Schweinestau: 750.000 Schweine in der Warteschlange

…das vermeldete kurz vor Weihnachten letztes Jahr die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast. Für die Schweinezüchter eine Katastrophe, so die Ministerin unter Tränen. Es ist nicht bekannt, ob sich der Stau inzwischen aufgelöst hat.

Wie dem auch sei: Die Schweine sehen das vermutlich mit gemischten Gefühlen. Versetzen wir uns mal in deren Lage: Schlangestehen ist ja an sich schon nervig genug. In der Regel wartet aber am Ende etwas Erfreuliches: Die letzten Kinokarten, eine Corona-Impfung, der freigewordene Serviceschalter im Kundencenter der Bahn. Anders bei den Schweinen: Für sie wartet die Exekution mittels Betäubungspistole – im günstigsten Falle. Manchmal auch die eine oder andere brachiale Methode – siehe Horroraufnahmen aus Schweinemastbetrieben.

Und was meint die Zeitschrift „beef“, das Zentralorgan des Schlachterhandwerks und Kampfpostille für den Erhalt der deutschen Bratwurst dazu? Nichts. Stattdessen: „Wie grille ich mich ins Herz einer Frau?“. Das hilft den Schweinen auch nicht wirklich. Julia Klöckner, unsere Bundeslandwirtschaftsministerin, sieht sogar eine Mitschuld bei den Schweinehaltern. Hallo! Da hätte man eigentlich anderes von ihr erwartet. Zum Beispiel die Empfehlung, an Weihnachten mal über den Gänsebratenschatten zu springen und einen ordentlichen Schweinerollbraten zu servieren! Dann hätte sie allerdings flugs den Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) auf dem Hals. Vielleicht hilft aber auch die Afrikanische Schweinepest (ASP) beim Abbau des Schweinestaus.

Wir bleiben dran.