Hast du speed bist du high
Veröffentlicht: 25. August 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Internet | Tags: Highspeed Internet, Kulturelle Aneignung, Streaming Hinterlasse einen KommentarBitte, liebe Gegner der Anglizismen in der deutschen Sprache, seht mir dieses dämliche Wortspiel nach! „Speed“ steht für die Droge Amphetamin, hilft also beim Highwerden. Es gibt aber auch ein Kartenspiel gleichen Namens. Oder einen Schokoriegel von Aldi. Aber eigentlich denken die Leute bei Speed mehr an das Internet. Das Highspeed-Internet scheint als menschliches Grundbedürfnis, also gewissermaßen als basic human need, unumstritten. Ein Leben ohne Highspeed-Internet ist für viele Menschen urbaner Gesellschaften schlicht undenkbar. Selbst in den bolivianischen Anden fordern Quechua-Indios – sorry: ich meine natürlich Indigene – mindestens 100 MB Übertragungsgeschwindigkeit, um den Preis ihrer Kartoffeln auf dem Internationen Kartoffelmarkt richtig einordnen zu können.
Es gibt aber auch Menschen, denen ist HSI (High-Speed-Internet) nicht so wichtig, ja sogar zuwider, weil sie der Gruppe der HSP angehören (Highly Sensitive Persons). Denen machen die ganzen Strahlen schwer zu schaffen. Zwar ist wissenschaftlich festgestellt, dass von den Schallwellen, die von Windparks ausgehen, keine Gesundheitsgefährdung ausgeht, aber die Wissenschaftler, die das untersucht haben, waren halt auch nicht hochsensibel. Aber was haben eigentlich Windräder mit dem Internet zu tun? Nix, oder?
Hm, jetzt haben wir irgendwie den roten Faden in diesem Beitrag verloren. Ach so, ja, Highspeed Internet war das Thema. Das braucht man zum Beispiel, um Radio, Filme und Spiele aus dem Internet zu übertragen. Das nennt man dann Streaming. Und wenn man keine schnelle Internetverbindung hat, dann ruckelt es. Man merkt das, wenn das Bild plötzlich stehen bleibt. In meiner Kindheit und Jugend gab es noch kein Internet. Aber in dem Kino, in das wir sonntags gingen, um Western anzuschauen (Eintritt 50 Pfennig), riss manchmal der Film. Eigentlich fast immer mindestens einmal. Dann johlte die ganze Bude, bis der Vorführer den Film wieder zusammengeklebt hatte und Winnetou weiterreiten konnte. Heute würde das ja auch nicht mehr gehen allein schon wegen der kulturellen Aneignung.
Wo waren wir stehengeblieben? Egal. Hauptsache wieder irgendwas dahergeschwurbelt.
