Trotz alledem und jetzt erst recht: Zuversichtlich bleiben!
Veröffentlicht: 15. November 2024 Abgelegt unter: Demokratie, Gesellschaft, Internationale Politik, Krieg, Neue Rechte, Pazifismus, Wahlen 8 KommentareDie Erkenntnis dieser Tage scheint zu bestätigen, dass Politik und Moral nicht zusammenpassen. In diesem Beitrag wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, ob es nicht an der Zeit ist für eine geistig-moralische Erneuerung, für eine neue Aufklärung, einen Aufstand der Anständigen, der dem grassierenden Autoritarismus, der Verrohung in Politik und Gesellschaft, der neuen Kriegshysterie, etwas entgegensetzt. Aber was könnte das sein?
Das ist nicht die Welt, in der wir leben wollen
Der Blick auf den aktuellen Zustand der Welt gibt wenig Anlass, mit Zuversicht und Optimismus in die Zukunft zu schauen. In Deutschland bricht eine Regierung auseinander, wegen mangelnder Bereitschaft und Fähigkeit zu notwendigen Kompromissen und Reformen und aufgrund von parteipolitischen und persönlichen Egoismen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt bröckelt, die Ausländerfeindlichkeit nimmt zu. Rechte Parteien sind im Aufwind. In Europa werden immer mehr Regierungen von rechten Parteien dominiert.
In den USA kommt ein mehrfach verurteilter Straftäter zum zweiten Mal an die Macht, der die demokratischen Institutionen verachtet, der gegen Minderheiten hetzt, den Klimawandel leugnet und dem jegliche moralischen und intellektuellen Voraussetzungen für dieses Amt fehlen. In der Folge bringt der Bitcoin, die Kryptowährung der Spekulanten und Kriminellen, den Besitzern exorbitante Kursgewinne. Elon Musk, ein reaktionärer, durchgeknallter Multimilliardär, wird vom künftigen US-Präsidenten als Genie gepriesen und zum Berater in seine Regierung berufen.
Weltweit nehmen Hunger und Armut, Kriege und gewaltsame Vertreibungen zu. Die Erderwärmung, so die neuesten Zahlen der Wissenschaft, übersteigt in diesem Jahr erstmals die 1,5 Grad-Marke und steuert in den nächsten Jahrzehnten auf eher 2,5 bis 3 Prozent zu. Damit werden noch mehr Menschen in die Flucht getrieben, während Europa seine Außengrenzen abschottet und in Kauf nimmt, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken oder in gefängnisähnlichen Lagern eingesperrt werden.
Der Krieg in der Ukraine, von Russland vom Zaun gebrochen, fordert unzählige Menschenleben und schwere Schäden an Gebäuden und Versorgungsstrukturen, ohne dass eine Ende absehbar wäre und ein Friede im Bereich des Möglichen erscheint. Einzig militärische Aufrüstung und wechselseitige Bedrohung scheinen derzeit das Denken und Handeln zu bestimmen. Der Nahostkonflikt, seit Jahrzehnten Quelle von Gewalt, Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen, ist nach dem Überfall der Hamas eskaliert und weitet sich zu einem Flächenbrand in der Region aus. Deutschland liefert weiter Waffen an den Staat Israel, trotz des völkerrechtswidrigen Vorgehens des israelischen Militärs in Gaza, im Westjordanland und im Libanon.
Dieses düstere Bild ist nicht vollständig. Man könnte den Eindruck gewinnen, wir lebten im Zeitalter der einstürzenden Brücken, alle drei Jahre auftretender Jahrhunderthochwasser und staatlicher Rettung zahlungsunfähiger riesiger Schiffswerften, die noch riesigere Kreuzfahrtschiffe bauen, die die Welt nicht braucht.
Was ist also zu tun?
Oder, um mit Kant zu fragen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Mündige Menschen, die in der Lage sind, ihren Verstand zu gebrauchen, können nicht als Entschuldigung anführen, nicht gewusst zu haben, wie es mit der Welt steht. Wir alle stehen in der Verantwortung, für bessere Verhältnisse zu sorgen, egal, ob in der Nachbarschaft, im Betrieb, in der Kommune, im Land, in dem wir leben. Die Nachrichtenlage führt bei vielen Menschen dazu, sich ins Private zurückzuziehen, in Resignation, Verzweiflung oder Zynismus zu verharren.
Ja, es scheint in diesen Tagen besonders schwer, mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Und doch kann es nur eine Antwort geben: Trotz alledem und jetzt erst recht: Für Frieden und Freiheit einstehen, gegen Lügen und Fakenews dagegenhalten, den rechten Brandstiftern nicht den Diskurs überlassen. Und bei schwierigen Kontroversen akzeptieren und aushalten, dass es nicht nur eine Interpretation oder Sichtweise gibt, wie etwa bei den Diskussionen um den Ukrainekrieg oder den Nahostkonflikt. „Legitime Selbstverteidigung und das Streben nach einem gerechten und dauerhaften Frieden sind kein Widerspruch“ – dieses auf den Ukrainekrieg bezogene Zitat aus einem Beitrag von Professor Dr. Peter Brandt, Professor Dr. Hajo Funke, General a.D. Harald Kujat, Professor Dr. h.c. Horst Teltschik in der Berliner Zeitung vom 09.09.2023 kann gleichermaßen für den Nahostkonflikt gelten. Die Antwort auf Kants „Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?“ heißt dann: Das Streben nach einem gerechten und dauerhaften Frieden und die Hoffnung, damit erfolgreich zu sein, nicht aufzugeben. Was sonst?
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Mittlerweile gebe ich Ihnen recht Hr. Lieser. Die ersten 4 Jahre von Trump, waren wirklich die besten für die USA, aber jetzt muss ich sagen, ist Trump verrückt geworden. Ich hätte nie gedacht, dass er sich einmal um 180° Grad dreht und jetzt nur noch Probleme macht. Das wars für mich und meine Liaison mit Trump.
Na ja, bei der Rangfolge der weltbesten Politiker würde ich noch Kim jong-un, Aljaksandr Lukaschenka und Assad vor Trump sehen, meinen Sie nicht?
Muss EUCH leider alle enttäuschen, aber Trump ist das beste, was die Welt an Politikern zu bieten hat.
https://lindalevante.wordpress.com/2024/10/23/trumps-erfolge-besser-als-sein-ruf/
Danke für die klaren Worte, Jürgen! Ganz bei dir. Um zu verstehen, weshalb ein Politclown wie DT so deutlich punkten kann – und seine europäischen Geschwister im Geiste ebenso –, half mir das Interview mit dem Soziologen und Klimaaktivisten Tadzio Müller: «Die Arschlochgesellschaft feiert gerade ihr Comming-out». In aller Kürze: DT und Konsorten erlauben ihren Anhängern Kraft ihres Vorbildes, veritable menschliche Schliessmuskel zu sein und entlastet sie so vom schlechten Gewissen, auf ganzer Linie versagt zu haben, weil sie es nicht schaffen, die Klimakrise und weitere menschheitliche Herausforderungen in den Griff zu bekommen, weil ihr Wohlstand zu weiten Teilen eine Folge der kolonialen Vergangenheit ist und nur aufrechterhalten werden kann, indem der globale Süden weiterhin ausgebeutet wird, und – wichtig für die Männer – weil sie es trotz vollem Einsatz oft nicht einmal schaffen, ihre Familie anständig durchzubringen. Was für eine Zumutung – und wie befreiend, wenn man einfach sagen kann: Fuck you!
ja, ja- ich unterschreibe und arbeite mit, trotz alledem, was uns unverständlich ist. ich kann nicht anders, weil ich idee für ein besseres leben vieler menschen habe und die idioten nicht gewinnen sollen. ich schrieb auch von zuversicht…
Ja, zuversichtlich bleiben ist das Gebot der Stunde!
Danke, lieber Jürgen, dass Du Deine Stimme laut machst, um einigen von uns in unserem Denken zu stärken und zu vereinen in diesen Zeiten einer auseinanderbröckelnden Welt!
Danke!