Warum der Merz ein Amt braucht

Dreimal musste Friedrich Merz nun eine Niederlage im Wettbewerb um ein CDU-Amt hinnehmen. Der Karrikaturist Stuttmann hat das in der Badischen Zeitung von heute so verarbeitet:

Der an-/ge-/abgeschlagene Merz reagiert angepisst: „Männo! Dann will ich wenigstens Minister sein!“ Oh, wie peinlich. Er will ein Amt, egal wie. Max Weber hat dazu in seinem Vortrag „Politik als Beruf“ (von 1919!) gemeint, der Politiker müsse seine Eitelkeit überwinden, seine hochfliegenden Pläne zur Rettung der Menschheit mit Abstand betrachten und vor allem Enttäuschungen wegstecken können. Und was meint der Psychoanalytiker Carl-Gustav Jung (der neben viel Klugem auch manchen Stuss verzapft hat) richtigerweise dazu: „Die Identifikation mit Amt und Titel hat etwas Verführerisches, weshalb viele Männer nichts anderes sind, als ihre von der Gesellschaft ihnen zugebilligte Würde. Es wäre vergeblich, hinter dieser Schale eine Persönlichkeit zu suchen, man fände bloß ein erbärmliches Menschlein. Darum eben ist das Amt … so verführerisch, stellt es doch eine billige Kompensation für persönliche Unzulänglichkeiten dar“ (C.G. Jung, Gesammelte Werke VII).

Dazu fällt einem nicht nur der Name Friedrich Merz ein.


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One Comment on “Warum der Merz ein Amt braucht”

  1. Avatar von Stephan Schwär Stephan Schwär sagt:

    Prima der Jung
    Drewermann brauchte ein dickes Buch um das gleiche für nur einen Berufsstand zu sagen


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