Trump in Davos: Da wo´s um Grönland geht
Veröffentlicht: 23. Januar 2026 Abgelegt unter: Internationale Politik, Krieg, Völkerrecht | Tags: Donald Trump, Grönland, Weltwirtschaftsforum 2 KommentareEin Blogbeitrag zu Trump? Muss das sein? Nein, muss nicht. Macht nur schlechte Laune. Eigentlich ist über dessen geistige und charakterliche Verfassheit alles gesagt. Das könnte man belächeln, wäre der Mann nicht Präsident der USA und mit viel Macht ausgestattet. Liebe Amerikaner: Wie lange wollt ihr einen solch peinlichen Präsidenten noch ertragen? Unter den Menschen in seinem unmittelbaren Umfeld und von der Barbiepuppe an seiner Seite scheint niemand bereit und in der Lage zu sein, ihn aus dem Verkehr zu ziehen.
Nun also dieser bizarre Auftritt in Davos. Von wegen schlimmer geht´s nimmer. Die wirre, langweilige und unerträgliche Rede vor dem Weltwirtschaftsforum gibt´s hier (zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt, Ihren Psychotherapeuten oder den US-Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr.): https://www.youtube.com/watch?v=0Or5MfSViK4
Warum die Gäste des Weltwirtschaftsforums Trump Respekt zollen und ihn mit Applaus begrüßen, bleibt deren Geheimnis. Am Ende der Rede war der Beifall endenwollend. Robert Habeck auf die Frage, wie er die Rede fand: „Ich hätte zumindest gedacht, dass man sich dem Motto, dem Geist – auch wenn man offenbar einer völlig anderen Meinung ist – höflich nähert, aber nur Selbstlob, Ignoranz, Missachtung von allen Leuten, kein Gespür, keine Wahrnehmung für globale Probleme“. Trump habe die schlechteste Rede gehalten, die er je gehört habe. Rhetorik, also die Kunst der überzeugenden Rede, erwartet man von Trump nicht. Seine Satzbildung bewegt sich auf dem Niveau eines Erstklässlers. Der Inhalt (ich, ich und nochmals ich), ist gespickt mit Drohungen, Lügen und Dummheiten. Emotional scheint Trump auf der Entwicklungsstufe eines Kleinkindes stehengeblieben zu sein: Wenn du mir nicht dein Spielzeug gibst, werfe ich mit Sand.

Grönland, so Trump, will er sich nicht mit Gewalt nehmen. Das wertet die internationale Politik- und Wirtschaftselite in Davos als „Erfolg“. Die Wahrheit ist, dass Trumps Generalstab es abgelehnt hat, Pläne für eine militärische Einverleibung Grönlands zu entwickeln. Offenbar gibt es zumindest bei den US-amerikanischen Militärs noch Leute mit nüchternem Verstand. Der Präsident bleibt aber dabei, dass Grönland eigentlich den USA gehört – ist ja auch „nur ein Stück Eis“.
Was der US-Präsident wohl zu der folgenden ZDF-Satire meint? Dass Deutschland und das ZDF überhaupt nur wegen der USA existieren? Wird er ein Verbot des Senders fordern? Alles ist möglich. Schlimmer geht immer.
Trump bestechen? Können wir auch!
Veröffentlicht: 23. Mai 2025 Abgelegt unter: Boulevard, Internationale Politik, Korruption | Tags: Donald Trump Hinterlasse einen Kommentar
Donald Trump ist eitel, prunksüchtig, korrupt und bestechlich. Das macht man sich in der internationalen Diplomatie zunutze. Die Ölscheichs von Katar schenken Trump eine Boeing 747, Wert schlappe 400 Millionen Dollar. Ziemlich geschmacklos und protzig eingerichtet, aber nun ja.
Der „Fascho-Patriarch Putin“ (Karl Ove Knausgård) ködert den Trump-Clan mit dem Bau eines „Trump-Towers“ mitten in Moskau und einer Lizenz zur Ausbeutung wichtiger Rohstoffe.

Wer jetzt meint, Deutschland könne da preislich nicht mithalten, irrt. Um die Zustimmung Trumps für unsere vitalen Wirtschaftsinteressen in den USA zu gewinnen – etwa die zollfreie Einfuhr deutscher Markenprodukte in die USA wie hessische Bembel, Dresdner Stollen, Kuckucksuhren, Kölnisch Wasser, Dirndl und Lederhosen, Spreewaldgurken oder Spätzleschaber – muss man dem „Honest Don“ einen attraktiven Deal anbieten.
Was könnte das zum Beispiel sein? Hier ein paar Vorschläge:
- Abriss des Kölner Doms und Anlage eines Golfplatzes auf der dann freigewordenen Domplatte. Zur Eröffnung lässt Bernhard Langer Trump beim Golfspielen gewinnen
- Umbenennung des Bodensees in Lake Donald
- Abtretung des Bundeslands Bayern an die USA, mit Zwangsumsiedlung aller Bayern nach Österreich und Umbau von Schloss Neuschwanstein zum Melania Castle
- Austausch der Siegessäule in Berlin durch eine Trump-Statue
- Abordnung von Alice Weidel als persönliche Referentin des US-Präsidenten (Umtausch ausgeschlossen)
- Zollfreie Einfuhr nach Deutschland von Erdnussbutter, Fracking-Öl, US-Beef, Heinz-Ketchup und Viagra.
We can do it!
20. Januar: An Tagen wie diesen …
Veröffentlicht: 20. Januar 2025 Abgelegt unter: Demokratie, Internationale Politik, Klimawandel, Neue Rechte, Wahlen | Tags: Donald Trump Ein Kommentarwünscht man sich Unendlichkeit, so der Songtext von den Toten Hosen. Meine Wünsche sind viel banaler: Gleich nach dem Aufstehen wieder ins Bett und die Decke über die Ohren ziehen.
Am 20. Januar drängen sich zwei historische Ereignisse ins Bewusstsein: Die Befreiung von Auschwitz und die Inauguration von Trump. Kann man zwischen beiden Ereignissen eine Verbindung herstellen? Am 20. Januar 1945 haben sowjetische Truppen das Vernichtungslager Auschwitz befreit und das Ende der Hitler-Diktatur eingeläutet. Ein Tag der Hoffnung und Befreiung also, nach der dunkelsten Phase der menschlichen Zivilisation.
Der 20. Januar 2025 ist kein Tag der Freude. Donald Trump wird Präsident einer der ältesten neuzeitlichen Demokratien. Der US-Präsident, der heute sein Amt antritt, ist demokratisch gewählt. Das allein schon nährt Zweifel, ob die Demokratie tatsächlich die beste aller Staatsformen ist. Hätte Trump die Wahl auch ohne sein Geld, seine Lügen, seine enorme Präsenz und Macht in den sozialen Medien, ohne Drohungen und Erpressungen in den Reihen der republikanischen Partei, ohne Unterstützung von Leuten wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg gewonnen? Wohl kaum.
Man ist geneigt, dem amerikanischen Wahlvolk zu bescheinigen, gegen die eigenen Interessen gewählt zu haben: Vox Populi – vox Rindvieh? Schließlich ist Trump alles andere als ein Präsident der kleinen Leute, der Unterprivilegierten, der Ausgegrenzten, der Hilfebedürftigen. Bei seiner von arrogantem Getue und prolligen Gesten begleiteten Inauguration lässt er sich feiern mit einem Festbankett, wo die Reichen und Schönen der High Society Eintrittspreise bis zu einer Million Dollar bezahlen, um dem neuen Präsidenten ihre Aufwartung zu machen.
Trump hat mehrfach unter Beweis gestellt, dass er die Demokratie verachtet und die geltende Rechtsordnung nach seinem Gutdünken zurechtbiegen will. Aus der Erfahrung seiner ersten Amtszeit und nach den Ankündigungen im Wahlkampf ist Schlimmes zu befürchten: Ein Regierungsstil, gekennzeichnet von rücksichtsloser Durchsetzung nationaler Interessen, von aggressiven Pöbeleien gegen Minderheiten und Migranten, von der Leugnung des Klimawandels, von Privilegien für die Reichen, von der Verachtung internationaler Institutionen und Verträge, von der Androhung militärischer Gewalt gegen Kanada, Grönland, Panama, von der Werbung für fettige McDonalds-Gerichte. In sein Kabinett beruft er einen Impfgegner zum Gesundheitsminister, einen unerfahrenen, wegen übermäßigem Alkoholkonsum und Gewalt gegen Frauen umstrittenen Fox-News-Moderator zum Verteidigungsminister, einen Klimawandel-Leugner als Energieminister …
Sind die demokratischen Institutionen in den USA stark genug, um die schlimmsten Auswüchse eines ungebildeten, narzisstischen Grobians in Grenzen zu halten? Das zumindest wäre notwendig, wenn der Glaube an die Demokratie als die beste aller Staatsformen nicht ganz verloren gehen sollte.
Traumpaar Trump / Musk: Auf dem Weg zur Silicon Diktatur?
Veröffentlicht: 23. August 2024 Abgelegt unter: Boulevard, Demokratie, Gesellschaft, Internationale Politik, Wahlen | Tags: Donald Trump, Elon Musk 2 Kommentare
Es ist kein Zufall, dass sich Donald Trump und Elon Musk, zwei Repräsentanten der neoreaktionären Bewegung, unlängst zu ihrer wechselseitigen Liebe bekannten. Nein, dass die Beiden schwul sind, dafür gibt es keine Hinweise. Musk möchte Trump im Präsidentenamt sehen, weil er in ihm einen Gleichgesinnten sieht, der von Demokratie, sozialer Gerechtigkeit, Klimaschutz und solchem Gedöns nicht viel hält. Trump seinerseits findet Elon Musk „einen brillanten Kerl“ und bietet ihm schon mal einen Ministerposten in seinem Kabinett an.
In einem Artikel in der online-Version der Zeitschrift „Philosophie“ schreibt Moritz Rudolph am 21 August 2024: „Kann es sein, dass im Zentrum der demokratischen Welt eine antidemokratische Revolution stattfindet und die Geschichte in eine andere Richtung stupst? Ein neues, umgekehrtes 1789?“ Rudolph weist zum Beleg für seine Vermutung auf die Ernennung von J. D. Vance zum Running Mate von Trump hin. Zum Umfeld von Vance gehört Curtis Yarvin, angeblich einer der größten politischen Denker der Gegenwart, der laut Rudolph „auch als Hausphilosoph von Peter Thiel (gilt), der zusammen mit Elon Musk für eine rechtslibertäre Wende des Silicon Valleys steht und Politiker wie Blake Masters, Vance und Trump unterstützt.“
Yarvin ist ein Vertreter der „Deep State-Theorie“ und vertritt die These, „dass die USA keine Demokratie sind, sondern eine Oligarchie: Der aufgeblähte Staat befindet sich in den Händen gieriger Bürokraten, denen es egal ist, wer unter ihnen Präsident ist. Die politischen Kanäle sind verstopft, einen Machtwechsel kann es nicht geben. Selbst die Kontrollorgane dienen dem „Deep State“ und verschaffen ihm Legitimität. Medien, Universitäten, Aktivisten und das „Uniparty“-System aus Demokraten und Republikanern verschmelzen zu einem gigantischen Machtkomplex, an dem man sich die Zähne ausbeißt.“ (Zitat Rudolph)

Bild Future Image (Imago); bearbeitet
Folgerichtig plädiert Yarvin daher für die Führung des Staates durch einen Monarchen, er „soll das Land führen wie ein CEO sein Unternehmen.“ Also Elon Musk for President? Oder schon mal als Minister für Regierungseffizienz im Trumpschen Kabinett?
Wie das gemeinsame Regieren dann aussehen könnte, dafür haben die Beiden schon mal geübt und ein Tänzchen aufs Parkett gelegt, wie man in diesem Video sehen kann:
Trump, Musk, die Midterm Elections und das großartige Amerika
Veröffentlicht: 10. November 2022 Abgelegt unter: Allgemein, Internationale Politik, Wahlen | Tags: Donald Trump, Elon Musk, Midterm Elections 2 KommentareStand heute früh (10. November) zeichnet sich ab, dass aus dem erwarteten Erdrutschsieg der Republikaner nichts wird. Noch ist nicht klar, wie die Mehrheiten im Kongress am Ende aussehen werden. Im Repräsentantenhaus zeichnet sich eine leichte Mehrheit der Republikaner ab, im Senat gibt es ein Kopf an Kopf-Rennen. Donald Trump ist sauer, weil eher die gemäßigten republikanischen Kandidaten statt der von ihm favorisierten Hardliner gewählt wurden. Anlass zur Erleichterung ist das nicht unbedingt, denn immer noch zu viele amerikanischen Wählerinnen und Wähler sympathisieren mit reaktionären Verschwörungsaposteln und der „Make America Great Again“-Fraktion unter den Republikanern. Aber ist das ein Grund zur Freude, zur Erleichterung? Hier meine persönliche Ansprache an die Republikaner:
Liebe Amis, lieber Elon Musk,
echt jetzt? Habt Ihr eigentlich noch alle Latten am Zaun? Ja, Euch meine ich, die Ihr republikanische Kandidaten wählt und damit einer erneuten Kandidatur und möglichen Wiederwahl von Donald Trump den Boden bereitet. Ihr haltet tatsächlich Trump für geeignet, Euer Land zu regieren? Einen tumben, ungebildeten, ungehobelten, ordinären Egomanen und Hassprediger, der mit seinem miesen Charakter, seinem Sexismus, seiner fratzenhaften Mimik, seiner Unberechenbarkeit und seiner narzisstischen Selbstüberschätzung nicht nur als Präsident der USA ungeeignet ist, sondern auch zur Führung eines PKW? Ihr wollt also wirklich von Leuten regiert werden, die den Klimawandel leugnen, die einfach mal das Kapitol stürmen, wenn ihnen ein Wahlergebnis nicht passt, und die an Verschwörungsideologien a la QAnon glauben, rechtsextremistische und reaktionäre Ansichten vertreten und Putin die Stiefel lecken? Really?
Und Du, Elon Musk: Dass Du einen Morbus Bahlsen (für Nichtmediziner: einen an der der Waffel) hast, wussten wir ja schon. Jetzt hast Du zur Wahl für die Republikaner aufgerufen. Ich werde den Tesla, den ich letzte Woche bestellt habe, wieder abbestellen. Jawohl!

Und mal im Ernst: Was soll das alberne MAGA-Gelaber – Make America Great Again? Was meint Ihr denn genau damit? Worin bestand denn das „großartige Amerika“, nach dem Ihr Euch zurücksehnt? Etwa darin:
- Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki 1945
- Vietnamkrieg mit dem Einsatz von Agent Orange und Napalmbomben gegen die Zivilbevölkerung und dem Massaker von My Lai
- Unterstützung von Militärputschen gegen demokratische Regierungen in Lateinamerika
- Watergate-Skandal unter Richard Nixon
- völkerrechtswidriger Krieg gegen den Irak, begründet mit falschen Tatsachen (Massenvernichtungswaffen)
- Gefangenenlager Guantanamo, wo Menschen ohne Gerichtsurteil festgehalten und gefoltert wurden („Waterboarding“)
- extralegale Hinrichtungen mutmaßlicher Gegner mit Drohnen
- Abschaffung der Sklaverei vor gerade mal 150 Jahren, aber immer noch manifester Rassismus bei Eurer Polizei …
Ok, als deutscher Staatsbürger kann ich Euch zugutehalten, dass Ihr mein Land unter großen eigenen Opfern von den Nazis befreit habt. Und Ihr habt dafür gesorgt, dass wir in den Nachkriegsjahren wirtschaftlich wieder auf die Beine kamen (Marschallplan). Andererseits habt Ihr auf unserem Territorium, auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel, Atombomben gelagert, die unsere Bundeswehr im Ernstfall für Euch ins Ziel bringen soll. Wenn Ihr euer Amerika wirklich „great again“ machen wollt, dann sorgt mal bitte dafür, peinliche Zeitgenossen wie Donald Trump oder Elon Musk aus dem Verkehr zu ziehen und in Guantanamo in Vorbeugehaft zu nehmen, bevor sie weiteren Schaden anrichten können. Das wäre really great.
2021: Alles wird gut?
Veröffentlicht: 28. Dezember 2020 Abgelegt unter: Allgemein, Corona, Gesellschaft | Tags: Andreas Scheuer, Björn Höcke, Corona, Donald Trump, Eckart von Hirschhausen, Helene Fischer Hinterlasse einen Kommentar
„Alles wird gut“ – eine gewagte, eine naive, eine utopische Prognose? Natürlich wird nicht alles gut. Man stelle sich nur vor, wenn es doch so käme: Meine Gliederschmerzen – wie weg. Der Bürgerkrieg in Syrien – alle Kriegsparteien legen die Waffen nieder und schließen Frieden. Nie mehr Kindesmissbrauch hier und anderswo. Die Erderwärmung kommt zum Stillstand. Auch die armen Länder bekommen genügend Impfstoff. Helene Fischer bekommt öffentliches Singverbot. Die Todesstrafe wird weltweit abgeschafft. Die Deutsche Bank macht keine kriminellen Geldwäschegeschäfte mehr. Ferkel werden nur noch mit Betäubung kastriert oder am besten gar nicht mehr. Israel und Palästina schließen Frieden und einigen sich auf eine Zwei-Staaten-Lösung. Die LSBTTIQ-Community bekommt ein eigenes Ministerium. US-Polizisten erschießen keine Schwarzen mehr. Der Hund kotzt nicht mehr auf den Teppich. AFD und Bündnis 90/Die Grünen fusionieren zur neuen FUP (Friedens- und Umweltpartei). Eckart von Hirschhausen wird Bundeskanzler. COVID-19 mutiert zu einem harmlosen Grippevirus. Meine Enkeltochter bekommt den heißbegehrten Studienplatz in Wien, ich selbst den Friedensnobelpreis, optional auch den alternativen Friedensnobelpreis. Donald Trump kommt zu Verstand.
Diese Aufzählung ist nur eine persönliche, unvollständige Auswahl. Sie darf von den Leser*innen dieses Blogs gerne im Herzen oder per Kommentar ergänzt werden. Wünschen kann man sich alles. Auch, dass alles gut wird. Aber: Wie bitte soll das gehen? Wer soll am großen Rad drehen und alles gut werden lassen? Wie wär´s mit etwas mehr Realismus und Bescheidenheit und einem „Manches wird gut“? Schließlich könnte es ja auch noch schlimmer kommen – „Alles wird schlechter“. Zum Beispiel: Der Friedensnobelpreis 2021 geht an Donald Trump. Der Hund wird inkontinent. Die AFD gewinnt die Bundestagswahlen, Björn Höcke wird Bundeskanzler. Es wird eine allgemeine Aluhelmpflicht eingeführt. Meine Gliederschmerzen werden schlimmer. Die deutsche Fußballnationalmannschaft verliert gegen die Färöer-Inseln 10:0. Helene Fischer moderiert die Tagesthemen. Klopapier wird rationiert. Daimler, VW, BMW und Porsche fusionieren zu einem Megakonzern unter der Führung von Andreas Scheuer. Es werden noch mehr Porsche Cayenne verkauft. Strom, Benzin, Fleisch und Flugreisen werden teurer. Aber egal. Wir essen mehr Fleisch, fliegen wieder in den Urlaub auf die Malediven und die Aktienkurse steigen. COVID-19 wird vom Menschen auf Microsoft übertragen. Alles wird schlechter.
Also jetzt mal im Ernst: Nicht alles wird plötzlich gut werden. Ob manches gut wird, oder zumindest ein bisschen besser, das liegt nicht nur, aber auch in unserer Hand. Jede/r von uns kann dazu beitragen, dass manches etwas besser wird. Daher schließt dieser Blogbeitrag mit einem optimistischen Blick in das vor uns liegende Jahr. Alles wird gut – dahinter verbirgt sich wohl vor allem der Wunsch, die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Gefährdungen und Einschränkungen unseres Lebens mögen bald vorbei sein. Darauf darf man hoffen, auch wenn es keine Gewissheit gibt. Dann wäre alles andere, was in dieser Welt nicht gut ist, aber weiterhin nicht gut. „Nichts ist gut in Afghanistan“ – mit dieser Feststellung hatte Margot Käsmann in ihrer Neujahrspredigt 2010 einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. „Nichts ist gut“ und „Alles wird gut“ sind in ihrer Absolutheit Zuspitzungen, die weder die Gegenwart noch die Zukunft zutreffend beschreiben.
Dennoch: Eine utopische Haltung im Sinne von „Alles wird gut“ kann ja nicht schaden. Dafür hat auch Adorno plädiert: „Empfindsam bleiben ist eine gleichsam utopische Haltung, die Sinne für ein Glück geschärft zu halten, das nicht kommen wird, jedoch uns in Bereitschaft für es vor den ärgsten Verrohungen schützt“. Gerade in den düstersten Zeiten auf das „Alles wird gut“ zu hoffen ist also nicht naiv. Worauf sonst soll man denn hoffen?
Am 19.12.1944 schrieb Dietrich Bonhoeffer aus der Haft in der Prinz-Albert-Straße in Berlin, wenige Monate vor seiner Hinrichtung durch das NS-Regime, an seine Braut Maria von Wedemeyer „ein paar Verse, die mir in den letzten Abenden einfielen“. Und dann folgen diese tröstlichen Zeilen von den guten Mächten, von denen wir wunderbar geborgen sind und wir getrost erwarten dürfen, was kommen mag.
Erwarten wir also für 2021 getrost, was kommen mag – auch wenn nicht alles gut werden wird.
Waschen – legen – föhnen: Die Frisuren der Mächtigen
Veröffentlicht: 8. Oktober 2020 Abgelegt unter: Boulevard, Gesellschaft | Tags: Boris Johnson, Donald Trump, Kim Jong-Un Hinterlasse einen KommentarMein Frisörladen hat schon wieder die Preise erhöht, obwohl meine Haare immer weniger werden. Ich vermute als Grund Corona, also für die Preiserhöhung, weil ja die Frisöre lange gar nicht arbeiten durften. Bisher habe ich immer ein üppiges Trinkgeld gegeben, denn der Frisör als solcher verdient ja nicht so viel, wenn der Laden nicht ihm gehört. Mein Steuerberater meint, ich könne den Frisör nur dann als Werbungskosten von der Steuer absetzen, wenn eine gepflegte Frisur zur Ausübung meiner geschäftlichen Aktivitäten unabdingbar sei. Wenn ich also z.B. Nachrichtensprecher, also nicht im Radio, oder Bankangestellter wäre. Oder eine eigene Fernsehshow hätte, wie Donald Trump. Seine Show hieß früher „“The Apprentice”. Heute läuft sie als Reality-Show unter dem Titel “Best President Ever”. Wir wollen hier nicht in den Chor derjenigen einstimmen, die gehässige Kommentare oder dumme Witze über die „Haare nach vorne geföhnt-Frisur“ von Herrn Trump verbreiten. Top-Coiffeure nennen die Haarpracht des US-Präsidenten übrigens „Cement Hairstyle“ – sei´s drum. Wer sich für das Geheimnis der Trumpschen Frisur näher interessiert, kann dazu mehr nachlesen zum Beispiel bei Brigitte unter: https://www.brigitte.de/beauty/frisuren/donald-trumps-frisur–das-ist-sein-haar-geheimnis-10873900.html
Was uns hier aber brennend interessiert: Mehr als 70.000 Dollar an Frisörkosten hat Trump angeblich für die Jahre seiner Fernsehshow von der Steuer abgesetzt. Alter! So viel Kohle für eine dermaßen misslungene Kreation? Hätte er den Frisör nicht eigentlich wegen schwerer Körperverletzung verklagen müssen? Und dann: You´re fired!

Jetzt wüsste man gerne noch, was die Herren Kim Jong-Un oder Boris Johnson so an Friseurkosten haben und ob sie das auch bei ihrer Steuererklärung angeben. Meine Meinung dazu lautet: Wer so aussieht, hat unser aller Mitleid und sollte nicht auch noch für die Kosten aufkommen müssen.
