Deutsches Klimaschutzgesetz: Gehe zurück auf Los
Veröffentlicht: 5. Mai 2021 Abgelegt unter: Allgemein, Internationale Politik, Wirtschaft | Tags: Klimaschutz Hinterlasse einen KommentarNachdem das Bundesverfassungsgericht das bundesdeutsche Klimaschutzgesetz in die Tonne getreten hat, herrscht bei der Bundesregierung hektische Betriebsamkeit. Man will, möglichst noch vor der Bundestagswahl im Herbst, bei den Klimazielen nachjustieren und bis 2030 statt bisher 55 jetzt 65 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre blasen und Klimaneutralität schon bis 2045 anstreben.
Das ist lobenswert. Wir warten jetzt mal gespannt, was aus diesen Vorsätzen wird und wo wieder getrickst und gefeilscht wird, wenn es um schmerzhafte Eingriffe geht, etwa beim Flugverkehr, beim Kohleausstieg, beim Ausbau der Erneuerbaren, bei der Massentierhaltung, bei den Autoabgasen, beim Tempolimit, bei der CO2-Bepreisung, usw.
Selbst wenn die aktuellen Ziele und Versprechen von Regierungen weltweit zur Senkung der Emission von Treibhausgasen eins zu eins umgesetzt werden, reichen sie nicht aus, um die vom Pariser Klimagipfel angestrebte Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Das zeigt diese Statista-Grafik auf Basis der aktuellen Prognose des Analyseprojekts Climat Action Tracker (CAT).

Wie man sieht, klaffen Ziele und gegenwärtige Maßnahmen auseinander. Würden die Ziele und Versprechen nicht umgesetzt werden und der status quo bestehen bleiben, würde die globale Durchschnittstemperatur im Jahr 2100 sogar +2,9 Grad Celsius betragen. Bei einem optimistischen Szenario mit verstärkten Klimaschutz-Anstrengungen würde die Erderwärmung immer noch zwei Grad betragen.
Basis für die Prognose sind Daten von 32 Staaten, die zusammen für rund 80 % der globalen Emissionen verantwortlich sind.
Der Climate Action Tracker ist eine unabhängige wissenschaftliche Analyse, die die Klimaschutzmaßnahmen der Regierung verfolgt und gegen das weltweit vereinbarte Ziel des Pariser Abkommens misst, „die Erwärmung deutlich unter 2 ° C zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, um die Erwärmung auf 1,5 ° C zu begrenzen“. In Zusammenarbeit von zwei Organisationen, Climate Analytics und New Climate Institute, bietet der CAT seit 2009 diese unabhängige Analyse politischen Entscheidungsträgern an.
(Quelle : Matthias Janson, Data Journalist, matthias.janson@statista.com)
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