Schiff verkeilt, der Käpten kichert: hoffentlich Allianz versichert

Die Versicherungswirtschaft, so haben wir bei der letzten ZDF-Heute Show gelernt, kann nahezu alle Schadensfälle des Lebens versichern. So gibt es angeblich eine Erektionsausfallversicherung. Wie der Eintritt des Versicherungsfalls ggfs. überprüft wird, wurde nicht mitgeteilt. Ob es eine „Im Suezkanal-verkeiltes Schiff-Versicherung“ gibt, konnten wir in der Kürze der Zeit nicht eruieren. Außerdem ist das Containerschiff seit heute wieder frei.

Die mehrtägige Havarie des Schiffes veranlasst jedoch zu grundsätzlichen Überlegungen über Lieferketten, Unterhosen und den Otto Versand. Was das miteinander zu tun hat? Sehr viel. „Everything hangs together“ stellte richtigerweise schon Günter Öttinger fest. Entwicklungsminister Müller will ein Lieferkettengesetz, die Wirtschaft hält das für keine gute Idee. Ich bin dafür, aber meine profunde Expertise dazu ist mal wieder nicht gefragt.

Meine wegen Corona beim Ottoversand bestellten Unterhosen (ohne Eingriff!) können nicht, wie mir Otto jetzt mitteilte, zum vereinbarten Zeitpunkt geliefert werden. Gründe für die Verzögerung wurden nicht genannt. Ich schätze, weil sie in einem der Container auf der „Ever Given“ im Suezkanal sind. Wenn das stimmt, dann sind die Unterhosen vermutlich von schlechtbezahlten und ohne gewerkschaftliche Vertretung beschäftigten Frauen in Bangladesch genäht. Also sollte ich doch besser Unterhosen bei Trigema bestellen? Eine Zeit lang kann ich noch ohne neue Unterhosen überbrücken. Deshalb unterstütze ich das Lieferkettengesetz. Weil Trigema nicht alles produziert, was mensch braucht, und weil ein Leben ohne Unterhosen möglich ist, aber nicht auf Dauer.


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