Aufruf Frieden ist möglich: Neue Version
Veröffentlicht: 7. März 2022 Abgelegt unter: Flüchtlinge, Internationale Politik, Krieg, Pazifismus | Tags: Europa, NATO, Russland, Ukrainekrieg, USA 14 KommentareAuf meinen vor wenigen Tagen hier veröffentlichten Entwurf eines Aufrufs „Frieden ist möglich. Europa braucht eine neue Sicherheitsarchitektur“ habe ich einige Rückmeldungen bekommen, auch kritische. Allen, die erklärt haben, den Text unterzeichnen zu wollen, danke ich herzlich. Ich habe aufgrund der Rückmeldungen eine neue Fassung des Aufrufs erstellt. Ob der Text eine größere Verbreitung findet und evtl. als Zeitungsanzeige veröffentlicht wird, ist noch offen. Dazu ist die Zahl der Unterzeichner*innen bisher zu klein.
Hier die überarbeitete Fassung:
Frieden ist möglich. Europa braucht eine neue Sicherheitsarchitektur
1. Mit Gefühlen von Ohnmacht, Trauer, Wut und Entsetzen erleben wir die aktuellen Bilder der Zerstörung, von Truppenaufmärschen, von Menschen auf der Flucht, von Schutzsuchenden in U-Bahn-Stationen und Hauskellern. Machen wir uns nichts vor: Trotz des mutigen Widerstands der ukrainischen Streitkräfte, der Regierung und der Zivilbevölkerung, trotz der mit großer Mehrheit verabschiedeten Verurteilung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine durch die Vollversammlung der VN, und trotz der vielfältigen Solidaritätsbekundungen und Unterstützung aus dem Westen wird Russland mit seiner militärischen Übermacht die Ukraine in die Knie zwingen, die Demokratie beseitigen und eine Besatzungsregime installieren. Mit der Folge, dass vermutlich über Jahre hinweg ein blutiger Bürgerkrieg das Land beherrschen wird.
2. Wir glauben an die Kraft des zivilen gewaltfreien Widerstands und der zivilen Konfliktbewältigung und lehnen militärische Lösungen sowie jegliche Form gewaltsamer Unterdrückung des Freiheitswillens der Ukrainerinnen und Ukrainer ab.
3. Unabhängig vom Ausgang dieses schrecklichen und sinnlosen Krieges muss darüber nachgedacht werden, wie danach eine Friedensordnung in Europa aussehen kann. Eine Ordnung, die den Sicherheitsinteressen aller Beteiligten Rechnung trägt. Egal, wie man zu den Bedrohungsängsten Russlands stehen mag, ob man sie für begründet oder bloß für vorgeschoben hält: Eine neue Sicherheitsarchitektur, ausgehandelt zwischen Russland, den USA, der NATO und Europa und basierend auf neuen vertrauensbildenden Maßnahmen, ist vonnöten. Wechselseitige Aufrüstung und Ausbau des atomaren Bedrohungspotenzials sind keine Lösung.
4. Mit diesem Aufruf fordern wir Russland auf, den Angriffskrieg gegen die Ukraine sofort zu beenden. Alle Beteiligten und Betroffenen des Krieges, namentlich Russland, die Ukraine, die USA, die Europäische Union und die NATO werden aufgefordert, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um weiteres Leid und Blutvergießen zu beenden, den Konflikt zu deeskalieren, in Friedensverhandlungen einzutreten und dauerhafte Vereinbarungen über eine neue Sicherheitsarchitektur abzuschließen.
5. Insbesondere fordern wir:
- Sofortiger und absoluter Waffenstillstand und Einstellung aller Kampfhandlungen in der Ukraine.
- Vollständiger Rückzug der russischen Invasionstruppen aus dem Staatsgebiet der Ukraine.
- Die Ukraine bleibt als souveräner Staat erhalten und wird vorläufig unter VN-Mandat gestellt, bis der endgültige Status geklärt ist. Die ukrainische Bevölkerung entscheidet in einer freien Volksabstimmung, ob sie zu Russland oder zum Westen gehören will und welche Regierungsform sie wählt.
- Über die Zugehörigkeit der Krim und der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk entscheidet die dort ansässige Bevölkerung.
- Zwischen Russland und dem Westen (=NATO und Europa) wird eine geographisch noch genauer zu definierende entmilitarisierte Zone eingerichtet. Diese umfasst neben der Ukraine alle europäischen Länder, die unmittelbar an Russland angrenzen. Innerhalb eines Sicherheitskorridors von 1000 km westlich und östlich der Demarkationslinie zwischen Russland und dem Westen (der Grenzverlauf ergibt sich aus der Zugehörigkeit der Staaten zum jeweiligen Machtbereich) werden keine atomaren Mittelstreckenraketen installiert. Bereits vorhandene Waffensysteme werden abgebaut.
- Die NATO-Mitglieder unter diesen Ländern verzichten auf die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen auf ihren Hoheitsgebieten. Vorhandene Raketen werden abgebaut. Das gilt auch für die NATO-Mitglieder Türkei und Norwegen.
- Für die Behebung der Kriegsschäden in der Ukraine wird ein Wiederaufbaufonds unter der Federführung der VN eingerichtet.
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Hallo Gertrud, ich habe eben eine Mail an alle UnterzeichnerInnen geschickt. Konnte Dich bzw. Frau Franke nicht in den Verteiler aufnehmen, weil ich Eure Mailadressen nicht habe. Kannst Du mir die bitte schicken?
Ich unterschreibe und leite weiter!
Liebe Grüße
Lieber Jürgen,
habe deinen Aufruf an Frau Dr. Beatrix Franke (Diplompsychologin) in Freiburg geschickt, auch sie findet den Text gut. Gertrud
Liebe Hedi, lieber Christian,
danke für Eure Unterstützung – ich habe Euch in die Liste der Unterzeichner aufgenommen (sind jetzt 19). Was mit dem Text weiter passieren soll, muss ich noch überlegen. Eine halbseitige Anzeige in der BZ würde 2.300 – 2.500 € kosten. Wären bei 25 Unterzeichnern für jeden 100 €.
Ich melde mich in den nächsten Tagen, um das mit allen Unterzeichnern noch abzustimmen, ob wir das wollen.
Jürgen
Lieber Jürgen, wir würden gerne den Aufruf unterschreiben und auch weiterleiten. Liebe Grüße Hedi und Christian
Lieber Fred,
danke für die Bereitschaft zu unterschreiben. Ich sammle erst mal die Unterschriften und werde mich dann mit allen Unterzeichnern verständigen, was mit dem Text passieren soll.
Schöne Grüße
Jürgen
Zitat: „Vielleicht kommt es auch gar nicht so sehr auf spitzfindige Details an, sondern auf die Grundtendenz, und die lautet: Bleibt am Ende des Krieges nur Zerstörung und Unterdrückung oder gibt es einen Neuanfang in Richtung einer neuen friedlichen Koexistenz?“
Zitatende
So denke auch ich, lieber Jürgen Lieser. Ich werde den Aufruf unterschreiben und weiterleiten. Noch eine Frage. Wie läuft das Procedere im Hinblick auf die Unterschriften ab, habe ich da etwas nicht mitbekommen?
Lieber Jürgen entschuldige bitte., ich wollte Dir keine Schwierigkeiten mit meinem Kommentar machen .Mit den Punkten 4, 5 und 6 waren die Unterpunkte von Punkt 5.“ Insbesonder fordern wir“ gemeint. Es bleiben die Forderungen in den Unterpunkten 5 und 6 die mir Bedenken machen. Alles Gute lG Peter
siehe meine Antwort auf den Kommentar von Peter
Lieber Peter, gerne können wir in den nächsten Tagen mal telefonieren. Worauf genau beziehen sich Deine Bedenken? Der Punkt 5 umfasst ja eine Reihe von Forderungen, einen Punkt 6 gibt es nicht. Mit ist schon klar, dass der Text angreifbar ist. Die Schwierigkeit beim Verfassen solcher – sehr programmatischen – Texte ist immer, dass man sie kurz halten muss und nicht sehr ins Detail gehen kann. Ich kann natürlich näher erklären, was ich meine, z.B. mit der entmilitarisierten Zone. Die Unterzeichner können nur den ganzen Text und nicht bloß Teile davon unterschreiben. Ich habe nach einer ersten Runde Kommentare und Änderungen eingearbeitet. Wenn ich jetzt nochmal ändere, dann muss ich alle, die bisher unterschrieben haben, erneut um ihre Zustimmung zu den Änderungen bitten. Und dann werden vielleicht andere mit den Änderungen nicht einverstanden sein.
Vielleicht kommt es auch gar nicht so sehr auf spitzfindige Details an, sondern auf die Grundtendenz, und die lautet: Bleibt am Ende des Krieges nur Zerstörung und Unterdrückung oder gibt es einen Neuanfang in Richtung einer neuen friedlichen Koexistenz?
Ich schließe mich Peter an. Alles andere unterschreibe ich sehr gerne. Vielen herzlichen Dank für so viel Engagement
Lieber Jürgen, danke für Dein Engagement Deine Mühe ist bewundernswert. Ich habe bisher „nur“ gespendet Ich habe Bedenken Deinen Aufruf zu unterschreiben bezüglich der Punkte 4, 5 und 6. diese Forderungen betreffen die Souveränität, Freiheit und Selbstbestimmung der genannten Völker und Regionen über deren Zukunft wir nicht Partei ergreifen und Forderungen nennen können, speziell wenn die Anrainerstaaten Russlands aus Angst vor nicht auszuschliessenden Übergriffen Abschreckungswaffen auf ihrem Staatsgebiet dulden oder wünschen so muss das ihre Entscheidung sein. Wenn Du Zeit hast, ich würde mich gerne auch mündlich erklären 0163 4209852 Liebe Grüße Peter
Unterschreiben & weiterleiten: Danke!
Jürgen
Ich unterschreibe und würde es auch qeiterleiten?!