Russlandsanktionen erklärt in einfacher Sprache
Veröffentlicht: 29. Juli 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Internationale Politik, Krieg, Wirtschaft | Tags: Russland, Sanktionen 2 KommentareWer bisher glaubte, die Sanktionen gegen Russland würden die russische Bevölkerung hart treffen, irrt. Das glatte Gegenteil ist der Fall! Und auch der drohende Gaslieferstopp dient allein der Sorge um unsere Gesundheit und ist eine freundschaftliche Geste Russlands gegenüber dem Westen. Nähere Erklärungen liefert dieses Video, eine fachlich qualifizierte und tiefe Einblicke gewährende Stellungnahme von Natascha, einer kompetenten Russin zu den Sanktionen:
Noch Fragen?
Breit in 100 Sekunden und nicht auf die Schuhe kotzen
Veröffentlicht: 28. Juli 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft Hinterlasse einen KommentarNicht nur die Documenta Kassel hat ihren Sommerskandal. Auch der Ballermann, Hochburg deutschen kulturellen Lebens, wo insbesondere gehobenes deutsches Liedgut und rustikale deutsche Trinkkultur gepflegt werden, sorgt dieser Tage für Ärger. Was ist passiert? Von den vielen Partyhits, die dort gerne gegrölt werden und die sich um besonders feinfühlige und woke Beschreibungen des weiblichen Geschlechts und des gleichnamigen männlichen Organs drehen, ist nun einer in Verruf geraten: Layla. Nicht der gleichnamige Song von Eric Clapton, sondern ausgerechnet der von DJ Robin und dem Schlagersänger Schürze. Nun ja, schon etwas sexistisch, oder, wie jemand meinte, ein von toxischer Männlichkeit durchtränkter Text, aber bitte, wir sind hier in Malle und nicht am deutschen Goethe-Institut in Paris. Die in „Layla“ besungene Puffmutter ist einfach „schöner, jünger, geiler“. Man mag das prollig finden, oder sexistisch, oder beides, und überhaupt einfach nur doof und primitiv, aber Qualität setzt sich eben durch, weshalb der Song auch zu Deutschlands offiziellem Sommerhit Nr. 1 gewählt wurde. Hier kann man sich überzeugen, warum.
Blöderweise hat nun eine Kommune, nämlich die Stadt Würzburg, die Anti-Layla-Lawine losgetreten, weil sie einen Festzeltbetreiber aufgefordert hat, Layla nicht mehr zu spielen. Nun rollt die Lawine der political correctness landauf landab, und viele Festveranstalter bemühen sich scheinheilig zu erklären, dass Layla bei ihnen nicht mehr gespielt werden darf.
Aber zum Glück gibt es Abhilfe: Auf Bitte des Zeit-Magazins sollten Schriftsteller einen eigenen neuen Ballermann-Song komponieren. Der Komiker Heinz Strunk hat dazu sein „Breit in 100 Sekunden“ beigesteuert:
Na also, geht doch.
Der Gemeindetag Baden-Württemberg hat ein Problem
Veröffentlicht: 24. Juli 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Gesellschaft | Tags: Gemeindetag Baden-Württemberg Ein KommentarAm 28. Oktober 2021 schrieb in an den Gemeindetag Baden-Württemberg die folgenden Zeilen:
„Sehr geehrter Herr Jäger, ich bin Gemeinderat in Wittnau und bekomme das Magazin für Städte und Gemeinden, das ich mit Interesse lese. Bei der Lektüre Ihrer Sonderausgabe ab S. 50, wo Sie die Leitungsstrukturen des Verbandes vorstellen (Vorstand und Präsidium), wollte ich meinen Augen nicht trauen: Ein Vorstand, bestehend aus 19 Männern, dazu aus den Regierungsbezirken 16 Männer und eine (!) Frau, zugewählte Mitglieder 18 Männer, ein Präsidium bestehend aus 21 Personen, darunter eine einzige Frau?

Da bleibt einem ja wirklich die Sprache weg. Dazu passt, dass der Chefredakteur (der Verbandszeitschrift, J.L.) ein Mann ist und die Gestaltung von zwei Frauen wahrgenommen wird. Ich finde, Sie sollten dringend darauf hinwirken, dass in Ihren Gremien, wenn schon nicht paritätisch besetzt, so aber doch deutlich mehr Frauen beteiligt werden.
Mit freundlichen Grüßen, Jürgen Lieser, Gemeinderat“
Eine Antwort habe ich bis heute nicht bekommen. Haben die keine Sekretärin, die sowas beantworten kann?
Über den Umgang mit Menschen IV. Heute: Zweiradfahrer
Veröffentlicht: 20. Juli 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Sport, Wissenschaft | Tags: E-Bike, Lastenräder, Radfahrer, Tour de France 3 KommentareWeil gerade die Tour de France läuft und ich selbst wegen Verzicht auf jegliches Doping und einem politischen Statement (siehe Foto) nicht zur Teilnahme zugelassen wurde, möchte ich heute mein besonderes Augenmerk auf die Radfahrer*innen richten.

Foto: Timo Dörr, Badische Zeitung
Meine kürzliche Polemik gegen das Autofahren im Allgemeinen und die benzinsaufenden SUVs im Besonderen („Wieviel(e) Auto(s) braucht der Mensch„) bedarf einer Relativierung. Auch unter Rad fahrenden Menschen gibt es jede Menge Vollpfosten. Zwar liegt die moralische Überlegenheit des Radfahrens auf der Hand – ist gesund, schont die Umwelt, macht keinen Krach, stinkt nicht und vieles mehr -, aber das Sozialverhalten mancher Radfahrerinnen und Radfahrern gibt Rätsel auf. Mein privates Forschungsprojekt „Social behaviour and potential for aggression of urban cyclists with special consideration of gender specific deviant behaviour“ ist noch nicht abgeschlossen. Ich kann aber heute bereits vorläufige Ergebnisse vorstellen.
Schrecken aller Autofahrer: Kampfradler im Angesicht des Todes
Die Spezies der Kampfradler gibt es vermutlich in allen deutschen Großstädten. Immer darauf bedacht, Autofahrer auf tatsächliches oder vermeintliches Fehlverhalten hinzuweisen, und zwar mittels Schlägen aufs Autodach, Tritten gegen die Tür, obszönen Gesten und anderen gesinnungsethischen Belehrungen. In Freiburg, so scheint es, haben die Kampfradler einen Ruf zu verteidigen. Vor einer Ampel wartende Autoschlangen gelten grundsätzlich als Herausforderung, sich im Zickzackkurs bis nach vorne durchzukämpfen und noch vor dem Umschalten der Ampel in schnellem Tritt davonzueilen, nicht ohne den bedauernswerten Gestalten in ihren Benzinkisten den Stinkefinger zu zeigen.
Oma hat jetzt auch ein E-Bike
Die rasante Erfolgsgeschichte des E-Bikes hat erfreulicherweise dazu geführt, dass vermehrt Menschen, die sich im Alltag nicht ohne Aufstehhilfe vom Fernsehsessel erheben können und die zeitlebens der Fortbewegung auf zwei Rädern eher ablehnend gegenüberstanden, nun das Radfahren als Freizeitbeschäftigung für sich entdeckt haben. Das ist im Sinne der Volksgesundheit und des Klimaschutzes auf das Schärfste zu begrüßen. Allerdings macht diese Klientel nun den ohnehin knappen, für den Radverkehr vorgesehenen Verkehrsraum unsicher. „Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten“ möchte man mit Goethe angesichts übergewichtiger Renter*innen auf ihren hochmotorisierten Rädern seufzen, die, im Profirennradler-Outfit gekleidet, mit einer ihrem Reaktionsvermögen nicht angepassten Geschwindigkeit die komplette Breite des Radwegs beanspruchen.
Freihändig fahrende Teenager im Daddelalter
Jugendliche so etwa zwischen zehn und vierzehn Jahren fahren vorzugsweise nur auf dem Hinterrad. Das ist nett anzuschauen, den Hund macht es allerdings ganz nervös. In der anschließenden, Pubertät genannten Entwicklungsphase, wenn aus Kindern Erwachsene werden, ändert sich nicht nur der Hormonhaushalt, sondern auch das Verhalten auf dem Rad. Sorglosigkeit, Ignoranz in Bezug auf mögliche Gefahren und Balzgebaren sind das Privileg der Jugend. Auch ich habe mit Fünfzehn den ersten Abflug über den Fahrradlenker absolviert, weil ohne Licht in der Nacht mit überhöhter Geschwindigkeit von einem querenden (nicht queeren, das gab es damals noch nicht) Autofahrer übersehen wurde. Heute gilt: Im Alter von 14 bis 20 darf man sich auf keinen Fall dabei ertappen lassen, beim Radfahren die Hände am Lenker zu halten. Die werden nämlich dringender gebraucht, um das Smartphone zu bedienen. Dass dabei dem Gegenverkehr auf dem Radweg nicht die nötige Aufmerksamkeit zuteilwerden kann – nun ja.
Die tollkühnen Frauen in ihren wunderbaren Lastenrädern
Lastenräder sind die SUVs und den Fahrrädern. Eigentlich eine tolle Erfindung: Kinder, Getränkekisten, der Hund, Einkäufe bei IKEA – fast alles kann in einem Lastenrad transportiert werden. Und weil die mit Elektromotor ausgestattet sind – anders wären diese Monster ja gar nicht zu bewegen – sind sie auch erstaunlich schnell unterwegs. Während unsereins noch den Nachwuchs im Kinderwagen oder Buggy zum Einkaufen oder in die Kita geschoben hat, erfolgt der Transport der lieben Kleinen, gerne gebündelt im Zweier- oder Dreierpack, heute mit dem Lastenrad. Die Lastenraddichte ist in gehobenen urbanen Wohnbezirken mit starkem Anteil an jungen Familien inzwischen ähnlich hoch wie die der vor der Garage geparkten Bobbycars. Ohne Lastenrad bist du heute der letzte Depp.
Klingellose Rennradler im Angriffsmodus
Ein besonderes Kapitel meiner kurz vor der Veröffentlichung stehenden „Studie zum Sozialverhalten und Aggressionspotenzial städtischer Rad fahrender Menschen unter besonderer Berücksichtigung genderspezifischen abweichenden Verhaltens“ widmet sich den Rennradler*innen. Wenn du gemütlich auf dem Radweg unterwegs bist und es hinter dir pfeift, dann weißt du: Achtung Rennradler im Angriffsmodus! Du solltest dann schleunigst den Weg freimachen, denn es handelt sich um eine/n Angehörige/n dieser Gruppe. Selbige treten auch gerne im Pulk auf. In Sportgerät und Bekleidung wurden mehrere tausend Euro investiert. Eine Klingel für fünf Euro wäre da durchaus noch im Budget drin gewesen, gilt aber an einem solchen Hightechrad unter Insidern als völlig uncool. Hat man etwa jemals bei der Tour de France jemand klingeln gehört, um zum Überholen anzusetzen?
Harry Styles und der weibliche Orgasmus
Veröffentlicht: 10. Juli 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft | Tags: Geschlechterbinarität, Harry Style, Popstar, Queerness, toxische Männlichkeit Hinterlasse einen KommentarHarry Styles? Wer jetzt „nie gehört“ brummt, gehört wohl zu der Generation, die noch bei Rex Gildo, Peter Kraus oder den Beatles aus dem Häuschen geriet. Wer aber wie ich regelmäßig die Bravo liest und deshalb auf der Höhe der Zeit ist und die aktuellsten Trends der Popkultur verfolgt, weiß, dass Harry Styles der erste „Megapopstar der Achtsamkeit und Queerness“ und gleichzeitig der „berühmteste nicht toxische Mann auf der Welt“ ist. Das jedenfalls berichtet ZEIT ONLINE dieser Tage. Was Achtsamkeit ist – besser bekannt als Awareness -, wissen wir natürlich. Und auch Wokeness und Queerness haben wir schon in unseren Wortschatz aufgenommen. Bei Loch Ness und Loneliness handelt es sich um andere gesellschaftliche Phänomene. Vertreter*innen der Queerness, also Leute wie Harry Styles, lehnen das „Dogma der Geschlechterbinarität“ ab und verurteilen die vorherrschende – Achtung Zungenbrecher! – Cisgender Heteronormativität als Ausdruck von „Unterdrückungs- und Machtverhältnissen der gesellschaftlichen, insbesondere geschlechtlichen und sexuellen Ordnung“. Das liegt ja völlig auf der Hand. Warum aber ist Harry Styles der neue Teen-Megastar? Nur, weil er irgendwie gegen die Geschlechterbinarität ist und von einer „anderen, nicht toxischen Männlichkeit“ singt? Das hat doch schon Herbert Grönemeyer mit seinem „Wann ist ein Mann ein Mann“ abgearbeitet: „Männer weinen heimlich und sind so verletzlich“.
Vielleicht liegt es daran, dass zentrales Thema der Songs von Harry Styles, wie er selbst erklärte, der weibliche Orgasmus ist. Darauf lassen entsprechend anzügliche Texte in seinen Lieder schließen, wie zum Beispiel in seinem Hit „Watermelon Sugar“, wo er davon singt, „wie schön es ist, mit der Zunge in dem feuchten Fruchtfleisch herumzuschlabbern. Das hat man als Allegorie für Cunnilingus interpretiert“ meint die ZEIT. Den Mann muss man sich also merken. Er weiß offensichtlich, worauf es im Leben ankommt. Und gegen sein T-Shirt mit dem Slogan „Treat People with Kindness“ kann man nun wirklich nichts einwenden.
Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Tierschützer bitte mal weghören
Veröffentlicht: 4. Juli 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Wissenschaft | Tags: Antipersonenminen, Krähen Hinterlasse einen KommentarKrähen sind eine Plage. Landwirte können ein Lied davon singen. Krähen sind aber auch kluge Vögel. Sie können Werkzeuge herstellen und benutzen. Ihre Methode, Walnüsse zu knacken, indem sie sie aus großer Höhe auf Asphalt fallen lassen, kann man jeden Herbst beobachten. Für die Gruselszenen im Hitchcock-Film „Die Vögel“ wurden sie angeblich dressiert, Menschen anzugreifen. In Schweden hat ein Mann Krähen beigebracht, Zigarettenstummel zu sammeln und zu entsorgen – gegen Belohnung, versteht sich. Fehlt jetzt noch das Dressurprogramm, mit dem man Krähen beibringt, Antipersonenminen aufzuspüren und mit dem Schnabel zur Explosion zu bringen. Das wäre dann eine sogenannte „win-win-Situation“ – allerdings mehr aus der Perspektive von Menschen- und nicht von Tierschützern.
Eine ehrenwerte Gesellschaft? Putin und seine südbadische Oligarchenclique
Veröffentlicht: 28. Juni 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Krieg, Wirtschaft | Tags: Klaus Mangold, Martin Herrenknecht, Matthias Warning, Putin Ein KommentarWas haben Matthias Warning, Klaus Mangold, Martin Herrenknecht und ich gemeinsam? Richtig, wir alle leben und arbeiten in Südbaden. Für nicht Ortskundige: Das ist ganz links unten auf der Deutschlandkarte. Damit wären die Gemeinsamkeiten aber auch schon aufgebraucht. Ich kann mich kaum mit Warning, Mangold und Herrenknecht messen, weder hinsichtlich Vermögen, Wohltätigkeit und politischem Einfluss, noch, was besonders enge Beziehungen zu Russland und zu Putin angeht. Warum ausgerechnet meine südbadische Wahlheimat ein Sammelbecken einflussreicher Wirtschaftsmagnaten ist, die als „Putinversteher“, ja sogar als enge Vertraute des Kremlchefs bekannt sind, viel Geld haben und mit der CDU verbandelt sind? Vielleicht die gute Küche, das sonnige Klima, der kurze Fluchtweg ins nahegelegene Steuerparadies Schweiz, die mediterrane Lebensart, der Europapark der Familie Mack in der Nähe (noch bis vor kurzem gesponsert von der Projektgesellschaft Nord Stream 2 und dem russischen Gazprom-Konzern)?
Martin Herrenknecht lässt es krachen
Nun wäre es ungerecht, Martin Herrenknecht – der mit den Tunnelbohrmaschinen – als Putinfreund zu bezeichnen. Er hat mit den Russen viele Jahre gute Geschäfte gemacht und 2018 den „Orden der Freundschaft der Russischen Föderation erhalten“. Erst nach einer längeren Bedenkzeit konnte er sich dazu durchringen, den russischen Krieg gegen die Ukraine zu verurteilen. Der Mann gilt nicht nur als erfolgreicher Unternehmer und großer Wohltäter, sondern auch als Strippenzieher. Er polemisiert mit großformatigen Anzeigen öffentlich gegen die Windkraft, wettert gegen ein „grünes Gruselkabinett“ und drohte seinen Mitarbeitern: „Wer grün wählt, fliegt raus“. Kein Wunder, dass ihm ein Autokrat wie Putin sympathisch ist. Seine Mitgliedschaft in der CDU hat er zeitweise ruhen lassen, weil ihm diese unter Merkel zu links wurde.

Unlängst hat der Mann seinen 80. Geburtstag gefeiert mit viel Prominenz, edlem Essen und 2000 Gästen. So war das auch schon 2012, als er siebzig wurde. Es sei ihm gegönnt. Not amused waren die Offenburger, als der Jubilar sich um halb zwei Uhr in der Nacht mit einem krachenden Feuerwerk feiern ließ. Das war offenbar nicht genehmigt und provozierte einen Einsatz der Feuerwehr, schreibt die Badische Zeitung. Egal. Wer so viel Gutes tut und Arbeitsplätze schafft, der darf auch schon mal über die Stränge schlagen. Eine Frage noch, Herr Herrenknecht: Was, glauben Sie, haben die Ukraine-Flüchtlinge in Offenburg in jener Nacht gedacht und gefühlt, als das Feuerwerk losging?
Warning und Mangold: Die Putin-Connection
In dem beschaulichen Städtchen Staufen, nur 15 km von mir entfernt, wohnt Matthias Warning, der „engste deutsche Vertraute von Staatschef Wladimir Putin“.

Warning war wie Putin Geheimdienstmann in DDR-Diensten. Nach der Wende machte er Karriere bei der Dresdner Bank, für die er in St. Petersburg das Russlandgeschäft aufbaute. Später wurde er Chef der Nord Stream 2-Gesellschaft, die die Gaspipeline durch die Ostsee baute. Sein persönlicher Draht zu Putin beruht darauf, dass er dafür sorgte, dass Putins verunglückte Ex-Ehefrau in Deutschland behandelt werden konnte. Seitdem, so heißt es, seien die Familien eng befreundet.
Warning wiederum ist befreundet mit Klaus Mangold, ebenfalls ein langjähriger Vertrauter von Putin. Mangold, früherer Daimler-Manager und Honorarkonsul von Russland in Baden-Württemberg, wohnt in Münstertal, nur wenige Kilometer von Staufen entfernt.

Mangold betreibt ein lukratives Beratungs- und Lobby-Unternehmen und ist bekannt für seine guten Kontakte in den Ostblock. Er war jahrelang Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft. Er stellt Politikern der CDU gerne schon mal sein Privatjet zur Verfügung, wie z.B. EU-Kommissar Günther Öttinger für eine Dienstreise zu Viktor Orban. In der Ukraine-Krise hat Mangold einige Zeit gebraucht, um zu bekennen, er „habe sich in Putin geirrt“ und den Angriff Russlands auf die Ukraine zu verurteilen.
Erst kommt das Fressen, dann die Moral
Man ist sich in der Regel darin einig, die russischen Oligarchen und ihre kotzprotzigen Jachten und Luxusimmobilien als Ausdruck eines korrupten, dekadenten, autoritären Systems zu verurteilen – so san´s halt, die Russen. Die deutschen „Kriegsgewinnler“, deren Reichtum aus jahrzehntelangen Geschäften mit ebendiesem System resultiert, gelten dagegen als ehrenwerte Gesellschaft. Vielleicht auch deshalb, weil sie es meistens noch rechtzeitig schaffen, die Kurve zu kriegen und sich – wenn auch unter großem öffentlichen Druck – von Putin und dem russischen Angriffskrieg zu distanzieren.
Eine Frage noch: Warum hat eigentlich Warning immer noch nicht das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, wie seine Kumpels Mangold und Herrenknecht? Kann man ja noch nachholen.
Energiekrise: Droht bald ein Duschzeitenbegrenzungsgesetz?
Veröffentlicht: 25. Juni 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Innenpolitik | Tags: Energiekrise, Gasknappheit, Robert Habeck 3 KommentareRussland dreht den Gashahn zu, und Robert Habeck macht ernst und duscht kürzer. Der Bundestag hat eine Novelle des Energiesicherungsgesetzes (EnSiG) von 1975 beschlossen. Das Gesetz sieht bei einer Gefährdung oder Störung der Energieversorgung weitreichende Maßnahmen zur Krisenbewältigung vor, um die Energieversorgung zu sichern. Kommt nun also bald ein Duschzeitenbegrenzungsgesetz? Kaum vorstellbar, dass die FDP da mitmachen wird. Nicht nur, weil die Liberalen gerne lange warm duschen, sondern weil sie für unsere Freiheiten und Grundrechte kämpfen. Das Grundrecht, auf der Autobahn zu rasen, das Grundrecht auf Reichtum und sone Sachen. Deshalb hat Wolfgang Kubicki (FDP) heute in der Bildzeitung erklärt, dass er der Kurzduschempfehlung von Habeck nicht Folge leisten will: „Ich dusche so lange, bis ich fertig bin.“ Da bahnt sich wohl eine Zerreißprobe in der Regierungskoalition an.
Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland: Ein Anfang ist gemacht
Veröffentlicht: 22. Juni 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Boulevard, Gesellschaft, Innenpolitik | Tags: Gloria von Thurn und Taxis, Monarchie, Prinz Charles 2 KommentareMein Blogbeitrag „Königreich Deutschland? Warum wir die Monarchie brauchen“ vom 12. Juni hat offenbar große Verunsicherungen bei meiner geneigneten Leser*innenschaft ausgelöst. Meint er das ernst oder will er uns wieder mal nur veräppeln?
Hier sind wohl einige Klarstellungen vonnöten. Dazu möge man zunächst dem im Zusammenhang mit dem erwähnten Blogbeitrag veröffentlichten Foto nähere Aufmerksamkeit schenken:

Hat man etwa je anlässlich eines runden Geburtstags des deutschen Bundespräsidenten so eine Fülle ungesunder, Brechreiz auslösender Speisen gesehen? Kann man sich eine Torte wie die abgebildete mit Symbolen deutscher Kultur, Wirtschaftskraft, Stadtbussen und Telefonzellen vorstellen? Never ever. Allein damit ließe sich schon die Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland rechtfertigen.
Die Mimik des britischen Thronfolgerpaares spricht ebenfalls Bände. Vom Modemagazin „Vogue“ wissen wir ja zuverlässig, dass bei Herzogin Camilla und Prinz Charles „manchmal die Fetzen fliegen“. Hier dürfen wir folgenden Dialog vermuten: (Camilla zu Charles) „Du wirst doch nicht etwa etwas von diesem Haufen Scheiße (bunch of shit) essen wollen?“ (Charles zu Camilla) „Sweetheart, es ist unsere fucking royale Pflicht, von allem etwas zu kosten und entzückt „very delicious“ auszurufen – wann begreifst Du das endlich, Milli!“ (Anmerkung: Der Herr am linken Bildrand von der Zeitschrift „Das Goldene Blatt“ hat alles mitgehört).
Vielleicht war es auch ganz anders. Egal. Fakt ist: Wir brauchen etwas Vergleichbares in Deutschland, um die Menschen zu begeistern und von unseren internen Problemchen abzulenken (Armut, Wohnungslosigkeit, Kindesmissbrauch, Rechtsradikalismus, Corona, usw.). Als weitere Begründung, warum wir in Deutschland einen königlichen Hof brauchen, kann ich nur erneut auf meine überaus fundierten Ausführungen im Blogbeitrag vom 12. Juni verweisen. Im Übrigen werden meine Überlegungen zur Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland von prominenter Seite geteilt.

So etwa von Ihrer Durchlaucht Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.
Im Zusammenhang mit dem 70. Thronjubiläum der britischen Königin hat sie in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bedauert, dass in Deutschland Monarchie und Adel abgeschafft wurden. Dies sei „ein Verlust“ für das Land, denn eine Monarchie „bringt Geld“, sei „echt“ und „sehr glamourös“. Recht hat die Frau.
Und noch eine starke Stimme sei hier erwähnt: Der Verein „Tradition und Leben“, der für Deutschland eine parlamentarische Monarchie anstrebt. „Wir setzen der Demokratie die Krone auf“, lautet deren offizieller Wahlspruch. Daneben gibt es auch noch die „Monarchiefreunde“.
Es ist also keineswegs so, dass meine Petition zur Wiedereinführung der Monarchie bei change.org nicht einflussreiche Unterstützer hätte. Selbst in meinem privaten Bekanntenkreis gibt es überzeugte Anhänger*innen der Monarchie, was mich gar nicht überrascht. Bereits 13 – in Worten „dreizehn“ – Menschen haben die Petition unterzeichnet. Da ist natürlich noch Luft nach oben. Das nächste Ziel sind 100 Unterschriften. Sei dabei!
Barrierefreiheit am PC
Veröffentlicht: 20. Juni 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Internet | Tags: Diktierfunktion, Schreibmaschine, Textprogramme 2 KommentareAsdf jklö. Na, klingelts? Genau – die gute alte Schreibmaschine! Papier einspannen, mit Kohlepapier für Durchschläge, Ränder einstellen, losschreiben. Wenn die Zeile zu Ende war und der Umschalthebel betätigt werden musste, hat´s geklingelt. War man zu schnell, verhakten sich die Buchstabenhebel. Wer mehr als 300 Anschläge in der Minute schaffte, die war schon richtig gut. Ja, richtig gehört, Frauen sind in diesem Fall nicht nur mitgemeint. Schreibkraft oder Sekretärin, auch Stenotypistin (vulgo Tippse) war lange ein reiner Frauenberuf (isses ja irgendwie immer noch). „Fräulein Meier, zum Diktat!“ riefen die männlichen Chefs, die sich zu schade oder zu dämlich waren, ihre unausgegorenen Sprachkreationen selbst zu Papier zu bringen.
Ich bin meinen Eltern heute noch dankbar dafür, dass sie mir ermöglichten, Schreibmaschinenschreiben zu lernen – blind und mit zehn Fingern! Wochenlang nur asdf jklö in die Tasten klopfen. Das war in der achten Volksschulklasse und sollte mir zu einem erfolgreichen Start in das Berufsleben verhelfen. Ich schaffte es allerdings nur bis 240 Anschläge pro Minute. Später machte ich mich lustig über Leute, die nach dem „Einfingersuchsystem“ tippten oder nach dem – Achtung Kalauer! – „Baader-Meinhof-System“ (Pro Tag ein Anschlag). Schreibmaschinen gibt es schon lange nicht mehr, aber die ursprüngliche Tastaturbelegung ist bei modernen Endgeräten (Laptop, Handy etc.) erstaunlicherweise geblieben. Fein raus ist da, wer noch das klassische Zehnfingersystem gelernt hat. Trotzdem kann es mühsam sein, längere Texte auf dem Computer oder dem zu kleinen Tastaturfeld des Smartphones zu tippen. Menschen mit dicken Fingern und/oder schlechten Augen sehen da alt aus. Doch es gibt Abhilfe: Handys und moderne Textprogramme wie etwa Microsoft Office haben eine Diktierfunktion. Man schaltet das Mikrofon ein und die gesprochene Sprache wird in Text übertragen. Funktioniert erstaunlich gut. Aber Vorsicht: Man sollte das Ergebnis nochmal kritisch prüfen. Denn aus „Doppelpunkt“ macht das Programm „Google kommt“, und aus „Neger“ wird „*****“, aber das darf man ja sowieso nicht mehr sagen.
