Breit in 100 Sekunden und nicht auf die Schuhe kotzen

Nicht nur die Documenta Kassel hat ihren Sommerskandal. Auch der Ballermann, Hochburg deutschen kulturellen Lebens, wo insbesondere gehobenes deutsches Liedgut und rustikale deutsche Trinkkultur gepflegt werden, sorgt dieser Tage für Ärger. Was ist passiert? Von den vielen Partyhits, die dort gerne gegrölt werden und die sich um besonders feinfühlige und woke Beschreibungen des weiblichen Geschlechts und des gleichnamigen männlichen Organs drehen, ist nun einer in Verruf geraten: Layla. Nicht der gleichnamige Song von Eric Clapton, sondern ausgerechnet der von DJ Robin und dem Schlagersänger Schürze. Nun ja, schon etwas sexistisch, oder, wie jemand meinte, ein von toxischer Männlichkeit durchtränkter Text, aber bitte, wir sind hier in Malle und nicht am deutschen Goethe-Institut in Paris.  Die in „Layla“ besungene Puffmutter ist einfach „schöner, jünger, geiler“. Man mag das prollig finden, oder sexistisch, oder beides, und überhaupt einfach nur doof und primitiv, aber Qualität setzt sich eben durch, weshalb der Song auch zu Deutschlands offiziellem Sommerhit Nr. 1 gewählt wurde. Hier kann man sich überzeugen, warum.

Blöderweise hat nun eine Kommune, nämlich die Stadt Würzburg, die Anti-Layla-Lawine losgetreten, weil sie einen Festzeltbetreiber aufgefordert hat, Layla nicht mehr zu spielen. Nun rollt die Lawine der political correctness landauf landab, und viele Festveranstalter bemühen sich scheinheilig zu erklären, dass Layla bei ihnen nicht mehr gespielt werden darf.

Aber zum Glück gibt es Abhilfe: Auf Bitte des Zeit-Magazins sollten Schriftsteller einen eigenen neuen Ballermann-Song komponieren. Der Komiker Heinz Strunk hat dazu sein „Breit in 100 Sekunden“ beigesteuert:

Na also, geht doch.


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