In eigener Sache: Was gibt´s Neues vom Blog?

Rund zweieinhalb Jahre gibt es diesen Blog. Deshalb heute mal eine kleine Zwischenbilanz und Hinweise auf Neuerungen.

Huch, was ist da jetzt anders?
Erstens: Wer bisher per Mail über einen neuen Beitrag auf meinem Blog informiert wurde, müsste es bemerkt haben: Statt des ganzen Textes gibt es jetzt nur einen „Teaser“, einen „Anreißer“, der neugierig machen soll auf den ganzen Beitrag. Ein Klick auf „Mehr von diesem Beitrag lesen“ führt dann auf die Blogseite. Man kann die Ankündigungsmail auch einfach löschen (don´t you dare!!!). Ich muss mir einfach gute Überschriften ausdenken, die Lust auf mehr machen.

Zweitens: Apropos Überschriften: Wie „strong“ ist das denn? Aufmerksame Leser*innen werden bemerkt haben, dass bei zwei kürzlichen Blogbeiträgen die Überschrift eingerahmt war von Formatierungen: <strong>Hast du speed bist du high</strong>. Ich habe keine Ahnung, wie das da reinkommt und hoffe, den Fehler bald zu beseitigen.

Nicht jeder Beitrag ist literaturpreiswürdig

So etwa der Letzte: „Hast du speed bist du high“. Das war Kokolores, gehobener Schwachsinn, einfach zu unhabermasisch. Gleichwohl: Ein Test auf dem Blablameter ergibt selbst für diesen seichten Text einen Bullshit-Index von lediglich 0,16 („Ihr Text zeigt nur geringe Hinweise auf `Bullshit´-Deutsch“). Wenigstens das.

Kommentare sind willkommen

Aber nicht jede/r will sich gerne öffentlich äußern. Das verstehe ich. Und dann bekomme ich immer wieder mal die Rückmeldung, dass ein Kommentar nicht gepostet werden konnte, weil man sich dafür bei WordPress anmelden muss. Das ist blöd. Vielleicht hat jemand einen Tipp, wie es auch ohne WordPress-Account geht?

Und dann: Worüber also soll ich schreiben?

Vielleicht teilt Ihr meine Abneigung gegen die grassierende Feedbackeritis. Überall soll ich bewerten, wie zufrieden ich mit einer Leistung war. Das nervt. Natürlich wüsste ich gern, wie Du oder Sie als Follower den Blog insgesamt bewertest. Was interessiert, welche Inhalte, welche Themen? Zu viel, zu wenig Beiträge? Nicht so viel Satire, nicht so viel Blödelei, lieber Ernstes, Nachdenkliches?

Wie man hört, hat Donald Trump im Mai letzten Jahres einen Blog begonnen: From the desk of Donald J. Trump. Hat bloß kein Schwein interessiert, weshalb er den Blog schon bald wieder aufgegeben hat. Der Mann braucht Aufmerksamkeit. Das kann ich gut verstehen. So ähnlich geht es mir auch. Wenn der Applaus der Masse ausbleibt, geht die Lust am Bloggen leicht verloren. Die meisten Blogger*innen erleben früher oder später diese Sinnkrise: Keine Sau liest meine doch so wahnsinnig tollen und wichtigen Beiträge. Die Frage, ob ich als Blogger lediglich meine narzisstische Persönlichkeitsstörung auslebe oder der Welt Wichtiges mitzuteilen habe (oder beides?), haben sich viele Betreiber*innen eines Blogs sicher schon mal gestellt. Wer sich in der Bloggerszene ein wenig umschaut, wird schnell erkennen: Es tummeln sich dort unzählige Welterklärer, Schönerlebenempfehler, Kosmetik-, Koch- und Gartenratgeber, usw. Von Computerblogs über Funnyblogs, Gourmetblogs, Hobbyblogs, Kultur, Glamour, Literatur, Medizin, Reise bis zu „Nachhaltig Haarewaschen“. Es sind tausende allein im deutschsprachigen Raum. Jede und jeder kann seinen eigenen Blog starten und die Welt beglücken mit harmlosen Belanglosigkeiten, rechtem Verschwörungsgeschwurbel oder guten Literaturtipps. Die Chancen, zur Kenntnis genommen zu werden, verringern sich allerdings in dem Maße, wie die Anzahl der Blogs zunimmt. Schließlich will jede und jeder zur Kenntnis genommen werden. Die Droge des Bloggers/der Bloggerin sind die Aufrufe, die Klicks, die Follower. Ab einer signifikanten Zahl von Followern kann man damit auch Geld verdienen, indem man Werbeanzeigen auf seiner Seite einbindet. Das ist mir allerdings bisher noch nicht gelungen, obwohl ich mehrfach die Zeitschrift „Beef“ lobend erwähnt habe, ebenso wie die Apothekenumschau, die „Autotuning“ und den Verband der Deutschen Geflügelzüchter.

Zum Schluss noch etwas Statistik:

Zum Start meines Blogs am 8. März 2020 habe ich an einen Kreis von Freunden und Bekannten geschrieben: Ich lade Euch ein, meinen neuen Blog zu besuchen: www.juergen-lieser.de und freue mich, wenn Ihr den Block abonniert (kostet nix, tut nicht weh, ist nicht ansteckend). Warum ich – im 8. Lebensjahrzehnt – zum Blogger werde, könnt Ihr dort nachlesen. Über Kommentare freue ich mich. In diesen Tagen, wo das öffentliche Leben mehr und mehr zum Erliegen kommt und empfohlen wird, soziale Kontakte auf das absolut notwendige Maß zu beschränken, ist dies zumindest eine Möglichkeit, im Kontakt zu bleiben. 

Bis heute habe ich 187 Beiträge veröffentlicht und 80 Follower haben den Blog abonniert. Die Aufrufstatistik (Klicks) zeigt eine steigende Tendenz: zwischen 10 und 15 Aufrufe pro Tag im Durchschnitt. Über solche Klickzahlen werden Influenzer*innen nur müde lächeln. Ich bin für diese freundliche Aufmerksamkeit dankbar. Sie ermutigt mich, auch weiter Beiträge zu veröffentlichen. Hoffentlich bald wieder ohne <strong> in der Überschrift, und vielleicht in weniger kurzen Abständen und mit niedrigem Bullshit-Index.