Kontakt unerwünscht: Geben Sie uns Ihr Abstell-Okay

Der chilenische Autor Antonio Skármeta hat in seinem Roman „Mit brennender Geduld“ dem Postboten von Pablo Neruda ein Denkmal gesetzt. Meiner hätte auch ein Denkmal verdient. Mit großer Zuverlässigkeit und stets um die gleiche Stunde brachte er die Post. Über Jahre immer das gleiche Gesicht. Wir kannten uns, tauschten Freundlichkeiten aus, fragten, wie es im Urlaub war. Manchmal gab er mir Post für Geflüchtete, weil ich deren Adressen im Dorf kannte. Das ist eine Weile her.

Jetzt heißt der Postbote, egal ob Mann oder Frau, Zusteller.  Sein oder ihr Arbeitgeber, die DPD, bittet darum, „die Zustellung so kontaktlos wie möglich zu gestalten. Geben Sie uns Ihr Abstell-Ok.“ Kontakt unerwünscht. Schade eigentlich. Und für Skármetas Geschichte untauglich.


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