Druckfrisch: Krieg in Gaza. Von Muriel Asseburg
Veröffentlicht: 31. März 2025 Abgelegt unter: Humanitäre Hilfe, Internationale Politik, Katastrophen, Krieg, Völkerrecht | Tags: Gazakrieg, Internationaler Strafgerichtshof Hinterlasse einen KommentarKann man in Deutschland über den Gaza-Krieg diskutieren, ohne sich anzuschreien, der einseitigen Parteinahme zu bezichtigen, die Antisemitismuskeule zu schwingen? Frau kann. Gemeint ist die Autorin und Nahost-Expertin Muriel Asseburg. Gerade erschienen ist ihr neues Buch: Der 7. Oktober und der Krieg in Gaza. Hintergrund. Eskalation. Folgen. C.H. Beck-Verlag 2025, 20 €).

Wie alle ihre früheren Publikationen zu Nahost ist auch dieses Buch „ein Muss für alle, die verstehen wollen, warum der Konflikt immer weiter eskaliert und was die Beteiligten antreibt“. Auch wenn die Lektüre aufgrund der Fülle an Fakten und Detailinformationen anstrengend ist (das Verzeichnis der verwendeten Literatur und Quellen umfasst allein 45 Seiten!): Man bekommt ein differenziertes Bild über Entstehung, Hintergründe und Handlungsmotive der beteiligten (Gewalt-)Akteure vermittelt, ohne einseitige Parteinahme, aber doch mit klarer Benennung völkerrechtswidriger Kriegshandlungen auf beiden Seiten des israelisch-palästinensischen Konflikts. Ein Konflikt, für den es, so das pessimistische Fazit Asseburgs, auch nach der Waffenruhe von Mitte Januar 2025 (Drucklegung des Buches) weniger denn je ein Hoffnung auf Lösung gibt. „In dieser Situation“, so schreibt die Autorin, „steht nicht die Suche nach Friedensregelungen und Koexistenz im Vordergrund, sondern es dominieren die Sprache der Gewalt und der Entmenschlichung sowie der Ruf nach Vergeltung. Nur vereinzelt setzen sich Israelis und Palästinenser weiterhin für einen friedlichen Ausgleich ein.“

Mein Fazit: Unbedingt lesen! Dem designierten Bundeskanzler Friedrich Merz möchte man dieses Buch besonders ans Herz legen. Er denkt öffentlich darüber nach, den vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagten Premier Netanjahu nach Deutschland einzuladen. Er habe ihm in einem Telefonat zugesichert, dass er in Deutschland nicht verhaftet werde. Da fällt es einem dann doch wieder schwer, nicht zu schreien. Oder angesichts der Zerstörungen in Gaza das israelische Vorgehen als „gerechten Krieg“ zu legitimieren.
Mehr Rüstung = mehr Sicherheit = Frieden? Eine Gegenrede
Veröffentlicht: 14. März 2025 Abgelegt unter: Bundeswehr, Entwicklungszusammenarbeit, Innenpolitik, Krieg, Pazifismus, Rüstung 3 KommentareWer den Frieden will, muss für Aufrüstung sein. Auf diese einfache Formel lassen sich die gegenwärtigen Debatten verkürzen. Wird es dieses Jahr wieder Ostermärsche der Friedensbewegung geben? Wenn ja, mit welchen Forderungen? Man will ja nicht ganz aus der Zeit gefallen erscheinen und sich zum Gespött der Leute machen. Der Zeitgeist – ach der! – er will vom Pazifismus aus den Zeiten des kalten Krieges a lá „Frieden schaffen ohne Waffen“ sowieso nichts wissen. Wie denn auch, wenn Russland ein Nachbarland überfällt und mit Krieg überzieht! Fast alle sind sich einig, was dagegen getan werden muss (sogar die Grünen!): Mehr Geld für die Rüstung. Dafür werden im Wesentlichen zwei Gründe angeführt: Wenn die Ukraine den Krieg wegen fehlender Unterstützung des Westens verliert, dann wird Russland sich ermutigt fühlen, weitere Länder des Westens anzugreifen – das Baltikum, Polen, ja vielleicht auch Deutschland. Und weil wir mit den USA als bisheriger Garant unserer Sicherheit in Europa nicht mehr rechnen können.
Kriegstauglich werden, whatever it takes?
Die Forderung scheint also auf den ersten Blick folgerichtig: „Frieden schaffen – bzw. wiederherstellen, sichern – mit noch mehr Waffen!“ So tönt es in den aktuellen Parlamentsdebatten, im Blätterwald, bei Talkshows und an den Stammtischen der Republik. Rüstungsbetriebe fahren ihre Produktion hoch, die Aktienkurse schießen durch die Decke. Wer vor einem Jahr Rheinmetallaktien für 100.000 Euro gekauft hat, ist heute Millionär. Auch das Wahlvolk scheint mehrheitlich zu akzeptieren, dass riesige Summen für die Rüstung geplant werden. Die neue Regierung aus Union und SPD will für Rüstungsausgaben die Schuldenbremse ganz aufheben. Im Haushalt 2025 sind für den „Wehretat“ 53 Mrd. Euro geplant – plus 20 Milliarden aus dem Sondervermögen Bundeswehr. Diese Zahlen sind für CDU-Mann Thorsten Frei angesichts der Bedrohung durch Russland „verantwortungslos und zukunftsvergessen“. 80 Milliarden müssten es sein, um „wenigstens“ das Zwei-Prozent-Ziel der NATO einzuhalten. Will man auf 3,5 oder gar vier Prozent des BIP kommen, dann brauchte man also ca. 150 bis 170 Milliarden Euro.
Gespart wird beim Klimaschutz, beim Sozialhaushalt, bei der Friedensarbeit
Die neue Regierung möchte dafür die Schuldenbremse aufheben und die Grünen, so scheint es, würden da mitgehen. Man wolle dafür nicht bei den sozialen Aufgaben sparen, heißt es. Dabei ist das längst Realität. Die Union möchte zum Beispiel beim Bürgergeld sparen. Gleichzeitig mit den steigenden Rüstungsausgaben wurden die Bundesmittel für die Entwicklungszusammenarbeit 2024 und 2025 bereits drastisch gekürzt. Auch für Humanitäre Hilfe stellt die Bundesregierung weniger Geld zur Verfügung. Die USA haben ihre Entwicklungshilfe eben mal ganz eingefroren. Dazu der Vorsitzende des Dachverbands der deutschen NRO Michael Herbst: „Weil wir uns so gerne ereifern über nationalistische Politik anderer Länder und uns aufregen über Statements von Donald Trump und Viktor Orban, aber wir gehen tendenziell in dieselbe Richtung.“ Aus rechten und konservativen Kreisen wird Stimmung gegen Entwicklungshilfe gemacht mit Fake News über die angebliche Verschwendung von Steuergeldern für Fahrradwege in Peru. Eine ernsthaft Diskussion um die Frage, welchen Beitrag Armutsbekämpfung und globale Gerechtigkeit zur Friedenssicherung leistet, und was mit nur einem Bruchteil der Milliarden für die Rüstung stattdessen an Friedensförderung geleistet werden könnte, findet nur in Fachkreisen statt. Die Grünen, die höhere Rüstungsausgaben grundsätzlich befürworten, betonen dabei: „Sicherheit bedeutet mehr als Verteidigung. Es geht um wirtschaftliche Stabilität, soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz. Unsere Verantwortung gilt nicht nur der Gegenwart, sondern auch den kommenden Generationen“.
Ist die Aufrüstung wirklich alternativlos?
Müssen wir also wirklich, um „kriegstauglich“ zu werden, unsere Rüstungsausgaben drastisch erhöhen, um genügend Abschreckungspotenzial gegenüber machtpolitischen und imperialistischen Interessen Russlands zu haben? Auch die EU will in den nächsten Jahren ihre Ausgaben für „Verteidigung“ auf 800 Mrd. Euro erhöhen und damit mehr als verdoppeln. Man geht von der Annahme aus, dass der Westen bei einem russischen Angriff militärisch unterlegen wäre. Aber stimmt das überhaupt?
Das amerikanische Quincy-Institut, das von hochrangigen Militärs und CIA-Leuten gegründet wurde, hat hierzu eine umfangreiche Studie erstellt und kommt zu dem Ergebnis, „dass Russland der NATO, auch ohne die USA, in allen Waffengattungen weit unterlegen ist“ (zit. nach: Ulrich Bausch: Kurzgeschichte der Nato-Osterweiterung).
Die Annahme von der militärischen Unterlegenheit des Westens wird von einer aktuellen Studie von Greenpeace widerlegt (Wann ist genug genug? Ein Vergleich der militärischen Potenziale der Nato und Russlands, November 2024). Autoren der Studie sind die Friedensforscher Herbert Wulf und Christopher Steinmetz. Sie kommen ebenso wie das Quincy-Institut zu dem Ergebnis, dass „die Nato …Russland in fast allen militärischen Schlüsselparametern weit überlegen (ist). Auch ohne USA. Selbst die europäischen Nato-Staaten für sich genommen liegen in Militärbudget, Truppenstärke und Großwaffensystemen vor Russland“; deshalb, so die Autoren, sei „ein grundlegender Perspektivwechsel in der Sicherheitsdebatte Europas notwendig“.
Das Dilemma der Friedensbewegung
Die Friedensbewegung hat es schwer, mit ihren Forderungen nach Abrüstung und Friedensinitiativen durchzudringen. Mit der Forderung „Perspektivwechsel in der Sicherheitsdebatte Europas“ wird man keinen Blumentopf gewinnen können. Der Slogan ist für Ostermarschtransparente viel zu sperrig. Und wer an Ostern auf die Straße geht und für Frieden und Abrüstung demonstriert, muss damit rechnen, dass sich Anhänger von AfD und BSW einreihen. Das will man dann auch wieder nicht.
Extralegale Hinrichtungen mit deutschem Beistand?
Veröffentlicht: 19. Dezember 2024 Abgelegt unter: Innenpolitik, Internationale Politik, Krieg, Pazifismus, Völkerrecht | Tags: Bewaffnete Drohnen, Bundesverfassungsgericht, Extralegale Hinrichtungen Hinterlasse einen KommentarDas Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich derzeit mit einer Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland. Es geht um die Frage, ob Deutschland mitverantwortlich ist für Hinrichtungen politischer Gegner durch US-Drohnenangriffe. Dabei handelt es sich um gezielte Tötungen von Menschen, ohne dass ein ordentliches Gericht deren Schuld festgestellt und eine Todesurteil ausgesprochen hätte. Begründet werden die Hinrichtungen damit, dass es sich bei den Betroffenen um Terroristen handele und dass man sich gegen diese im Krieg befinde. Oft kommen neben den eigentlichen Adressaten der Angriffe auch unbeteiligte Zivilisten zu Tode. Für solche extralegalen Hinrichtungen nutzen die USA die Luftwaffenbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz. Die Drohnen werden von Ramstein aus gesteuert; ohne die dort genutzte technische Infrastruktur wären die Drohnenangriffe nicht möglich.
Wer klagt und warum?
Gegen die Bundesrepublik geklagt haben zwei Jemeniten, deren Familienangehörige 2012 in Khashamir im Jemen bei einem amerikanischen Drohnenangriff getötet wurden. Deutsche Gerichte, die sich bereits seit zehn Jahren mit der Klage der Jemeniten beschäftigen, sind bisher zu unterschiedlichen Urteilen gekommen. Das Bundesverfassungsgericht muss nun klären, ob diese Drohneneinsätze der USA das humanitäre Völkerrecht verletzen und ob Deutschland eine Mitverantwortung für den Tod von Zivilisten trägt, d.h. inwieweit Deutschland eine extraterritoriale Schutzpflicht für ausländische Staatsangehörige im Jemen hat, wenn diese durch US-Drohneneinsätze gefährdet sind. Der Ausgang des Verfahrens könnte weitreichende Folgen haben, sowohl für die juristische Verantwortung Deutschlands als auch für die internationale Nutzung militärischer Stützpunkte. Das Urteil wird allerdings erst in einigen Monaten erwartet.
Und wie stehen die Grünen dazu?
Bemerkenswert ist die Haltung der Grünen zu dem Problem. Als Mitglied der Partei habe ich am 13. August 2022 in einem persönlichen Brief an Annalena Baerbock geschrieben:
„Bis vor kurzem waren wir uns noch einig, dass Hinrichtungen mit Drohnen völkerrechtswidrig sind und dass deshalb solche Hinrichtungen nicht von deutschen Boden ausgehen dürfen. Das haben die Grünen in der Opposition immer wieder klar und deutlich vertreten. Es widerspricht jedem Rechtsverständnis, Menschen ohne Gerichtsverfahren und nur auf Verdacht hin zu töten und dabei in Kauf zu nehmen, dass Zivilpersonen, die sich in der Nähe des mutmaßlichen (!) Terroristen aufhalten, ebenfalls getötet werden. Kollateralschäden heißt das dann.
Nun hat die Tagesschau am 11. August berichtet („Hinrichtungen aus der Luft – Deutschland und der US-Drohnenkrieg“), dass sich offenbar bei den Grünen die Meinung dazu geändert hat. Um die Amerikaner gerade jetzt im Zuge des Ukrainekrieges nicht zu verärgern, verzichtet die Bundesregierung und das von Dir geführte Auswärtige Amt darauf, Aufklärung über die gezielten Tötungen und die dabei zu Tode kommenden unbeteiligten Zivilisten zu verlangen. Dabei hat das US-Militär bereits mehrfach eingestehen müssen, dass statt mutmaßlicher Terroristen unschuldige Menschen bei Drohnenangriffen getötet wurden. Die Bundesregierung versteckt sich hinter der Aussage der US-Militärs, man halte sich an bundesdeutsches Recht. Eine Überprüfung findet nicht statt; Auskünfte über Drohnenangriffe werden von den Amerikaner grundsätzlich verweigert.
Wichtige Schaltzentrale für die Drohnenangriffe ist der US-Militärstützpunkt Ramstein in der Pfalz… Das alles geschieht also mit Wissen und stillschweigender Duldung der Bundesregierung. Jürgen Trittin hat, damals noch in der Opposition, die Bundesregierung bezichtigt, mitverantwortlich für die illegalen Tötungen zu sein. Liebe Annalena: Gilt das jetzt nicht mehr?“
Nach mehrfachen Mahnungen habe ich am 03. Februar 2023 die folgende Antwort auf meinen Brief aus dem Büro der Bundesgeschäftsführerin Emily Büning bekommen:
„Bewaffnete Drohnen wurden und werden vielfach auch von unseren Bündnispartnern für extralegale Tötungen und andere völkerrechtswidrige Taten eingesetzt. Ein solcher Einsatz ist für uns GRÜNE undenkbar und mit dem deutschen Verfassungs- und Wehrrecht nicht vereinbar.
Bezüglich der Drohnenangriffe steht das Auswärtige Amt fortwährend im Austausch mit den USA, die weiterhin versichern, dass in Ramstein keine völkerrechtswidrigen Aktionen durchgeführt werden. Ehrlicherweise muss man sagen, dass gerade die Prioritäten auch in anderen Bereichen als der möglichen Strafverfolgung der Drohnenangriffe der USA liegen, was natürlich nicht bedeutet, dass dieses wichtige Thema in Vergessenheit gerät.“
Ohne wenn und aber: Extralegale Hinrichtungen sind abzulehnen

Dass diese Antwort nicht zufriedenstellen kann, muss ich nicht eigens betonen. Deutlich klarer hat sich die Internationale Katholische Friedensbewegung pax christi zu der Problematik geäußert:
„Extralegale Hinrichtungen widersprechen jeglichem Prinzip von Rechtstaatlichkeit, zeugen von moralischem Verfall und sind friedensethisch konsequent abzulehnen. Sie dürfen keinesfalls zu einem regulär benutzten Instrument werden.“
Trotz alledem und jetzt erst recht: Zuversichtlich bleiben!
Veröffentlicht: 15. November 2024 Abgelegt unter: Demokratie, Gesellschaft, Internationale Politik, Krieg, Neue Rechte, Pazifismus, Wahlen 8 KommentareDie Erkenntnis dieser Tage scheint zu bestätigen, dass Politik und Moral nicht zusammenpassen. In diesem Beitrag wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, ob es nicht an der Zeit ist für eine geistig-moralische Erneuerung, für eine neue Aufklärung, einen Aufstand der Anständigen, der dem grassierenden Autoritarismus, der Verrohung in Politik und Gesellschaft, der neuen Kriegshysterie, etwas entgegensetzt. Aber was könnte das sein?
Das ist nicht die Welt, in der wir leben wollen
Der Blick auf den aktuellen Zustand der Welt gibt wenig Anlass, mit Zuversicht und Optimismus in die Zukunft zu schauen. In Deutschland bricht eine Regierung auseinander, wegen mangelnder Bereitschaft und Fähigkeit zu notwendigen Kompromissen und Reformen und aufgrund von parteipolitischen und persönlichen Egoismen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt bröckelt, die Ausländerfeindlichkeit nimmt zu. Rechte Parteien sind im Aufwind. In Europa werden immer mehr Regierungen von rechten Parteien dominiert.
In den USA kommt ein mehrfach verurteilter Straftäter zum zweiten Mal an die Macht, der die demokratischen Institutionen verachtet, der gegen Minderheiten hetzt, den Klimawandel leugnet und dem jegliche moralischen und intellektuellen Voraussetzungen für dieses Amt fehlen. In der Folge bringt der Bitcoin, die Kryptowährung der Spekulanten und Kriminellen, den Besitzern exorbitante Kursgewinne. Elon Musk, ein reaktionärer, durchgeknallter Multimilliardär, wird vom künftigen US-Präsidenten als Genie gepriesen und zum Berater in seine Regierung berufen.
Weltweit nehmen Hunger und Armut, Kriege und gewaltsame Vertreibungen zu. Die Erderwärmung, so die neuesten Zahlen der Wissenschaft, übersteigt in diesem Jahr erstmals die 1,5 Grad-Marke und steuert in den nächsten Jahrzehnten auf eher 2,5 bis 3 Prozent zu. Damit werden noch mehr Menschen in die Flucht getrieben, während Europa seine Außengrenzen abschottet und in Kauf nimmt, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken oder in gefängnisähnlichen Lagern eingesperrt werden.
Der Krieg in der Ukraine, von Russland vom Zaun gebrochen, fordert unzählige Menschenleben und schwere Schäden an Gebäuden und Versorgungsstrukturen, ohne dass eine Ende absehbar wäre und ein Friede im Bereich des Möglichen erscheint. Einzig militärische Aufrüstung und wechselseitige Bedrohung scheinen derzeit das Denken und Handeln zu bestimmen. Der Nahostkonflikt, seit Jahrzehnten Quelle von Gewalt, Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen, ist nach dem Überfall der Hamas eskaliert und weitet sich zu einem Flächenbrand in der Region aus. Deutschland liefert weiter Waffen an den Staat Israel, trotz des völkerrechtswidrigen Vorgehens des israelischen Militärs in Gaza, im Westjordanland und im Libanon.
Dieses düstere Bild ist nicht vollständig. Man könnte den Eindruck gewinnen, wir lebten im Zeitalter der einstürzenden Brücken, alle drei Jahre auftretender Jahrhunderthochwasser und staatlicher Rettung zahlungsunfähiger riesiger Schiffswerften, die noch riesigere Kreuzfahrtschiffe bauen, die die Welt nicht braucht.
Was ist also zu tun?
Oder, um mit Kant zu fragen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Mündige Menschen, die in der Lage sind, ihren Verstand zu gebrauchen, können nicht als Entschuldigung anführen, nicht gewusst zu haben, wie es mit der Welt steht. Wir alle stehen in der Verantwortung, für bessere Verhältnisse zu sorgen, egal, ob in der Nachbarschaft, im Betrieb, in der Kommune, im Land, in dem wir leben. Die Nachrichtenlage führt bei vielen Menschen dazu, sich ins Private zurückzuziehen, in Resignation, Verzweiflung oder Zynismus zu verharren.
Ja, es scheint in diesen Tagen besonders schwer, mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Und doch kann es nur eine Antwort geben: Trotz alledem und jetzt erst recht: Für Frieden und Freiheit einstehen, gegen Lügen und Fakenews dagegenhalten, den rechten Brandstiftern nicht den Diskurs überlassen. Und bei schwierigen Kontroversen akzeptieren und aushalten, dass es nicht nur eine Interpretation oder Sichtweise gibt, wie etwa bei den Diskussionen um den Ukrainekrieg oder den Nahostkonflikt. „Legitime Selbstverteidigung und das Streben nach einem gerechten und dauerhaften Frieden sind kein Widerspruch“ – dieses auf den Ukrainekrieg bezogene Zitat aus einem Beitrag von Professor Dr. Peter Brandt, Professor Dr. Hajo Funke, General a.D. Harald Kujat, Professor Dr. h.c. Horst Teltschik in der Berliner Zeitung vom 09.09.2023 kann gleichermaßen für den Nahostkonflikt gelten. Die Antwort auf Kants „Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?“ heißt dann: Das Streben nach einem gerechten und dauerhaften Frieden und die Hoffnung, damit erfolgreich zu sein, nicht aufzugeben. Was sonst?
Kriegsgerät mit humanitärem Gütesiegel
Veröffentlicht: 25. Oktober 2024 Abgelegt unter: Humanitäre Hilfe, Internationale Politik, Krieg, Rüstung | Tags: Israel, Rüstungsexporte Hinterlasse einen KommentarDeutschland erhöht seine Waffenlieferungen an Israel. Darüber gibt es Streit in der Regierung. Wir erinnern uns, dass Deutschland mal die Lieferung von Rüstungsgütern in Krisen- und Kriegsgebiete ablehnte. Zumindest so ganz allgemein und auf dem Papier. In der Praxis wurde das schon immer unterlaufen. Seit dem Ukrainekrieg und der Eskalation des Nahostkonflikts haben die deutschen Rüstungsexporte zugenommen. 2013 gab es mit 12,2 Mrd. Euro einen Rekord bei den Rüstungsexporten. Im ersten Halbjahr 2014 betrugen die Exporte mindestens 7,5 Mrd. Euro und sind damit weiter gestiegen. Glücklich, wer jetzt Aktien von Rheinmetall, Airbus oder MTU hat.
Bei der Ukraine ist die Frage nach dem für und wider Waffenlieferungen kaum widerspruchsfrei zu beantworten. Wer aus überzeugter pazifistischer Grundhaltung ein kategorisches „nein“ sagt, setzt sich dem Vorwurf aus, sich zum Handlanger Putins zu machen. Die Befürworter von Waffenlieferungen müssen ihrerseits erklären, warum sie glauben, dass damit der Konflikt beendet werden kann und nicht in einen Zermürbungskrieg mit großen Opfern auf beiden Seiten mündet.
Es gibt keine einfachen Antworten. Das gilt erst recht im Falle von Israel und dem Nahostkonflikt. Soll Deutschland (noch mehr) Rüstungsgüter an Israel liefern? „Wir haben Waffen geliefert, und wir werden Waffen liefern“, versprach Scholz im Deutschen Bundestag zum Jahrestag des Überfalls vom 7. Oktober. Gestern (24. Oktober 2024) wurde bekannt, dass die Bundesregierung ihre Genehmigungen für Rüstungslieferungen an Israel deutlich ausweitet. Nach Außenministerin Annalena Baerbock knüpft die Bundesregierung ihre Waffenlieferungen an Israel an die Bedingung, dass diese unter Beachtung des Völkerrechts eingesetzt werden. Ihre Botschaft an Netanjahu: Lieber Bibi, diese Waffen sind nur zum humanitären Gebrauch bestimmt. Wie das in Gaza und im Libanon aussieht, kann man jeden Tag in den Nachrichten verfolgen – wenn man die täglichen Nachrichten überhaupt noch ertragen kann.
Aber mal jenseits aller bitteren Ironie: Tatsächlich gibt es auch im Fall von Israel und dem Nahostkonflikt mehrere Wahrheiten, die in der politischen Debatte gleichzeitig und nebeneinander ihre Rechtfertigung haben. Hier mein persönlicher Versuch, radikale und gemäßigte, differenzierende und polarisierende Positionen aufzuzeigen:
Erstens: Israel hat das Recht, sich gegen Terrorangriffe zu wehren. Zweitens: Die Hamas, die vom Libanon aus agierende Hisbollah und ihre Unterstützerstaaten zielen auf die Vernichtung des Staates Israel. Den Hamas-Terror vom 7. Oktober 2023 als Akt des bewaffneten Widerstands zu bezeichnen, ist zynisch (an dieser Stelle setzt gewöhnlich Schnappatmung pro-palästinensischer Gruppierungen ein). Drittens: (Achtung Freunde Israels, schon mal die Antisemitismuskeule bereitlegen …) Das Vorgehen der israelischen Armee in Gaza und in Libanon ist unverhältnismäßig und verstößt gegen das humanitäre Völkerrecht. Israel will „den totalen Sieg“ über Hamas und Hisbollah. Der Preis bisher: mehr als 42.000 Tote, flächendeckende Zerstörung, mehrfache Vertreibung von Millionen Palästinensern. Im Libanon über eine Million Vertriebene, mehr als 3.000 Todesopfer unter der Zivilbevölkerung. Das Hilfswerk Caritas international wirft dem israelischen Militär vor, bei Luftangriffen im Südlibanon auch Gebäude von christlichen Hilfsorganisationen zerstört zu haben.
Man könnte mit den Wahrheiten so weiter machen: Die israelische Besatzungspolitik in den palästinensischen Gebieten verstößt gegen das Völkerrecht. Das hat der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag festgestellt, und zwar schon vor dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023. Premier Netanjahu hat kein Interesse daran, die Geiseln zu befreien, sondern den Krieg fortzusetzen und seine Macht zu festigen. Netanjahu duldet in seinem Kabinett ultrarechte, extremistische Minister wie Bezalel Smotrich (Finanzen) und Itamar Ben-Gvir (Nationale Sicherheit), die sich ungeschminkt für die Vertreibung und Vernichtung der palästinensischen Bevölkerung aussprechen.
Vermutlich gibt es noch zahlreiche weitere Wahrheiten. Soll also Deutschland (noch mehr) Rüstungsgüter an Israel liefern? Ich meine: Unter den gegebenen Bedingungen nein. Auch keine mit humanitärem Gütesiegel.
Neue Initiative „Aufbruch zum Frieden“
Veröffentlicht: 12. September 2024 Abgelegt unter: Gesellschaft, Internationale Politik, Krieg, Pazifismus Ein KommentarHeute möchte ich auf eine Initiative aufmerksam machen und für deren Unterstützung werben: „Aufbruch zum Frieden – Anstöße zu einer notwendigen Diskussion“. Die Initiatoren – der Grüne Winfried Hermann, Verkehrsminister in Baden-Württemberg, der Leiter der Reutlinger Volkshochschule Ulrich Bausch, die Theologin Susanne Büttner und der Friedensforscher Thomas Nielebock – wollen damit eine öffentliche Debatte über politische Lösungen für den Ukraine-Krieg anstoßen. Mehr Informationen gibt es hier: https://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/695/pazifist-heisst-jemand-der-frieden-macht-9652.html

Winfried Hermann Foto: Bernd Weißbrod (dpa)
Der Auftakt zu der Initiative wurde Ende Juli von der Zeitschrift KONTEXT Wochenzeitung im Merlin in Stuttgart organisiert. Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und kann hier angeschaut werden.
Interessenten können sich unter der Mailadresse: aufbruch-zum-frieden@e.mail.de
melden, um weitere Informationen zu erhalten.
Buchempfehlung: Der Nahostkonflikt
Veröffentlicht: 25. August 2024 Abgelegt unter: Internationale Politik, Krieg | Tags: Gazakrieg, Nahostkonflikt Ein KommentarHeute möchte ich auf ein Buch aufmerksam machen, das inzwischen in der 12. Auflage erscheint und vor dem Hintergrund der aktuellen Eskalation des Nahostkonflikts überarbeitet und aktualisiert wurde. Für alle, die über die Geschichte des Konflikts und seine Ursachen mehr wissen wollen als das, was in der täglichen Berichterstattung darüber zu erfahren ist. Sehr empfehlenswert!

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sowie seinen arabischen Nachbarn hält seit Jahrzehnten die Welt in Atem. Seit Oktober 2023 ist er mit dem Überfall der Hamas auf Israel und dem Krieg Israels gegen die Hamas im Gazastreifen in zuvor unvorstellbarer Weise eskaliert. Die Autoren zeichnen die Geschichte des Konflikts nach, beschreiben die wichtigsten Streitpunkte – von Jerusalem über den Zugang zu Wasser bis zum Grenzverlauf – und erklären, warum Frieden und Sicherheit für alle Seiten in so weite Ferne gerückt sind.
Von Fähigkeits-, Gedächtnis- und anderen Lücken
Veröffentlicht: 15. August 2024 Abgelegt unter: Bundeswehr, Internationale Politik, Krieg, Pazifismus, Rüstung Hinterlasse einen KommentarDie NATO, so erfahren wir dieser Tage, hat eine „Fähigkeitslücke“. Und weil das nicht sein soll, müssen schnellstens neue Mittelstreckenraketen auf deutschem Boden stationiert werden. Klingelt da was? Kalter Krieg? NATO-Doppelbeschluss? Es ist allerdings kein Déjà-vu. Damals (1979) ging es um eine Lücke in der atomaren Abschreckung, und es war kein Krieg an der europäischen Ostgrenze. Jetzt sind es, darauf sei zur Beruhigung der „german angst“ hingewiesen, „nur“ konventionelle Raketen, nämlich Marschflugkörper vom Typ Tomahawk (kennen wir aus der Karl-May-Lektüre) und SM-6-Mehrzweckraketen, beide angeblich nicht nachrüstbar mit Atomsprengköpfen.
Fähigkeitslücken sind Teil der menschlichen Existenz. Kein Individuum, kein Kollektiv kann von sich behaupten, ohne Fähigkeitslücken zu sein. Hinzu kommen je nach Sachlage weitere Lücken: Wissenslücken beim Abitur, Zahnlücken im Kindes- und Greisenalter, Gedächtnislücken beim Bundeskanzler, zu kleine Parklücken für zu große Autos, Sicherheitslücken bei der Bundeswehr. Lückentexte helfen beim Deutsch lernen, Lückenbüßer haben eine undankbare Rolle. Gina Lückenkämper hat Bronze gewonnen. Diese Aufzählung ist noch lückenhaft.
Lücken, jedenfalls die meisten, wollen geschlossen werden. So auch die Fähigkeitslücke der NATO. Dafür sei die Stationierung von amerikanischen Mittelstreckenraketen auf deutschem Territorium ein notwendiger Schritt, meint der – nicht sonderlich beliebte – Bundeskanzler und der Lieblingspolitiker der Deutschen, Boris Pistorius. Allerdings gehen die Meinungen über die Auswirkungen dieses Schrittes auseinander: Wird damit mehr Sicherheit geschaffen, oder erhöht sich die Gefahr einer militärischen Konfrontation? Die Bundesregierung hat hier noch eine ziemliche Argumentationslücke.
Thomas Ruttig über die deutsche Abschiebepolitik nach Afghanistan
Veröffentlicht: 8. August 2024 Abgelegt unter: Flüchtlinge, Innenpolitik, Internationale Politik, Krieg | Tags: Afghanistan, Subsidiärer Schutz Hinterlasse einen KommentarThomas Ruttig, einer der besten Kenner Afghanistans, beschreibt in seinem Blogbeitrag, wie deutsche Politiker einen Einzelfall zum Anlass nehmen, afghanische Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen, ihren subsidiären Schutz abschaffen wollen und ihre Abschiebung nach Afghanistan fordern. Und das, obwohl solche „Rückführungen“ rechtlich gar nicht möglich sind.
Eine sehr ausführliche, aber lesenswerte Analyse, die zeigt, wie das Gedankengut der AfD und rechter Medien mehr und mehr in der deutschen Politik salonfähig wird.
Eine Kurzfassung des Blogbeitrag ist am 13. August 2024 in der taz erschienen: https://taz.de/Archiv-Suche/!6026793&s=afghanistan&SuchRahmen=Print/
Krieg in Gaza: Wer stoppt den Massenmord an der Zivilbevölkerung?
Veröffentlicht: 29. Juli 2024 Abgelegt unter: Flüchtlinge, Humanitäre Hilfe, Internationale Politik, Krieg | Tags: Gazakrieg, Israel Hinterlasse einen KommentarSeit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 führt Israel einen brutalen Vernichtungskrieg im Gazastreifen. Die bisherige Bilanz der unterschiedslosen Bombardierung von Städten, Wohnhäusern, Krankenhäusern und anderen zivilen Einrichtungen: 39.000 Tote, darunter 14.500 Kinder. 90.000 Verletzte – davon übrigens auch viele Christen. Weitere zahlreiche Tote und Verletzte gibt es im Westjordanland.

1,7 Millionen Menschen in Gaza sind auf der Flucht; das ist nahezu die gesamte Bevölkerung. Eine Rückkehr der vertriebenen Bevölkerung scheint auf absehbare Zeit unmöglich. Der Gazastreifen gleicht einem flächendeckenden Trümmerfeld. Die Versorgungsinfrastruktur, Krankenhäuser, Strom- und Wasserversorgung sind weitgehend zerstört. UN-Experten und Vertreter von humanitäre NGOs, die in Gaza tätig sind, bezeichneten Anfang Juli die durch den Krieg verursachte Hungersnot als „vorsätzliche und gezielte Hungerkampagne gegen das palästinensische Volk durch Israel“.
Diese Fakten sind bekannt und werden, trotz schwieriger Quellenlage, nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Die Welt ist Zeuge einer humanitären Tragödie schlimmsten Ausmaßes. Die schrecklichen Bilder, die trotz eingeschränkter Berichterstattung aus Gaza in die Medien gelangen, sind nur schwer zu ertragen. Eindrücklicher als durch Fakten und Zahlen wird das Grauen des Krieges in den Berichten von zivilen Hilfsorganisationen deutlich, die in Gaza unter schwierigsten Bedingungen versuchen, humanitäre Hilfe zu leisten. Ein Beispiel dafür ist dieser Bericht eines amerikanischen Arztes über seinen Einsatz in Gaza: Wir haben als Freiwillige in einem Krankenhaus in Gaza gearbeitet. Was wir sahen, war unaussprechlich – uncut-news.ch (uncutnews.ch)
Internationale Gremien und Institutionen wie die Vereinten Nationen oder der Internationale Gerichtshof haben das Vorgehen Israels verurteilt. Israel begründet das Vorgehen mit dem Recht auf Selbstverteidigung und dem Kampf gegen die Hamas. Eine Sprachregelung, die von westlichen Regierungen geteilt wird. Israels Premier Benjamin Netanjahu wird im US-amerikanischen Kongress mit standing ovations gefeiert, während in Israel selbst der Protest der Bevölkerung gegen die Politik der rechtsradikalen Regierung zunimmt.
Und wie steht es mit der „wertegeleiteten Außenpolitik“ der Bundesregierung und ihrer Haltung zum Gazakrieg? Sie steht nach eigenen Worten „eng an der Seite Israels“ und unterstützt Israel mit militärischer und medizinischer Ausrüstung. Zwar bedauert man, dass die palästinensische Zivilbevölkerung „unter dem Terror der Hamas“ (!) leidet und die „humanitäre Lage im Gazastreifen katastrophal ist“. Israel habe das Recht, sich gegen die Angriffe der Hamas zu verteidigen. Die militärische Reaktion darauf müsse jedoch angemessen sein und das humanitären Völkerrecht respektieren. Genau das aber ist nicht der Fall, wie die Realität zeigt und wie es internationale Beobachter seit Monaten kritisieren.
Solange westliche Regierungen Israel bei seinem völkerrechtswidrigen Vorgehen in Gaza und im Westjordanland weiterhin militärisch und diplomatisch unterstützen, wird das Morden weitergehen. Wer meint, dass diese Begrifflichkeit nicht angemessen ist, der möge sich die Lehre vom Gerechten Krieg in Erinnerung rufen. Die besagt nämlich, dass die folgenden Kriterien erfüllt sein müssen: Internationales Recht muss eingehalten werden. Es dürfen keine Zivilisten getötet werden. Die Kriegsgründe sind für die ethische Beurteilung relevant. Die Verhältnismäßigkeit eines militärischen Gegenschlags muss gewahrt werden. So weit war man schon im 5. Jahrhundert vor Christus. Und heute?
