Natürlich bin ich kein Rassist. Über Diskriminierung
Veröffentlicht: 30. Januar 2021 Abgelegt unter: Boulevard, Rassismus | Tags: Diskriminierung, Rassismus, Wokeness 3 KommentareWenn es stimmt, dass über Diskriminierung nur die Opfer derselben reden dürfen, dann habe ich als alter weißer Mann, der ich nun mal bin und daran wird sich voraussichtlich so schnell nichts ändern, zu schweigen. Ich habe keinen Migrationshintergrund, bin keine Frau, bin weder Neger, Krüppel noch Zigeuner, bin kein Jude, kein Moslem, nicht schwul, weder Bi noch Trans noch Inter – obwohl ich mich durchaus als bekennenden Feministen mit einer ausgeprägten Wokeness bezeichnen würde.

Karrikatur von Haitzinger, Badische Zeitung
Ich bin nicht mal in der AfD und auch kein Coronaprotestler, was mir freien Eintritt in die Opfercommunity bescheren würde. Ich kann auch keine schwere Kindheit anführen, keine Missbrauchserfahrung, und die Tatsache, armen Verhältnissen zu entstammen und den sozialen Aufstieg aus eigener Kraft geschafft zu haben, gehört heute zu jeder anständigen Biografie. Ich habe die Arschkarte, bin trotz meines Alterweißermannseins der Neger, habe den schwarzen Peter. Ja ich weiß, „schwarzer Peter“ und „Neger“ gehen gar nicht. Da hilft auch nicht der Hinweis auf den „Negerführer Martin Luther King“ (so die Wochenzeitung die ZEIT am 6.11.1964), der in seiner berühmten Rede vom 28. August 1963 das N-Wort mehrere dutzend Male benutzte.
Mein Kampf (upps, Vorsicht!) – mein bescheidenes Eintreten für #Gerechtergeschlechtigkeit, gegen #Racial Profiling, für ein #Fahrverbot für Bobbycars in Innenstädten und sone Sachen muss also weiter im Stillen erfolgen. Wobei ich mir noch einen Hinweis erlauben möchte: Auch lesbische schwarze Behinderte können ätzend sein! Das ist nicht von mir, sondern von Funny van Dannen (den ganzen Text gibt es hier).
Hassmails zu diesem Text bitte richten an: arschkarte(at)web.de
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Liebe Saphira,
vielen Dank für Ihren Kommentar. Vielleicht haben Sie meinen Beitrag falsch verstanden: Natürlich möchte ich im alltäglichen Umgang niemand durch einen bestimmten Wortgebrauch beleidigen. Ich habe viel mit Menschen mit Migrationshintergrund zu tun und auch viele Jahre in Ländern des Südens zugebracht. Mein Beitrag war als – auch satirisch gefärbter – Protest dagegen gedacht, dass ich als weißer alter Mann nicht über Rassismus und Diskriminierung reden darf, weil ich ja nicht davon betroffen bin.
Mit besten Grüßen
Jürgen Lieser
Lieber Herr lieser.
Auch wenn einige Weiße Leute ihnen möglicherweise das gefühl gaben, ist es dennoch nicht okay als Weiße Person das n-wort zu sagen.
Dies ist nähmlivh nicht nur eine normale beleidigung wie z.B. Arschloch, sondern ein verletzendes Wort das in jedem Kontext (selbst wenn es nicht an eine Person gerrichtet ist) von einer Weißen person beleidigend ist.
Falls sie Interesse daran haben mehr darüber rauszufinden warum es als Weißer nicht inordung ist das wort zu schreiben, sagen oder selbst zu singen, können sie gerne hirauf antworten und uch werde es genauer erklären bzw. Links von selbst betroffenden schicken, da diese die einzigen sind fie dazu etwas zu sagen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen Saphira
Lieber Herr