Powershopping bei der Rüstungsindustrie: 600 Mrd. Dollar Umsatz 2021

Die Rüstungsindustrie brummt und verzeichnet neue Rekordverkäufe. Wie das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) heute meldet, haben die 100 größten Rüstungsunternehmen weltweit 2021 für 592 Milliarden US-Dollar Waffen und Militärdienste verkauft. Das sind rund zwei Prozent mehr als 2020. Nicht nur bei der Fußball-WM schafft es Deutschland nicht unter die besten 16 Mannschaften. Noch peinlicher: Auch der größte deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall ist im weltweiten Ranking nicht auf einem der vorderen Plätze zu finden. Da kann man sicher noch dran arbeiten. Beim Powershopping sind die Deutschen aber dabei: Die 100 Milliarden für die Bundeswehr müssen ja irgendwie ausgegeben werden. Für 35 moderne Kampfflugzeuge, die in den USA bestellt sind, geht schon mal ein dicker Batzen weg.  Die Tarnkappenjets gibt es bei Lockheed Martin gerade zum vorweihnachtlichen Schnäppchenpreis von 10 Milliarden Euro, bzw. zum Stückpreis von 235 Millionen Euro. Preisfrage: Wie viele Pflegekräfte, Erzieher*innen, Lehrer*innen und Friedensfachkräfte könnte man davon ein Jahr lang finanzieren? Richtig – 137.000.

Aber wir wollen nicht mit so einem Gedöns ablenken. Wir waren ja bei der Rüstungsindustrie. Um die muss man sich keine Sorgen machen. Höchstens darum, wohin mit dem ganzen Zeugs, was die produzieren und verkaufen. Kann man ja nicht einfach im Meer versenken, wie das noch im II. Weltkrieg passierte. Oder ins All schießen. Oder zum Sperrmüll legen. In meiner Jugend kursierte der Vorschlag „Keine neuen Atomraketen, bevor die alten nicht verbraucht sind“. Bei näherem Nachdenken scheint mir das aber auch keine vernünftige Lösung zu sein.

Immerhin gibt es Nationen, die sich große Mühe geben, das ganze Schießzeugs auch seinem originären Zweck zuzuführen, wie man auf dem folgenden Bild sehen kann (Es handelt sich um die eingesammelten Fragmente von Raketen, die in Charkiw eingeschlagen sind)

Bild: dpa.

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