stéphane Hessel vor zehn Jahren in einem Essay aufgefordert. Er meinte allerdings nicht unbedingt verklebte Klopapierrollen oder Papierhandtuchspender. Unvergessen auch der leider nicht mehr öffentlich auftretende Lothar Dombrowski alias Georg Schramm mit seinen Ausführungen über den Zorn. Auf youtube kann man sich das noch ansehen, und es ist einfach saugutes Kabarett: https://www.youtube.com/watch?v=keY_Tr2A10k

Mit dieser Empfehlung empfehle ich mich und wünsche meinen geneigten Leserinnen ein gutes Neues Jahr! Der nächste Blogbeitrag kommt bestimmt.