Die heilige Julia der Schlachthöfe

Klappe, die Zweite

Wieder einmal zeigt sich, dass Beiträge auf diesem Blog zu tiefgreifenden gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen führen. In unserem Beitrag vom 27. Mai zum Internationalen Tag des Hamburgers hatten wir empfohlen, Agrar- und Verbraucherschutz-Ministerin Julia Klöckner, ehrenamtliche Pressesprecherin der Fa. Nestlé, Befürworterin des Pestizideinsatzes in der ökologischen Landwirtschaft und Trägerin des Aachener Ordens wider den tierischen Ernst (sic!) mit dem Titel „Heilige Julia der Schlachthöfe“ auszuzeichnen.

Am heutigen Freitag (26. Juni) nun hat Ministerin Klöckner zu einem Fleischgipfel geladen. Der Anlass: Die Häufung von Corona-Infektionen in Schlachtbetrieben wegen der nicht artgerechten Haltung der Mitarbeiter. Dumm gelaufen. Nun darf Frau Klöckner zeigen, dass sie so was von drastisch gegen die Schweinereien in der Fleischindustrie vorgeht. Man hätte gerne gewusst, was zum Gipfel außer Kaffee und kalten Getränken aufgetischt wurde. Hamburger? Coronawürstchen aus dem Tönnies-Werksverkauf? Und am Ende wieder die freundliche Empfehlung an die Fleischbarone, doch bitte bitte ein paar Missstände abzustellen.

Aber lassen wir uns überraschen. Vielleicht kommt ja alles ganz anders und das Schweinesystem (Titel des lesenswerten Buches von Matthias Wolfschmidt) wird wirklich reformiert?


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