Impfen: Zur Sache, Schätzchen
Veröffentlicht: 1. April 2021 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Corona, Gesellschaft | Tags: Corona, Impfen, Uschi Glas 4 Kommentare
Uschi Glas hat sich impfen lassen und wirbt für die Corona-Schutzimpfung: „Damit ich endlich wieder meinen Enkel drücken kann“. Mal abgesehen davon, dass der Enkel vielleicht gar nicht von der Oma gedrückt werden will: Mensch Uschi! Hast du nicht 1968 in dem Film „Zur Sache, Schätzchen“ die Polizei mit einem Striptease von ihrer Ermittlungsarbeit abgelenkt? Und jetzt willst du uns mit deinem entblößten Oberarm davon ablenken, dass es mit „Ärmelhoch für die Impfung“ nicht getan ist? Ich und viele meiner Mitmenschen sitzen seit Wochen mit aufgekrempeltem Ärmel in der Gegend rum, ohne dass eine Impfnadel am Horizont zu sehen ist.

Dein Partner Werner Enke, der in dem Film einen auf coole Sau machte, hat dir erklärt, was „fummeln“ bedeutet, nämlich „sich unsachgemäß an einer Sache zu schaffen machen“. Die Sache warst natürlich du. Wir haben dich angehimmelt und wussten damals noch nicht, dass Du Helmut Kohl und Franz-Josef Strauß verehrst, gerne in Glitzerglimmer auftrittst und deine „Uschi Glas hautnah Face Cream“ von der Stiftung Warentest mit „mangelhaft“ bewertet wurde. Also bitte, bevor du deinen Enkel drückst, wenigstens die Uschi-Glas-Hautcreme abschminken.
Impftermine buchen kann süchtig machen
Veröffentlicht: 10. März 2021 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Corona | Tags: Corona, Impfen, Impftermine 7 KommentareEine neue Sucht grassiert im Land: Wir buchen uns einen Impftermin. Online oder telefonisch, es ist ein bisschen wie Lotto spielen. Jemand aus meinem Bekanntenkreis hat nach neun Tagen und ungezählten Versuchen zu allen Tages- und Nachtzeiten einen Treffer erzielt. Andere, so hört man, haben sofort das große Los gezogen. Ich selbst bin erst seit zwei Tagen impfberechtigt, aber schon zeigen sich erste Anzeichen einer Sucht. Einen Impftermin buchen, das ist im Prinzip ganz einfach. Entweder die Telefonnummer 116117 anrufen oder über die Internetseite: www.impfterminservice.de. Beim Telefonanruf bekommt man, wenn es gelingt, die Ansage der Warteschleife zu durchbrechen und einen richtigen Menschen zu erreichen, die Auskunft, dass in den Impfzentren in 100 km Umkreis vom Wohnort aktuell keine freien Impftermine zur Verfügung stehen. Die online-Buchung kommt zum gleichen Ergebnis:

Wir probieren es also später erneut. Seit heute gibt es, und das ist offenbar neu, auf dem online-Portal einen „virtuellen Warteraum“:

„Wir bitten um etwas Geduld“ – wieviel aber ist „etwas“?, und „Sie müssen nichts weiter tun“. Jetzt mach das mal über mehrere Stunden, das Nichtstun, wenn Du nicht durch jahrelange Meditation darin geübt bist. Ich wurde auch erst beim dritten Versuch „automatisch weitergeleitet“. Im realen Wartezimmer beim Arzt könnte man wenigstens alle Zeitschriften lesen, die dort üblicherweise ausliegen. Du traust Dich auch nicht, für längere Zeit den Computer zu verlassen, denn es könnte ja sein, das just in dem Moment dein Impftermin angeboten wird, und wenn Du vom Klo zurück bist, ist er schon wieder vergeben.
Ich wurde dann aber tatsächlich irgendwann automatisch weitergeleitet und durfte angeben, ob ich auch wirklich zu den Impfberechtigten gehöre. Und dann diese hoffnungsvolle Meldung:

Ich habe dann meine Mailadresse und meine Mobilfunknummer eingegeben und schwuppdiwupp bekam ich eine 6-stellige PIN geschickt, die ich in die folgende Maske eingeben musste:

Leider erfolgte trotz korrekter Eingabe der PIN die Meldung „Technischer Fehler“. Gut, das kann ja mal passieren. Bei der Bahn heißt das „betriebsbedingte Störung“. Bevor ich das Programm bitten konnte, mir eine neue SMS mit neuer PIN zu schicken, war das Anfragelimit erreicht, was immer auch das bedeuten mag:

Ich probiere es weiter. Irgendwann, so sagt die Lebenserfahrung, wird es auch für mich einen Impftermin geben. Frau Merkel und Herr Spahn haben es versprochen.
