Schenkstress vor Weihnachten? Geschenkideen für Kurzentschlossene
Veröffentlicht: 19. Dezember 2022 Abgelegt unter: Boulevard, Bundeswehr, Neue Rechte, Rüstung | Tags: Gefechtspanzer Puma, Weihnachten 2 KommentareWer kennt das nicht: Kurz vor Weihnachten kommt Hektik auf, weil noch Geschenke fehlen. Für die Patentante, die Klavierlehrerin, den netten Postboten. Dabei wurde man doch schon im September, als das erste Weihnachtsgebäck im Supermarktregal auftauchte, an das unmittelbar bevorstehende Fest erinnert.
Jetzt bleiben nur noch wenige Tage. Panikkäufe auf den letzten Drücker sind nicht zu empfehlen. Wer sich in der Not aus dem Non-food-Angebot von Tchibo oder ALDI bedient, entlarvt sich als phantasieloser „Irgendwas wird schon passen-Schenker“. Warum nicht mal etwas wirklich Originelles schenken? Zum Beispiel eine ausrangierte Straßenbahn? Die bietet die Stadt Freiburg sogar gratis an.

Nur um den Abtransport muss man sich selber kümmern. Das kann allerdings ins Geld gehen. Außerdem empfiehlt es sich, den Beschenkten vorher zu fragen, ob noch Platz im Wohnzimmer ist. Sonst doch lieber ein elektronisches Rollpiano von Tchibo. Oder doch eine Katzenhöhle mit Kissen? Und wenn der/die zu Beschenkende keine Katze hat, hier noch der ultimative Tipp für Military-Fetischisten: Bei eBay-Kleinanzeigen sind 18 Schützenpanzer Puma im Angebot, die von der Bundeswehr als untauglich eingestuft wurden. Vielleicht ein attraktives Angebot für Reichsbürger? War nur so ´ne Idee.
Razzia bei Reichsbürgern: Kein Klebstoff gefunden!
Veröffentlicht: 8. Dezember 2022 Abgelegt unter: Gesellschaft, Innenpolitik, Neue Rechte Hinterlasse einen KommentarDer Postillon, eine der wenigen noch unabhängigen Zeitungen Deutschlands, schlagzeilte heute:
Entwarnung! Reichsbürger planten nur bewaffneten Umsturz, hatten aber nicht vor, sich irgendwo festzukleben
Dazu heißt es im Postillon: „Berlin (dpo) – Da haben die Ermittler wohl zu vorschnell gehandelt: Nach einer bundesweiten Razzia gegen rund 50 Personen aus dem Umfeld der sogenannten Reichsbürger geben die Behörden jetzt Entwarnung. Offenbar planten die Beschuldigten lediglich einen bewaffneten Umsturz, hatten aber nicht vor, sich irgendwo festzukleben. Experten rechnen damit, dass sich die Reichsbürger bald wieder auf freiem Fuß befinden.“
Die Entwarnung kam dann auch unüberhörbar heute um 11:15 Uhr: Wuuuuuuuuuuuuh!
Philipp Amthor: So jung, so blond, so rechts
Veröffentlicht: 17. Januar 2022 Abgelegt unter: Gesellschaft, Innenpolitik, Neue Rechte | Tags: Bundestag, CDU, Philipp Amthor Ein KommentarDem umtriebigen, stets adrett gekleideten Abgeordneten Philipp Amthor (genannt „Fipsi“) gilt meine besondere Aufmerksamkeit, alldieweil wir am gleichen Tag Geburtstag haben. Und noch etwas verbindet uns: Die Deutschlandfahne. Mein bevorzugtes Kleidungsstück in seinem Alter war, trotz meines gestörten Verhältnisses zum vaterländischen Dienst in der Truppe, ein vergammelter Bundeswehrparka mit Deutschlandfahne am Ärmel. Amthor trägt gerne die Deutschlandfahne am Revers seines schwarzen Anzugs. Was uns unterscheidet: Alter, Gesinnung, Einkommen, Selbstsicherheit, Parteizugehörigkeit, Brillengestell, Führerscheinbesitz, dämliches Grinsen, Anzahl der bezahlten Nebentätigkeiten.
Auf der Seite Abgeordnetenwatch kann man sich informieren, wofür und wogegen Amthor im Bundestag gestimmt hat, z.B.
- gegen eine Prämie für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegesystem,
- gegen die Freigabe der Patente für Impfstoffe
- gegen Transparenzregelungen für Abgeordnete (War da nicht mal diese dumme Geschichte mit Augustus Intelligence?)
- gegen eine Änderung der Abgabenordnung (um Erträge aus Steuerhinterziehungen aus den Cum-Ex-Geschäften länger einziehen zu können)
- gegen die Aufnahme von Geflüchteten aus Moria und besonders schutzbedürftiger Geflüchteter aus den griechischen Lagern
- gegen eine Wahlrechtsreform zur Verkleinerung des Bundestages
- gegen eine Erhöhung des Regelsatzes der Grundsicherung (vermutlich würde er nicht gegen eine Erhöhung der Abgeordnetendiäten stimmen…)
- gegen eine Konzerntransparenz gegen Steuerflucht.
Der Mann hat ja auch schrecklich viel zu tun. Wer das genauer wissen will, der oder die möge sich das Horror-Youttube-Video „Ein Tag mit Philipp Amthor“ reinziehen:
Kann man sich aber auch sparen oder stattdessen das Dschungelcamp im Fernsehen anschauen.
Hans-Georg Maaßen deckt auf: Was uns mit Annalena Baerbock wirklich droht
Veröffentlicht: 6. Juni 2021 Abgelegt unter: Gesellschaft, Innenpolitik, Neue Rechte, Wahlen | Tags: Annalena Baerbock, CDU, Grüne, Hans-Georg Maaßen, Verschwörungstheorien 2 KommentareWährend die CDU heute ihren Wahlsieg in Sachsen-Anhalt feiert, erklärt uns Hans-Georg Maaßen, für den Bundestag nominierter CDU-Rechtsaußen und unverhohlener Antisemit, die Welt. Er warnt vor einer Koalition mit den Grünen und einer „ökosozialistischen Bundesregierung“. Die Grünen „stottern unverständliches Genderdeutsch“ und wollen den Menschen Autos, Fleisch und Einfamilienhäuser verbieten. „Das totalitäre Denken liegt den Grünen in den Genen“ so Maaßen in der rechten Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“.
Und dann legt Maaßen in einem Tweet noch ein Brikett drauf: Annalena Baerbock heißt ja mit vollen Namen – Achtung! – Annalena Charlotte Alma Baerbock! Na, klingelts endlich? ACAB? Das ist doch die Abkürzung für „All Cops Are Bastards“! Zufall oder Chiffre? fragt Maaßen allen Ernstes. Reaktionen auf seinen Tweet lösen die Frage auf: „Ist nicht auszuschließen. Sowohl zeitlich (ACAB entstand Ende 70er), als auch Hintergrund Eltern (Anti-Atombewegung) … könnte passen.“ Ins gleiche Horn stößt ein anderer Nutzer: „Wenn man ein bisschen weiß, wie Namensgebung der Kinder in linkshedonistischen Kreisen der 70/80 ablief, kann man Zufall ausschließen.“
Hans-Georg Maaßen wird im September für die CDU in den Bundestag einziehen. Hallo CDU: Seid Ihr eigentlich noch bei Trost?
Corona-Demos: Warum ihr nicht das Volk seid
Veröffentlicht: 23. November 2020 Abgelegt unter: Corona, Gesellschaft, Innenpolitik, Neue Rechte | Tags: Corona, Neue Rechte, Querdenker 6 KommentareEine Streitschrift
Wie wird man wohl in zehn oder zwanzig Jahren auf das Jahr 2020 zurückblicken? Die so genannte „zweite Welle“ mit hohen Infektionszahlen bestimmt aktuell unseren Alltag. Um die Pandemie einzudämmen, haben Bund und Länder Maßnahmen beschlossen, die wie schon im Frühjahr mit erheblichen Einschränkungen für das öffentliche und private Leben verbunden sind (Maskenpflicht, Hygienevorschriften, Quarantäneanordnungen, Besuchsbeschränkungen, Schließung von Hotels und Gaststätten, Theatern, Kinos …). Konzerte können nicht stattfinden, Weihnachtsmärkte und Karneval sind abgesagt. Hochzeiten, Beerdigungen und Kindtaufen dürfen nur mit wenigen Personen stattfinden. Großeltern trauen sich nicht, ihre Enkel zu besuchen und umgekehrt. Profifußball findet ohne Zuschauer statt, Gottesdienste ohne Singen. Für manche Betroffene wie z.B. Kulturschaffende oder Gastronomen ist dieser zweite Lockdown eine Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Existenz. Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert die verordneten Maßnahmen, wenn auch unter Murren und Zähneknirschen. Es wird aber auch zunehmend Kritik laut. Die politisch Verantwortlichen müssen sich vorwerfen lassen, die Sommermonate ungenutzt gelassen zu haben, obwohl Fachleute die zweite Welle für den Herbst bereits im April/Mai prognostiziert hatten.
Nicht alle sind bereit, die Einschränkungen der persönlichen Freiheiten hinzunehmen. Es formiert sich Widerstand. Auf Demonstrationen, zu denen Organisationen wie „Querdenker711“ und andere Akteure aufrufen, trifft sich ein buntes Spektrum von Protestlern. Mit dem Schlachtruf „Wir sind das Volk“ inszenieren sie sich als Opfer einer angeblichen „Coronadiktatur“, die die Grundrechte und das Grundgesetz als Ganzes außer Kraft setzen will. Es fehlt an Vertrauen in die Politik, ebenso an eine unabhängige mediale Berichterstattung. Verschwörungsmythen, die es nicht erst seit der Pandemie gibt, verbreiten sich noch schneller als das Virus und werden, egal wie absurd sie auch sein mögen, unhinterfragt geglaubt. Überall werden finstere Mächte vermutet, die unser Leben mehr und mehr durchdringen und beherrschen. Man munkelt vom großen Bevölkerungsaustausch und vom „Deep State“, der im Hintergrund die Fäden zieht und die Coronakrise nutzt, um die Entmündigung der Bürger und die totale Kontrolle über unser Gemeinwesen voranzutreiben. Die Protestierer fühlen sich als „Widerständler“ und „Freiheitskämpfer“ gegen ein Unrechtsregime, vergleichen sich mit der Bürgerrechtsbewegung der DDR und instrumentalisieren Zeichen und Sprache der Friedens- und Anti-Atomkraftbewegung oder des Widerstands gegen die Notstandsgesetze für ihre Zwecke.
Ich möchte hier einige der zentralen Aussagen, Haltungen und Attitüden der „Querdenker“ und ihrer Anhängerschaft unter die Lupe nehmen.
Wir sind das Volk? Nein, das seid ihr nicht. Ihr seid eine Minderheit, die sich bei Demonstrationen lautstark bemerkbar macht, aber ihr repräsentiert nicht das Volk – was auch immer ihr damit meint. Ihr seid Menschen, die aus unterschiedlichen Motiven und Beweggründen demonstrieren. Dass ihr das dürft, zeigt alleine schon, wie absurd eure Behauptung von der angeblichen Coronadiktatur ist. „Wir sind das Volk“ hatte bei der DDR-Bürgerrechtsbewegung 1989 seinen Platz. Der spätere Missbrauch durch Pegida bei den Montagsdemos in Dresden sollte Euch eigentlich Grund sein, diesen Schlachtruf nicht zu gebrauchen. Es sei denn, ihr fühlt Euch den Pegida-Anhängern geistig verbunden?
Toxische Allianzen
Ihr nehmt für euch in Anspruch, friedlich demonstrierende, um die Demokratie besorgte Bürgerinnen und Bürgern zu sein, die von Behörden und Polizei mit schikanösen Auflagen (Abstand, Maskenpflicht usw.) und „mit Waffengewalt“ am Demonstrieren gehindert werden.
Dass viele von euch besorgte Bürgerinnen und Bürger sind, soll hier nicht bestritten werden. Aber warum marschiert ihr im Schulterschluss mit Neonazis, Imfgegnern aus der Esoterikszene, fundamentalistischen Christen, militanten Tierschützer, Reichsbürgern, gewaltbereiten Wehrsportgruppen, Hooligans, AfD-Funktionären, völkischen Antisemiten, verschwörungsgläubigen Rechtspopulisten, weißen Supremisten und Vertretern der Neuen Rechten? Die Corona-Pandemie ist für die Neue Rechte willkommener Anlass, die angestrebte „kulturelle Hegemonie“ in Deutschland voranzutreiben. Dafür versuchen die verschiedenen Thinktanks, Publikationen, Vordenker der Neuen Rechten den politischen Diskurs mit ihren teilweise kruden, antisemitischen, demokratiefeindlichen Thesen zu dominieren. Und für diese Kräfte seid ihr willkommenes Instrument, um die angebliche Harmlosigkeit und Friedfertigkeit des Corona-Protests zu beweisen. Wo bleibt die Abgrenzung bei euren Demos von rechten Gruppierungen? Ist es nicht in Wahrheit so, dass ihr mehr gemeinsames als trennendes Gedankengut habt?
Lektüreempfehlung
Christian Fuchs / Paul Middelhoff: Das Netzwerk der neuen Rechten. Wer sie lenkt, wer sie finanziert und wie sie die Gesellschaft verändern. Reinbek b. Hamburg 2019 (Rowohlt Verlag)
auch lesenswert: Neue Rechte – Rassismus – Diskursverschiebungen – Gewalt: Was passiert gerade in unserem Land und was bedeutet dies für die politische Bildung? Stellungnahme der Zentralen für politische Bildung
Querdenken 711 behauptet auf seiner Website: „Rechtsextremes, linksextremes, faschistisches, menschenverachtendes Gedankengut hat in unserer Bewegung keinen Platz. Gleiches gilt für jede Art von Gewalt.“ Gleichzeitig wird Ken Jebsen, einer der übelsten Hetzer und Verschwörungstheoretiker, mit seiner Seite KenFM prominiert auf der Seite platziert.
Friedliche Demonstrationen werden mit Polizeigewalt aufgelöst: Die Bilder scheinen Euch recht zu geben: Mit Wasserwerfern hat die Polizei am 18.11.2020 eure Demonstration am Brandenburger Tor aufgelöst (oder es zumindest versucht). Das wiederum dient euch als Beleg für die These, die Grundrechte seien längst außer Kraft gesetzt – quod erat demonstrandum. Dass Auflagen ignoriert wurden (Abstand, Maskenpflicht), dass aus der Demonstration heraus Gewaltaktionen erfolgten, dass AfD-Abgeordnete Störer in den Reichstag einschleusten, lasst ihr als Gründe für das Vorgehen der Polizei nicht gelten. Ihr nehmt für euch in Anspruch, euch über geltendes Recht hinwegzusetzen.
(Anmerkung J.L.: Dass ich einmal Polizeieinsätze gegen Demonstranten rechtfertige, habe ich mir auch nicht träumen lassen…)
Ihr haltet Euch für aufrechte Widerstandskämpfer: Euer „Widerstandsgehabe“ ist geradezu peinlich. Es ist aber auch eine Verhöhnung von Menschen, die tatsächlich in einer Diktatur leben und die ihr Leben riskieren, wenn sie für ihre Forderungen auf die Straße gehen – siehe Belarus. Ihr schämt euch nicht einmal, euch in eine Reihe mit Menschen wie Dietrich Bonhoeffer, Sophie Scholl oder Martin Luther King zu stellen.
Um Demokratie und bürgerliche Freiheiten besorgte Bürger*innen? Ok, da können die meisten von uns sich anschließen. Tatsächlich ist Wachsamkeit gegenüber Macht- und Herrschaftsstrukturen geboten, auch solchen mit demokratischer Legitimation. Das System der Gewaltenteilung und die Kontrolle der Regierung durch das Parlament, wie wir es in Deutschland haben – eine Lehre aus dem NS-Regime – funktioniert – wenn auch nicht ohne Konflikte und Brüche.
„Ermächtigungsgesetz“ vom Bundestag beschlossen: Die Novellierung des Infektionsschutzgesetzes im Bundestag am vergangenen Mittwoch habt Ihr mit dem Ermächtigungsgesetz Hitlers von 1933 verglichen. Abgesehen von diesem unsäglichen und dümmlichen historischen Vergleich: Warum sollte der Bundestag ein Gesetz beschließen, das ihn entmachtet? Ja, es gibt berechtigte Kritik sowohl am Inhalt als auch am Verfahren. Wenn ihr Euch die Mühe machen würdet, die Bundestagsdebatte vom 18.11.2020 dazu anzuhören, dann würdet ihr vielleicht zu einem differenzierten Urteil kommen, aber Komplexität und differenziertes Argumentieren ist nicht eure Sache, oder? Der FDP-Abgeordnete Marco Buschmann sagte z.B. in der Debatte: „Das Gesetz, das die GroKo vorlegt, ist schlecht, aber es errichtet keine Diktatur!“
Lügenpresse? Ihr schreit es hinaus und glaubt es wohl auch: Es gibt keine freie Medienberichterstattung in Deutschland. Die Presse ist gleichgeschaltet, es gibt ein Schweigekartell in den „Mainstreammedien“. Bilder und Berichte, die nicht ins „westliche Narrativ“ passen, werden nicht gebracht. Mit Verlaub und in Kurzversion: Das ist Bullshit. Wer es genauer wissen will, den verweise ich auf meinen ausführlichen Blogbeitrag vom 22.08.2020: „Lügenpresse“ oder: Wie (un)abhängig sind unsere Medien?“. Über das Buch von Thor Kunkel: Das Wörterbuch der Lügenpresse, erschienen im Kopp-Verlag (in dem auch Eva Herman publiziert) schreibt Hagen Eichberger auf der Internetseite des Arcadi-Magazins (sic): „Medien quellen über von Worthülsen, Begriffsumdeutungen, halbwahren Floskeln, wohlfeilen Mustersätzen, linguistischen Simplifizierungen, Kampfbegriffen und ewig gleichen linkspädagogischen Argumentationsmustern, die das Denken der Menschen normieren, ja ausschalten sollen.“ (Hervorhebung J.L.)
Meine abschließende Bitte an alle, die das Denken durch den Konsum der gleichgeschalteten Mainstreammedien oder Chemtrails noch nicht ausgeschaltet haben: Lasst euch nicht hinter die Fichte führen!!!
