Natürlich bin ich kein Rassist. Über Diskriminierung

Wenn es stimmt, dass über Diskriminierung nur die Opfer derselben reden dürfen, dann habe ich als alter weißer Mann, der ich nun mal bin und daran wird sich voraussichtlich so schnell nichts ändern, zu schweigen. Ich habe keinen Migrationshintergrund, bin keine Frau, bin weder Neger, Krüppel noch Zigeuner, bin kein Jude, kein Moslem, nicht schwul, weder Bi noch Trans noch Inter – obwohl ich mich durchaus als bekennenden Feministen mit einer ausgeprägten Wokeness bezeichnen würde.

Karrikatur von Haitzinger, Badische Zeitung

Ich bin nicht mal in der AfD und auch kein Coronaprotestler, was mir freien Eintritt in die Opfercommunity bescheren würde. Ich kann auch keine schwere Kindheit anführen, keine Missbrauchserfahrung, und die Tatsache, armen Verhältnissen zu entstammen und den sozialen Aufstieg aus eigener Kraft geschafft zu haben, gehört heute zu jeder anständigen Biografie. Ich habe die Arschkarte, bin trotz meines Alterweißermannseins der Neger, habe den schwarzen Peter. Ja ich weiß, „schwarzer Peter“ und „Neger“ gehen gar nicht. Da hilft auch nicht der Hinweis auf den „Negerführer Martin Luther King“ (so die Wochenzeitung die ZEIT am 6.11.1964), der in seiner berühmten Rede vom 28. August 1963 das N-Wort mehrere dutzend Male benutzte.

Mein Kampf (upps, Vorsicht!) – mein bescheidenes Eintreten für #Gerechtergeschlechtigkeit, gegen #Racial Profiling, für ein #Fahrverbot für Bobbycars in Innenstädten und sone Sachen muss also weiter im Stillen erfolgen. Wobei ich mir noch einen Hinweis erlauben möchte: Auch lesbische schwarze Behinderte können ätzend sein! Das ist nicht von mir, sondern von Funny van Dannen (den ganzen Text gibt es hier).

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