Die verlorene Ehre des Hubert Aiwanger: „Seit dem Erwachsenenalter ein Menschenfreund“
Veröffentlicht: 31. August 2023 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Innenpolitik 2 KommentareEs ist doch immer wieder erstaunlich, wieviel Blödheit in ein einziges kurzes Statement passt. Gestern nun hat sich Hubert Aiwanger zu den gegen ihn gerichteten Vorwürfen so geäußert: „Es ist auf alle Fälle so, dass in der Jugendzeit das ein oder andere so oder so interpretiert werden kann, was als 15-jähriger mir vorgeworfen wird. Aber auf alle Fälle sage ich: Seit dem Erwachsenenalter, die letzten Jahrzehnte: Kein Antisemit, kein Extremist – sondern ein Menschenfreund“, so Aiwanger. Dass über seine Jugendzeit diskutiert werde, wundere ihn.
Das, worüber sich Herr Aiwanger wundert, und was „so oder so interpretiert werden kann“ liest sich so (oder wie könnte man es noch interpretieren?)

Wenn das Datum 1.1.88 auf dem Flugblatt stimmt, dann war Aiwanger zu diesem Zeitpunkt nicht fünfzehn, sondern fast siebzehn Jahre alt (Geburtsdatum 26.01.1971) und demnach kurz vor dem Eintritt ins Erwachsenenalter und der dann erfolgten wundersamen Mutation zum Menschenfreund.

Sein Bruder Helmut, der Waffenhändler, hat im Zusammenhang mit dem Flugblattskandal an Heinrich Bölls „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ erinnert (alle unter 50jährigen bitte googeln).
Hallo Hubert und Helmut Aiwanger, Freie Wähler, Markus Söder: Wie lange wollt Ihr uns eigentlich noch für blöd verkaufen????
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Ja, das habe ich auch zunächst vermutet. Bin aber nicht sicher, ob die Autoren des Flugblatts diese Chiffre kennen, also lieber nicht spekulieren …
Aiwanger hat ja jetzt den söderschen Schnellwaschgang überstanden und kann sich nun in der Rolle als Opfer einer Schmutzkampagne suhlen.
Ahhh, das ist also ein echtes Datum! Ich hatte das glatt als „88“, Chiffré der Neonazis für „HH“ gelesen!