Ferrarifahrer Ulf Poschardt über Ferrarifahrer: „Die Leute, die krasse Autos haben, fahren vorbildlich“
Veröffentlicht: 30. Juni 2026 Abgelegt unter: Boulevard, Gesellschaft | Tags: Ulf Poschardt Hinterlasse einen KommentarHeute mal ein Blogbeitrag für meine Abonnent*innen, die einen Ferrari Testarossa haben. So wie Ulf Poschardt. Sind wahrscheinlich nicht so viele, denn so ein Teil kostet um die 500.000 bis 650.000 €. Zu den Besonderheiten gehört: Die Leute, die so einen Balzhobel fahren, sind grundanständige Menschen. Das jedenfalls behauptet Ulf Poschardt. Ich muss also eines meiner hartnäckigsten Vorurteile revidieren, das da lautet: In Arschlochautos sitzen sehr häufig Arschlöcher am Steuer. Ulf Poschardt, auf den diese grobe Charakterisierung nicht zutrifft, behauptet, dass man sich in dem Auto nicht asozial verhalten kann. Es hat zum Beispiel einen eingebauten „Omarüberlassschalter“ und bremst beim Anblick von Kindern am Straßenrand auf 30 kmh runter.
Falls Ihr nicht wisst, wer Ulf Poschardt ist: Herausgeber von Welt (bald nicht mehr), Politico und Business Insider. Er hasst alles, was aus seiner Weltsicht grün und ökologisch ist: „Die grüne Vision ist eine öde, enge, reaktionäre Welt“. Er schreibt Bücher mit Titeln wie „Shitbürgertum“ und „Bückbürgertum“ und bewundert Leute wie Elon Musk oder Javier Milei.. Er ist der Prototyp des „freie Fahrt für freie Bürger“-Liberalismus. Er liebt schnelle und teure Autos. Über seine Liebe zu Autos und das „Auto als Herzensangelegenheit“ schrieb er 2021 in der TAZ Futurzwei vom 11.11.2021: „Der verklemmte und antifreiheitliche Umgang mit Autos, Luxus und Humor ist das Ergebnis moralofunktionaler Schrumpfdebatten von Emissionsklerikern mit Läuterungsfixierung.“ Eloquenter kann man Bullshit kaum formulieren.
Wenn Ihr wissen wollt, was der passionierte Ferrarifahrer Ulf Poschardt sonst noch an Erkenntnissen über Menschen und Ferraris (das Auto als soziales Gewissen dessen, der am Steuer sitzt) von sich gibt, hier ein kurzer Ausschnitt aus einem Interview:
