Ach, Deutsche Bank …
Veröffentlicht: 16. Januar 2021 Abgelegt unter: Allgemein, Gesellschaft, Innenpolitik, Wirtschaft | Tags: Deutsche Bank, Geldwäsche, Trump Hinterlasse einen Kommentar… keine Geschäfte mehr mit Donald Trump? Wie das? Wo ihr doch viele Jahre so toll zusammengearbeitet habt! Manche behaupten ja, ohne dein Geld wäre Trump nicht Präsident der USA geworden. Moralische Skrupel dürften es wohl kaum sein, die dich nun bewogen haben, die Geschäftsbeziehungen mit Trump und seinem Firmenimperium einzustellen. Bloß weil der paranoide, sich an sein Amt klammernde Präsident seine rechtsradikalen Unterstützer zum gewaltsamen Aufruhr anstachelt und in bester Diktatorenmanier Wahlergebnisse ignoriert? Wir vermuten mal, es geht euch ganz allein um Imagepflege, weil eine weitere Zusammenarbeit mit Trump letztlich geschäftsschädigend sein könnte. Du fürchtest um den guten (?) Ruf der Marke „Deutsche Bank“, gell?
Damit bist du übrigens in guter Gesellschaft: Auch andere Großunternehmen fürchten um ihr Ansehen und wenden sich von Trump ab: Soziale Medien wie Twitter und Facebook sperren seine Konten, der US-Golfverband wird seine jährliche Meisterschaft nicht, wie ursprünglich geplant, auf Trumps Golfanlage veranstalten. Das Wall Street Journal berichtet von weiteren Firmen, die sich von Trump abwenden, wie z.B. Shopify, Stripe und JLL. Sogar die National Rifle Association meldet Insolvenz an, eine Tragödie von nationaler Dimension für alle Waffenfreunde in den USA.
Wenn also die Sorge um deinen Ruf als Deutsche Bank Anlass für den Rückzug von Trump sein sollte, dann fragen wir uns: Wie das jetzt? Ist dein Ruf nicht schon längst durch eine schier endlose Liste von Skandalen ruiniert? Gerade erst hast du 186 Mio. Euro in einem Vergleich um angebliche Zinsmanipulationen in den USA gezahlt. Und wegen der Geschäfte mit dem verurteilten Sexualverbrecher Epstein hast Du eine Strafe von 150 Mio. Dollar zahlen müssen. Dabei sind das eher Peanuts im Vergleich zu früheren Strafzahlungen. Dein Gebaren auf dem amerikanischen Immobilienmarkt während der Finanzkrise 2008/2009 hat dir wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte 2013 eine Strafzahlung von 1,9 Milliarden Dollar und 2017 von 7,2 Milliarden Dollar beschert. Deine Beteiligung an Geldwäschegeschäften russischer Großkrimineller wurde durch die FinCEN-Files aufgedeckt (FinCEN steht für Financial Crimes Enforcement Network), was wiederum mit einer Strafzahlung von 600 Mio. Dollar endete. An der von der EU-Kommission verhängten Strafzahlung von 1,7 Mrd. Euro gegen sechs europäische Großbanken wegen der Manipulation von Referenzzinssätzen wie Euribor und Libor warst du auch mit satten 725 Mio. Euro beteiligt, und obendrauf kam dann noch eine durch britische und amerikanische Behörden verhängte Strafe von 2,5 Milliarden Dollar. Erwähnt seien auch noch die 260 Millionen Dollar, die du 2015 wegen der Iran-Connection bezahlt hast. Auch im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der sog. Paradise Papiers 2017 wurdest du genannt. Durch die Zusammenarbeit mit dem Skandalunternehmen Wirecard hast du einen Verlust von 18 Mio. Euro eingefahren.

Lt. Wikipedia (aufgerufen am 16.01.2021) wurde dir 2020 zur Last gelegt, „bei der Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen mit Kunden unter anderem in China gegen Gesetze zur Vermeidung von Korruption verstoßen zu haben. Dem Gericht zufolge gab es außerdem Verletzungen bei der Kontrolle über Geldwäsche bei Zahlungen in Saudi-Arabien und Abu Dhabi. Anfang 2021 legte die Bank mit der Zahlung von insgesamt rund 130 Millionen Dollar entsprechende Rechtsstreitigkeiten zu den Akten. Das Institut habe zwei Vergleichen mit dem US-Justizministerium und der Wertpapieraufsicht SEC zugestimmt, erklärte ein Gericht in New York.“
Gibt es eigentlich eine Schweinerei auf den internationalen Finanzmärkten, an der du nicht beteiligt bist? Und was, wenn Trump die rund 300 Mio. Euro, die er dir noch schuldet, nicht zurückzahlt? Und wieso sind Kredite, die du an Trump gewährt hast, durch die Russische Regierung garantiert? Fragen über Fragen. Herr Sewing, wir erwarten eine Erklärung. Sonst droht Ihnen eine Strafzahlung von 150 Euro – das wäre mein Honorar für das Verfassen dieses Blogbeitrags.
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